Titel: Tissot's Verfahren, um dem Gypse und Alabaster Härte zu geben und ihn zu Bildhauerarbeiten und zur Lithographie tauglicher zu machen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1834, Band 51, Nr. XIII./Miszelle 17 (S. 75–76)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj051/mi051013_17

Tissot's Verfahren, um dem Gypse und Alabaster Härte zu geben und ihn zu Bildhauerarbeiten und zur Lithographie tauglicher zu machen.

Hr. Tissot der jüngere macht im Journal des connaissances usuelles, December 1833, S. 321 folgendes Verfahren bekannt, nach welchem man dem Gypse und Alabaster eine größere Härte und ein marmorähnliches Aussehen geben, und ihn auch zu Bildhauerarbeiten und zur Lithographie tauglicher machen kann. – Man nimmt die Gypsblöke, so wie sie aus dem Steinbruche kommen, gibt ihnen mit der Säge, auf der Drehebank oder auf irgend eine andere Weise die gehörige Form, und läßt sie dann 24 Stunden lang auf dem Ofen, in welchem sie gebrannt werden sollen, troknen. Haben die Stüke nur 18 Linien Dike, so gibt man sie drei Stunden lang in einen Ofen, der so stark erhizt ist, als es zum Brodbaken nöthig ist; ist ihre Dike hingegen bedeutender, so läßt man sie verhältnißmäßig länger im Ofen, um sie hierauf sorgfältig herausnehmen und abkühlen zu lassen. Nach dem Abkühlen werden die Stüke 30 Secunden lang in Flußwasser getaucht, hierauf einige Secunden der Luft ausgesezt, und dann, je nach ihrer Dike, neuerdings wieder 2–3 Minuten in Wasser eingetaucht. Die auf diese Weise behandelten Stüke werden dann der Luft ausgesezt, an der sie nach 3–4 Tagen die Härte des Marmors erlangen, so daß sie polirt werden können. Will man ihnen eine Färbung geben, so muß dieß eine Stunde nach dem zweiten Eintauchen des Gypses in Wasser geschehen. Vegetabilische Stoffe eignen sich am besten zur Färbung, weil sie am leichtesten eindringen. Das Poliren, welches immer die lezte Operation seyn muß, geschieht auf dieselbe Weise, auf welche man den Marmor zu poliren pflegt. – Der Alabaster wird nach ebendemselben Verfahren gehärtet; um dem Bildhauer jedoch die Arbeit zu erleichtern, |76| bringt man die Stüke erst dann in den Brennofen, wenn sie bereits aus dem Groben gearbeitet worden. Man kann auf diese Weise dem Gypse oder Alabaster die Härte und Farbe des schönsten Marmors geben, wenigstens versichert! dieß Hr. Tissot.

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