Titel: Faraday's neueste Entdekungen im Gebiete der Elektricität.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1834, Band 51, Nr. LXXII./Miszelle 12 (S. 315–316)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj051/mi051072_12

Faraday's neueste Entdekungen im Gebiete der Elektricität.

Hr. Faraday las kürzlich der Royal Society zu London eine Fortsezung seiner Versuche über die elektrochemischen Zersezungen vor, worin er zu beweisen sucht, daß die Elektricität eine definitive chemische Wirkung hat und daß sie mit der Kraft, welche die Erscheinungen der chemischen Verwandtschaft hervorbringt, identisch ist. Er bemerkt, daß man keinen Grund hat, zu folgern, daß Verbindungen, die durch die Elektricität nicht zersezt werden können, durch eine sehr starke Verwandtschaft gebildet sind, sondern eher das Gegentheil. Er betrachtet dann den Einfluß, welchen die Anzahl der Mischungsgewichte in einem zusammengesezten Körper auf seine Zersezbarkeit durch die Voltaische Säule hat und zeigt, daß in zahlreichen Fällen die Verbindungen von einfachen Aequivalenten zersezbar sind, während in der Regel die Körper, welche durch Verbindung von zwei Mischungsgewichten des einen Elements mit einem Mischungsgewichte des anderen entstehen, unzersezbar sind. Er beschreibt in dieser Abhandlung auch die Versuche, welche er anstellte, um das Princip und die Genauigkeit eines von ihm Volta-Elektrometer genannten Instrumentes zu erweisen. Mit diesem Instrumente kann man die Quantität der Elektricität messen, welche durch dasselbe passirt, sie mag nun auf ein Mal oder theilweise, von hoher oder niedriger Intensität hindurchgehen. Es gründet sich auf die Wirkung der Elektricität auf das Wasser und darauf, daß eine konstante Quantität desselben durch eine gegebene Quantität von Elektricität zersezt wird. Das Volumen der entbundenen Gasarten zeigt die Menge der Elektricität an. Er verbreitet sich dann über die Natur der Producte, welche man durch elektrochemische Zersezungen erhält und zeigt, daß man viele als primäre, d.h. direct durch die Einwirkung der Elektricität entstandene betrachtete, während sie nur secundäre sind, d.h. durch die Reaction bereits ausgeschiedener Körper auf ihre Umgebung sich bildeten. Nun kommt der wichtigste Gegenstand dieser Versuche, nämlich der Beweis, daß die Elektricität immer eine bestimmte chemische Wirkung ausübt. Durch eine Reihe von Versuchen mit zahlreichen Körpern, sowohl im aufgelösten, als im geschmolzenen Zustande wird gezeigt, daß ein gegebener Strom immer eine bestimmte Zersezung hervorbringt, welche mit der Theorie der chemischen Aequivalente übereinstimmt. So kann diejenige Quantität von Elektricität, welche neun Gran Wasser zu zersezen vermag, 229 Gran Jodble i |316| zersezen, oder 94 Zinnchlorür und so fort. Er zeigt ferner, daß wenn neun Gran Wasser durch das Aequivalent von Zink zersezt werden, sie auch eine Quantität Elektricität entbinden, die andere neun Gran Wasser zu zersezen vermag; aus diesen und anderen Versuchen zieht er den Schluß, daß die chemische Verwandtschaft nicht bloß ein Resultat des elektrischen Zustandes der kleinsten Theilchen (Körperatome) ist, sondern auch, daß die Quantität von Elektricität, die einen Gran Wasser zersezen kann, genau gleich der Quantität von Elektricität ist, welche die Elemente dieses Granes Wasser mit einander vereinigt. Vergleicht man diese Quantität mit der in der Maschine oder der Atmosphäre enthaltenen Spannungselektricität, so ist sie für einen Gran Wasser gleich der in einem sehr starken Donnerwetter wirksamen. (Literary Gazette.)

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