Titel: Ueber eine zwekmäßige Methode den Klee zu ernten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1833, Band 50, Nr. XLIX./Miszelle 19 (S. 239–240)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj050/mi050049_19

Ueber eine zwekmäßige Methode den Klee zu ernten.

Hr. Bardonnet-Desmartel gibt im Journal des connaissances usuelles folgendes Verfahren an, nach welchem er den Klee zu ernten und aufzubewahren pflegt. Er bereitet an der Stelle, an welcher er den Klee aufschichten will, eine Unterlage aus Holzreisig von 48 Fuß Länge und 18 Fuß Breite, belegt diese mit einer diken Schichte frischen Weizenstrohes, und legt dann hierauf abwechselnd eine Schichte Klee und eine Schichte Haferstroh: mit der Vorsicht jedoch, daß beide Theile so gleichförmig als möglich ausgebreitet und aufgeschichtet werden, damit sich die Gährung in der ganzen Masse regelmäßig entwikle. Wenn der Haufen auf diese Weise eine Höhe von 12 Fuß erreicht hat, so macht man die Lagen schmäler, damit er einen dachförmigen Abhang von 45° erhält. Nach wenigen Tagen entwikelt sich in der ganzen Masse eine Gährung, welche auf eine bedeutende Entfernung einen angenehmen Geruch verbreitet; der Haufen sinkt dadurch auf 2/3 seiner Höhe ein, und wird, um ihn gegen Regen und Schnee zu schüzen, mit einer Art von Dach aus Stroh bedekt. Dieses Verfahren hat, wie Hr. Bardonnet versichert, das Gute, daß das Hafer- und Gerstenstroh durch die Gährung in ein dem Klee ähnliches Futter verwandelt und von dem Vieh sehr gierig gefressen wird; und daß sich die aufgeschichtete Masse den ganzen Winter über und länger vortrefflich hält. – Nach einem anderen Correspondenten desselben Journales soll man auf den gemähten Klee eine beinahe gleiche Menge Stroh streuen, beides dann mit Heugabeln unter einander wenden und aus dieser Masse runde Haufen von 4 bis 5 Fuß Höhe bilden. Diese Haufen soll man 2–3 Tage lang, je nach der Witterung, liegen lassen und sie hierauf wieder mit Heugabeln ausbreiten. So wie das Stroh wieder troken geworden, soll man dann aus der ganzen Masse große Schober von 4 bis 500 Gebünden |240| bilden, welche man 6 bis 8 Tage lang ruhen läßt, ehe man Bünde daraus verfertigt. Der Klee verliert auf diese Weise sein Feuer, wird weich und zerfällt dann, wenn er in troknen Scheunen aufbewahrt wird, wie zu Pulver. Das Stroh, welches sich sehr leicht mit dem Klee vermengen läßt, benimmt dem Kler die Feuchtigkeit, verhindert die Erhizung desselben und wird, indem es seinen Geruch und Geschmak annimmt, ein sehr gutes Viehfutter. In Ermangelung von Stroh kann man auch altes Heu, welches das Vieh nur mit Widerwillen frißt, hierzu verwenden.

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