Titel: Ueber ein Verfahren das Leder für Wehrgehänge, Patrontaschen zu lakiren.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1834, Band 51, Nr. XXXIII./Miszelle 30 (S. 159–160)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj051/mi051033_30

Ueber ein Verfahren das Leder für Wehrgehänge, Patrontaschen zu lakiren.

Das Repertory of Patent-Inventions, Januar 1834, S. 59 empfiehlt folgende Methode das Leder für Wehrgehänge, Patrontaschen etc. zu lakiren. Man soll, nachdem das Leder, welches zum Lakiren bestimmt ist, zubereitet und abgeschabt worden, auf dessen Fleischseite eine dünne Schichte Leimwasser, dem beiläufig eine Unze gekochtes Leinöhl zugesezt worden, auftragen. Nachdem diese Schichte troken geworden, soll man das Leder poliren, und dieses Auftragen und Poliren soll so oft wiederholt werden, bis das Leder vollkommen glatt ist. Dann mische man einen Theil Leinöhl, welches mit vieler Bleiglätte abgekocht worden, in einem eisernen Gefäße mit einem Theile Copalfirniß, seze dem Gemenge noch gepülvertes Lampenschwarz und Terpenthingeist zu, und stelle das Ganze über ein Feuer. Nun spanne man das Leder, welches während dieser Zeit in einem geheizten Gemache gehalten worden, auf einem Tische auf, trage mir einer flachen Bürste eine sehr dünne Schichte des Gemenges auf, und bringe das Leder sogleich wieder in das warme Gemach, in welchem man es langsam troknen läßt. Ist der Ueberzug troken geworden, so polirt man das Leder mit Bimsstein, oder noch besser mit fein gepülverter und durchgesiebter Kohle, um hierauf eine zweite Schichte Firniß aufzutragen. Zulezt trägt man auch noch eine dritte Schichte auf, die aber sehr dünn und sehr eben seyn muß, und nach welcher man das Leder troknet, |160| ohne es zu poliren. Manchmal wird das Leder zuerst mit Leimwasser, in welchem Lampenschwarz angerührt worden, gefärbt, und erst hierauf nach der angegebenen Methode behandelt. Zum Lakiren von Gegenständen, welche nicht gebogen werden, kann man dem Lake eine größere Menge Copalfirniß und Terpenthin zusezen. – Das zu Riemen oder Streifen dienende Leder läßt man zuweilen durch Walzen laufen, wo es dann glatter und einer höheren Politur fähig wird.

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