Titel: Capt. Derenzy's Vorrichtungen für Leute, die eine Hand oder einen Arm verloren haben.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1834, Band 52, Nr. XXXI./Miszelle 7 (S. 154)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj052/mi052031_7

Capt. Derenzy's Vorrichtungen für Leute, die eine Hand oder einen Arm verloren haben.

Capitän George Webb Derenzy, der in der Schlacht von Vittoria seinen rechten Arm verlor, war seit dieser Zeit unablässig damit beschäftigt, einfache und bequeme Apparate zu erfinden, durch welche alle jene Unglüklichen, die sich in gleicher Lage mit ihm befinden, weniger von der Hülfe Anderer abhängig würden, und welche ihnen das Unangenehme ihres Zustandes weniger fühlbar machen. Er hat bisher 19 verschiedene, sehr sinnreiche Apparate, die jeder Einarmige auf Reisen oder sonst nach Bedarf mit sich führen kann, ausgedacht, und dieselben in einer eigenen Abhandlung, die unter dem Titel: Enchiridion, or a Hand for the One-Handed, By George Webb Derenzy, Capt. 82 Regiment. London, by Renshaw and Rush,“ erschien, beschrieben und abgebildet. Diese Apparate, welche man sich zusammen in einem zierlichen Kastchen aus Mahagonyholz für 10 Pfd. Sterl. 4 Schill anschaffen kann, bestehen: aus einem vollständigen Apparate zum Waschen der einen Hand; aus einem elfenbeinernen Schraubstoke, der nebst einem sogenannten Universalgefüge, d.h. einer Kugel und einer Scheide, ein sehr wichtigts Geräth bildet, indem dasselbe beim Rasiren, beim Briefschreiben, beim Zeichnen, beim Siegeln eines Briefes, beim Federnschneiden, Bleistiftspizen, Kartenspielen, Nägelabschneiden, Hutausbürsten und in vielen anderen Fällen in Anwendung kommt; aus einem Rasirzeuge; aus einer Sprize; aus einer Nagelfeile, Stiefelhaken, einem silbernen Eierbecher, einem stählernen Eierhälter, einem Federmesser, einem Federhälter, einem Federspizer, einem Lineale, einem stählernen Schraubstoke, einem Huthälter, einem Messer, welches zugleich als Gabel dient, einem Instrumente zum Aufdrüken der Nüsse und einem Kartenhälter. Alle diese Instrumente sind eben so zwekmäßig als zierlich gebaut, und dürften, wie das Mechanics' Magazine sagt, kaum einer Verbesserung fähig seyn, obwohl es wünschenswert!) wäre, daß der Erfinder sich die Vermehrung derselben fortwährend angelegen seyn ließe. – Wir verweisen diejenigen unserer Leser, die an der Sache Interesse haben, auf die No. 549 des angeführten Journales, wo sie eine Recension der Schrift des tapferen Hrn. Capitäns und einige seiner Instrumente durch Holzschnitte erläutert finden werden, und bemerken nur noch, daß Lord John Hay, ein anderer Capitän mit einem Arme, einen Teleskophälter für Einarmige erfunden hat, der in den Transactions of the Society of Arts for 1833 beschrieben und abgebildet ist, und welchen man gleichfalls im Mechn. Mag., No. 550 S. 351 beschrieben findet. Dieses leztere Instrument besteht aus nichts weiter als aus einem leichten Holze, welches wie ein Flintenkolben geformt und vorne mit einem ausgefütterten Ringe versehen ist, der das Fernrohr festhält. Der Kolben wird an die Schulter gestemmt und vorne unter dem Ringe mit dem Arme gestüzt, wo man dann bequem jede Beobachtung machen kann. Lord Hay bemerkt, daß sich dieses Instrument auch für Zweiarmige eignet, wenn dieselben wegen Unstätigkeit der Hand das Fernrohr auf gewöhnliche Weise nicht stätig halten können.

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