Titel: Ueber den Bau der Veilchenwurzel im Toskanischen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1833, Band 50, Nr. LXIX./Miszelle 17 (S. 318–319)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj050/mi050069_17
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Ueber den Bau der Veilchenwurzel im Toskanischen.

Der Bau der sogenannten florentinischen Schwertlilie (Iris florentina) bildet im Toskanischen, und namentlich um Pontassieve einen nicht so unbedeutenden Zweig des Akerbaues und der Industrie, als man glauben möchte) ja er ist für jene Gegenden um so wichtiger, als gerade die unfruchtbarsten und sonst zu gar keinem Culturzweige tauglichen Streken Landes zu diesem Baue mit bestem Erfolge benuzt werden. Diese Art von Schwertlilie liefert die im Handel unter dem Namen Veilchenwurzel bekannte Wurzel. Man verfertigt aus derselben kleine Kügelchen, welche nach der Achse durchlöchert und zu Rosenkränzen, Colliers, Braceletten und verschiedenen anderen Verzierungen, von denen die meisten nach dem Oriente gehen, verarbeitet werden. Die Abfälle, die sich hierbei ergeben, werden an die Parfumeurs, Apotheker etc. verkauft. In Pontassieve besteht eine Fabrik, in welcher bloß Veilchenwurzeln verarbeitet werden, und die nicht weniger als 50 Weiber beschäftige und jährlich über 5000 Pfund Beilchenwurzel verbraucht. Bedenkt man ferner, wie viel Veilchenwurzel unter eine Menge von Zahnpulvern, Rießmitteln, Augen- und andere Tabaksorten gemischt wird, und wie viele Mütter noch immer glauben, ihre Kinder könnten keine Zahne bekommen, ausgenommen man hängt ihnen ein Stük Veilchenwurzel an, so wird man sich erklären können, wozu die Schwertlilien-Felder um Pontassieve dienen, und wie einträglich sie sind. (Atti dell' Accademia Economico-Agraria dei Georgofili di Firenze. Vol. XI)

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