Titel: Ueber den Druk des Oceans in verschiedenen Tiefen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1834, Band 51, Nr. XIII./Miszelle 8 (S. 71–72)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj051/mi051013_8

Ueber den Druk des Oceans in verschiedenen Tiefen.

Hr. Thomas Beverley gibt im Nautical Magazine folgende interessante Notizen über den Druk der See in verschiedenen Tiefen, die uns jedoch noch weiterer Bestätigung zu bedürfen scheinen. Es war mir schon oft aufgefallen, sagt Hr. Beverley nämlich, daß die Harpunen, wenn man sie aus frisch erlegten Wallfischen zieht, weit schwerer, als gewöhnlich sind. Man muß sie daher, wenn |72| man sie wieder brauchen will, einige Tage lang in der Nähe eines tüchtigen Feuers aufhängen, und selbst dann bleiben sie noch schwerer, als sie anfangs waren. Ich achtete nicht sehr auf diese Erscheinung, bis meine Aufmerksamkeit im Jahre 1820 neuerdings auf diesen Gegenstand gelenkt wurde, indem ein Harpunenschaft, der dicht an der Scheide abbrach, und der aus Fichtenholz bestand, in die See fiel, und sogleich wie ein Stein untersank. Ich untersuchte daher mehrere Harpunenschafte, welche die Wallfische mit sich auf den Grund der See hinabgenommen hatten, schnitt dieselben durch, und fand sie bis in das Innerste und bis in jede Pore so mit Salzwasser durchdrungen, als wenn sie eine Ewigkeit am Boden der See gelegen wären. Einige derselben hatten an einigen Stellen Sprünge bekommen; alle waren sie aber an ihrer Oberfläche mit einem Schaume aus kleinen Luftblächen überzogen, und dieser Schaum erhielt sich sogar einige Zeit lang an der Luft. Dieß veranlaßte mich zu einigen weiteren Versuchen. Ich verkorkte und versiegelte eine leere Quartflasche, und versenkte sie 100 Faden tief in die See; als sie wieder emporgezogen worden, befand sich der Kork innerhalb der Flasche. Ich nahm dann einen Kork, der für die Flasche zu groß war, trieb diesen mit einem Hammer so weit in den Hals der Flasche ein, als es ohne Gefahr denselben zu zersprengen geschehen konnte, und versenkte die Flasche neuerdings 100 Faden tief. Auch dieser Kork wurde hierbei in die Flasche hineingetrieben, und wahrscheinlich würde der Hals zersprungen seyn, wenn der Kork größeren Widerstand geleistet hätte. So sonderbar dieß scheinen mag, so wird man doch noch mehr von dem Druke überrascht seyn, den jeder Körper beim Untertauchen unter eine so große Säule erleiden muß, – ein Druk, dem kaum irgend eine Höhle zu widerstehen im Stande ist. Der Druk auf die Flasche, deren Oberfläche 85,215 Quadratzoll hatte, beträgt nämlich angestellten Berechnungen gemäß, in einer Tiefe von 100 Faden 10 Tonnen 9 Cntr. 13 Pfd., und jener auf den Kork 15 Steine 6 Pfd. 3 Unzen; in einer Tiefe von 900 Faden oder 5400 Fuß wird der Druk auf den Quadratzoll also (5400 + 34) 1000 Unzen = 5434000 Unz. oder 151 Tonnen 12 Cntr. 13 Pfd. betragen. (Aus dem London Journal of Arts. November 1833, S. 220.)

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