Titel: Ueber die Nährkraft verschiedener Arten von Viehfutter.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1834, Band 51, Nr. XIII./Miszelle 23 (S. 77–78)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj051/mi051013_23

Ueber die Nährkraft verschiedener Arten von Viehfutter.

Hr. Biot hat sich in seiner Abhandlung über die optischen Kennzeichen des Trauben- und Rohrzukers, die sich im Polyt. Journale Bd. XLIX. S. 36 findet, auf die Versuche bezogen, welche der berühmte Agronon, Hr. v. Dombasles, über die Nährkraft verschiedener Arten von Viehfutter anstellte, und in den Annales de Roville bekannt machte. Wir finden uns daher veranlaßt zur Ergänzung dieses Aufsazes, und als Nachtrag zu einer in demselben Bande des Polyt. Journ. S. 77 enthaltenen Notiz folgenden Auszug aus diesen interessanten Versuchen aus der Bibliothèque universelle mitzutheilen. Hr. v. Dombasles theilte eine Heerde von 49 Schafen in 7 Abtheilungen, jede zu 7 Stüken, und zwar so, daß das Gesammtgewicht aller dieser Abtheilungen einander beinahe vollkommen gleich war, und für jede einzelne 436 Pfd. betrug. Jeder Abtheilung wurde das Futter in gleichen Quantitäten vorgewogen, und jede wurde während der fünfwöchentlichen Dauer des Versuches wöchentlich ein Mal gewogen. Die der Prüfung unterworfenen Futtersorten waren: 1) Trokener Luzernerklee. 2) Oehlkuchen aus Leinsamen. 3) Hafer und Gerste. 4) Rohe Kartoffeln. 5) Gekochte Kartoffeln. 6) Runkelrüben. 7) Gelbe Rüben. – Der trokene Luzernerklee wurde bei der Schäzung als Einheit angenommen. Eine der 7 Abtheilungen wurde bloß mit trokenem Luzernerklee gefüttert; die 6 übrigen erhielten halb so viel Klee, während die andere Hälfte der Ration aus einer solchen Quantität der angeführten Futterarten bestand, wie sie einem sorgfältigen Wägen gemäß nöthig war, um jede Abtheilung der Schafe auf gleichem Gesundheitszustande zu erhalten. Die Quantität Wasser, welche jede Abtheilung trank, wurde mittelst eines geaichten Troges gemessen. Hr. v. Dombasles schloß aus seinen Versuchen, deren Resultate aus folgenden Tabellen hervorgehen, daß die Ration für ein Schaf wöchentlich 15 oder für den Tag etwas über 2 Pfd. trokenen Luzernerklee beträgt.

Textabbildung Bd. 51, S. 77
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Die Quantität Wasser, welche die Schafe während dieser 5 Wochen tranken, und woraus zugleich auch der Grad von Durst erhellt, den diese verschiedenen Nahrungsmittel erregen, ergab sich folgender Maßen:

1. 223 Quart. 5. 108 Quart.
2. 189 – 6. 95 –
3. 164 – 7. 36 –
4. 123 –

Betrachtet man 15 Pfd. trokenen Luzernerklee als die wöchentliche, oder 7 1/2 Pfd. als die halbe Ration eines Schafes, so ergeben sich, wie Hr. v. Dombasles sagt, folgende Quantitäten der anderen Nahrungsmittel als Aequivalente der halben Ration Luzernerklee 4 1/2 Pfd. Oehlkuchen. 3 1/2 Pfd. Gerste. 5 Pfd. Hafer. 14 Pfd. rohe Kartoffel. 13 Pfd. gekochte Kartoffel. 16 1/2 Pfd. Runkelrüben. 23 Pfd. gelbe Rüben.

Nimmt man hiernach die Quantität Luzernerklee als Maßstab, so wird die Nährkraft der übrigen Nahrungsmittel in folgendem Verhältnisse stehen:

Trokener Luzernerklee 100 Pfd.
Oehlkuchen 57 –
Gerste 47 –
Rohe Kartoffel 187 –
Gekochte Kartoffel 173 –
Runkelrüben 220 –
Gelbe Rüben 307 –
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