Titel: Ueber den sogenannten Gummi des Hrn. Grieumard.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1834, Band 51, Nr. XXXIII./Miszelle 19 (S. 156)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj051/mi051033_19

Ueber den sogenannten Gummi des Hrn. Grieumard.

Hr. Grieumard zu Paris ließ sich bekanntlich vor längerer Zeit ein Patent auf einen Gummi geben, dem er den Namen Gomme Grieumard beilegte, und welcher alle übrigen in den Künsten und in der Arzneiwissenschaft gebräuchlichen Gummiarten ersezen sollte. In wiefern nun diese Substanz ein wahrer Gummi ist, und in wiefern sich dieselbe zu den fraglichen Zweken eignet, ergibt sich aus folgender, in den Annales de la Société polytechnique No. 10 enthaltenen Beschreibung des eben verfallenen Patentes. „Ich habe, sagt Herr Grieumard, in den Früchten des Johannisbrodbaumes einen Gummi entdekt, welcher die gegenwärtig im Handel vorkommenden Gummiarten, und besonders den Traganthgummi, so wie auch das Stärkmehl und andere zur Verdikung gebräuchliche Substanzen zu ersezen im Stande ist. Ich entferne zur Gewinnung dieses Gummi's die Körner mittelst eines Messers oder eines senkrechten Mühlsteines aus dem Johannisbrode, und zerstoße diese Körner in einem gußeisernen Mörser zu einem möglichst feinen Pulver, welches ich als Gummi in den Handel bringe, und welches in gleicher Menge angewendet beinahe eben so viel Schleim gibt, als der Traganthgummi. Eine weitere Quantität Gummi erhalte ich ferner aus dem Marke des Johannisbrodes, indem ich dasselbe zur Gewinnung des Alkohols der Destillation unterwerfe. Diese Quantität ist jedoch nicht bedeutend, und konnte wenigstens bisher noch nicht anders als in honigartigem Zustande dargestellt werden. Da die Hülse der Johannisbrodkörner unauflöslich und dunkel gefärbt ist, so dürfte sich der durch unmittelbares Pülvern dieser Samen gewonnene Gummi vielleicht für manche Gewerbe nicht eignen; will man das Pulver jedoch ganz rein und farblos haben, so braucht man die Samenhülse vor dem Pülvern entweder nur durch eine mechanische Vorrichtung oder durch Schwellen der Samen mit heißem Wasser, gleich wie man die Hülse der Mandeln wegschafft, zu entfernen.“ Wir wissen nicht, daß der sogenannte Grieumard'sche Gummi bisher eine ausgedehntere Anwendung in den Künsten und Gewerben erhalten hat.

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