Titel: Ueber das Abziehen der Rasirmesser.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1834, Band 52, Nr. XVIII./Miszelle 11 (S. 76–77)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj052/mi052018_11

Ueber das Abziehen der Rasirmesser.

Ein Correspondent des Journal des connaissances usuelles, der sich 30 Jahre lang mit der Stahlfabrikation beschäftigt haben will, macht in diesem Journale, Januar 1834, S. 50 ein angeblich unfehlbares Mittel, wie Jedermann seine Rasirmesser immer gehörig schneidend erhalten kann, bekannt, dieses Mittel ist ganz einfach folgendes. Wenn man die Schneide der Rasirmesser genau betrachtet, so bemerkt man, daß dieselbe aus mehr oder weniger feinen Zähnen besteht, die beim Abziehen bald auf die eine, bald auf die andere Seite geneigt werden, und die |77| man den Faden (morfil) zu nennen pflegt. Diesen Faden, in welchem man gewöhnlich die Ursache des Richtschneidens der Rasirmesser sucht, war Hr. L. S., der Verfasser des angeführten Artikels, auf verschiedene Weise zu entfernen bemüht, er wendete verschiedene Streichriemen und mannigfache Streichpulver, unter denen noch das von Mérimée empfohlene rothe Eisenoxyd eines der besten ist, an, allein vergebens. Er suchte daher den Faden selbst zu benuzen, um den Rasirmessern eine bessere Schneide zu geben, und dieß gelang ihm auch, indem er beim Abziehen derselben bemüht war, den Faden jedes Mal gegen jene Seite des Rasirmessers zu neigen, die beim Rasiren gegen die Haut gekehrt ist. Hienach beschränkt sich also der Rath des Hrn. 3. S. lediglich darauf, daß Jemand, der sich mit der rechten Hand rasirt, das Abziehen seines Messers jedes Mal mit einem Zuge des Messers nach Abwarts gegen den Griff des in der linken Hand gehaltenen Streichriemens, Jemand hingegen, der sich mit der linken Hand rasirt, mit einem Striche nach Aufwärts endigen soll. Wer sich mit der rechten sowohl als mit der linken Hand rasirt, muß zwei Rasirmesser haben, von denen das eine für diese, jenes hingegen für die andere Hand abgezogen ist; geschieht dieß nicht, so ist der Faden immer auf die eine Seite geneigt, und bietet also in dem einen oder in dem anderen Falle keine Schneide, sondern eine abgerundete oder convexe Oberfläche dar. – Wir befolgen seit mehreren Jahren unbewußt dieses Verfahren, und können versichern, daß wir seit 4 Jahren keines unserer Rasirmesser auf einen Stein brachten, obwohl wir bei der Bartabnahme nichts weniger als geschunden seyn wollen.

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