Titel: Brown's verbesserte Kutsche.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1834, Band 51, Nr. LXXII./Miszelle 8 (S. 313–314)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj051/mi051072_8

Brown's verbesserte Kutsche.

Das London Journal of Arts gibt in dem Supplemente zu seinem IX. Bande, S. 164 einen Auszug aus dem Patente, welches sich Hr. Thomas Brown von Birmingham am 5. August 1829 auf eine verbesserte Kutsche ertheilen ließ. Der Patentträger versichert zwar, daß sein Wagen große Leichtigkeit, einen sehr leichten Gang, die größte Sicherheit gegen das Umwerfen, und eine große Stätigkeit der Bewegung in sich vereint; daß er überdieß sehr großen Raum zum Transporte von Bagage gemährt, und daß, indem die Bagage auf Federn ruht, und in einem geschlossenen Raume enthalten ist, weder durch das Wetter noch durch das Schütteln eine Beschädigung derselben Statt finden kann. Aller dieser angeblichen Vorzüge ungeachtet können wir jedoch weder aus dem Patentauszuge, noch aus dem rohen Umrisse, welchen das London Journal von dem Wagen gibt, und der bloß die Form des Kastens andeutet, etwas erhebliches Neues entziffern. Das Wesentlichste des Brown'schen Wagens dürfte jedoch in Folgendem bestehen. Er hat keine Langwied, und ist deßhalb leichter an Gewicht und leichter im Zuge. Der vordere Theil der Kutsche wird von elliptischen, an der vorderen Achse befestigten Federn getragen. Die hinteren Räder sind an einer sogenannten geknieten Achse aufgezogen; d.h. die Achse ist nicht gerade, sondern an jeder Seite innerhalb der Räder unter rechten Winkeln nach Abwärts gebogen, damit sie unter dem hinteren Theile des Wagens, der als Behälter für |314| die Bagage dient, und der, zur Verhinderung der großen Neigung zum Umwerfen, die den gewöhnlichen hohen Kutschen eigen ist, bis nahe an den Boden herabreicht. Die Federn endlich laufen sämmtlich nach einer Richtung, und nicht eine einzige kreuzt sich mit einer anderen, so daß der Wagen also nicht stößt und rüttelt, und daß bei übrigens gleicher Festigkeit an Material erspart werden kann. An allen diesen Dingen wird, so viel wir wissen, kein Kutschenfabrikant etwas Neues finden.

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