Titel: Ueber eine verbesserte Methode Orseille zu bereiten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1834, Band 51, Nr. XXXIII./Miszelle 20 (S. 156–157)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj051/mi051033_20
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Ueber eine verbesserte Methode Orseille zu bereiten.

Hr. Gibbert Bourget, einer der ersten Orseillefabrikanten Frankreichs, über dessen Fabrikationsmethode wir bereits früher Mehreres mitgetheilt haben, arbeitet gegenwärtig hauptsächlich nach folgender verbesserten Methode. Er nimmt 50 Kilogr. gepülverte und mehrmal in Wasser gereinigte Flechte, und weicht sie in 100 Kilogr. Seinewasser ein. Nach achttägigem Maceriren sezt er dann 100 Kilogr. Ammonium von 22° zu, und rührt die Masse zwei Monate lang täglich Abends und Morgens um. Nach Ablauf dieser Zeit ist das Fabrikat fertig, und man erhält nach diesem Verfahren eine schöne amaranthrothe Orseille, die an Schönheit der Farbe der Cochenille nicht nachsteht, und welche überdieß den Säuren auch besser widersteht, als die gewöhnliche mit Wein bereitete Orseille. Sie unterscheidet sich sehr vortheilhaft von der englischen Orseille, welche mit reinem Ammonium bereitet wird, und welche eine blaue oder violette Farbe besizt, die durch Umwandlung in Roth mittelst Sauren bedeutend an Glanz verliert. Bei dem neuen Verfahren, wodurch das Wasser mit einer ähnlichen Menge Ammonium versezt wird, wie sie in dem gefaulten Weine enthalten ist, fallen mehrere jener Unannehmlichkeiten weg, die sonst durch die Nebenbestandtheile des Weines veranlaßt werden. Die ganze Fabrikation wird dadurch viel einfacher, und in ihren Resultaten und Producten weit sicherer. Man kann nun überall in allen Klimaten und bei jeder Temperatur Orseille bereiten, wenn man sich die dazu nöthige Flechte verschafft, und der Fabrikant hat nicht mehr zu fürchten, daß die Güte seines Fabrikates von solchen Zufälligkeiten, wie von der Beschaffenheit, dem Alter und der Menge des Weines, der Lebhaftigkeit der Gährung, der Temperatur des Locales etc. beeinträchtigt wird. (Aus den Annales de la Société polytechnique, No. 9.)

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