Titel: Benuzung der Reibung von Metallen zur Heizung von Gebäuden.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1834, Band 51, Nr. CV./Miszelle 2 (S. 460–461)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj051/mi051105_2

Benuzung der Reibung von Metallen zur Heizung von Gebäuden.

Man hat kürzlich, schreibt ein nordamerikanisches Blatt, hier zu Lande eine Maschine erfunden, mittelst welcher Fabriken sowohl als große öffentliche Gebäude lediglich durch Reibung geheizt werden sollen. Diese Maschine besteht aus nichts weiter, als aus zwei horizontalen, gußeisernen, kreisrunden Platten von beiläufig |461| 4 Fuß im Durchmesser und 1600 Pfd. Gewicht. Diese beiden Platten, welche sich in einem gemauerten Ofen befinden, arbeiten wie Mühlsteine, mit dem Unterschiede jedoch, daß sich hier die untere Platte dreht, während die obere still steht. Die Geschwindigkeit, die man den Platten gibt, beträgt gewöhnlich 80 Umdrehungen in der Minute, und diese Geschwindigkeit reicht hin, um die Temperatur in dem Ofen innerhalb 2 Stunden bis auf 3000° (??) zu erhöhen. Die Größe der Platten, ihre Dike, und die Geschwindigkeit, mit welcher sie sich umdrehen sollen, hängt natürlich von der Größe des zu heizenden Gebäudes und von der Temperatur, die man erlangen will, ab. Die Verbreitung der Hize geschieht dadurch, daß man von dem Scheitel des Ofens einen Trichter oder eine Röhre ausgehen läßt, mittelst welcher man die Wärme, so wie dieß auch an den gewöhnlichen Oefen geschieht, an beliebige Orte leiten kann. Wir sahen die Maschine, sagt der Berichterstatter, bei kaltem Wetter arbeiten, und überzeugten uns, daß die Hize, welche nach 15 Minuten oben aus dem Trichter entwich, so groß war, daß man die bloße Hand nicht an die Röhre zu halten im Stande war. Man zweifelt bisher noch sehr an dem endlichen Gelingen und allgemeineren Gebrauche dieser Maschine; besonders glaubt man, daß sich die eisernen Scheiben zu schnell abnüzen würden; die Versuche sollen aber ergeben haben, daß diese glatten und harten Oberflächen einander verhältnißmäßig nur sehr wenig abschleifen. Die ganze Maschine ist höchst einfach, und kann durch ein Laufband, welches über eine in die untere Platte oder Scheibe eingelassene Welle läuft, in Bewegung gesezt werden; sie kann ohne alle Gefahr, und ohne irgend einer Beaufsichtigung zu bedürfen, mittelst eines einfachen Wasserrades Tag und Nacht in Thätigkeit erhalten werden. (Aus dem Mechanics' Magazine No. 550, S. 399.)

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