Titel: Einiges über den sogenannten Riesenweizen oder den Weizen von St. Helena.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1833, Band 50, Nr. XLIX./Miszelle 18 (S. 239)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj050/mi050049_18

Einiges über den sogenannten Riesenweizen oder den Weizen von St. Helena.

Hr. Glottreau von Villeneuve St. George bebaute im Herbste 1832 240 Quadratfuß Landes zum Versuche mit Weizen von St. Helena, der auch unter dem Namen des Riesenweizens bekannt ist, und erntete davon im Sommer 1833 44 Liter Samen. Der Morgen Landes würde also hiernach, mit Riesenweizen bebaut, beinahe 18 Hectoliter oder 12 Sester Weizen gegeben haben, während man bei dem Baue von gewöhnlichem Weizen von einer gleichen Fläche Landes nur 5–6 Sester oder um die Hälfte weniger geerntet haben würde. Hr. Glottreau säete die Körner des Riesenweizens 6 Zoll weit von einander, die wenigen Stöcke, die im Winter ausblieben, pflanzte er im Frühjahre nach. Diese lezteren gediehen zwar auch gut, gaben aber meistens nur eine oder höchstens drei Aehren, während die im Herbste gebauten Stöke meistens 6 bis 7 und sogar bis an 17 Aehren erhielten. Die Aehren waren sehr schön und sehr schwer, und enthielten meistens 75 bis 80 Körner, die größten sogar 120. Ein Stock mit 17 Aehren gab allein 1350 Körner; im Durchschnitte gab bei diesem Versuche ein Korn deren 500! Es wäre daher gewiß sehr zu wünschen, daß man den Riesenweizen bald allgemeiner baute, und daß man sich überhaupt bemühte, nicht immer dieselben Getreidesorten auf demselben Boden zu bauen, sondern mit dem Samen so viel als möglich zu wechseln. Wenn die reichen und üppigen Getreidesorten, zu denen z.B. der Riesenweizen gehört, bei uns auch nach und nach ausarten sollten, so würde man ja doch wenigstens einige Jahre lang bei dem Baue derselben größere Ernten machen und den Boden gewiß weniger verderben, als man ihn dadurch verdirbt, daß man beinahe Jahrhunderte lang immer gleiches Saatkorn auf denselben Boden bringt. – Man hat die Frage aufgeworfen, ob der Riesenweizen eben so viel Kleber enthalte, als unser europäischer Weizen; diese Frage wurde von dem berühmten Bäker Roland zu Paris dahin entschieden, daß er sowohl in dieser als in jeder anderen Hinsicht dem besten französischen Weizen gleichkommt. Journal des connaissances usuelles. Oct. 1833.)

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