Titel: Ueber Hrn. Russell's Dampfwagen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1834, Band 52, Nr. XLVII./Miszelle 2 (S. 233–234)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj052/mi052047_2

Ueber Hrn. Russell's Dampfwagen.

Ein Hr. Russell zu Glasgow ist neuerlich unter den Schottländern als Erfinder und Erbauer eines Dampfwagens für gewöhnliche Landstraßen aufgetreten. Seine ersten Versuche sollen so günstig ausgefallen seyn, daß sein Wagen gegenwärtig stündlich zwischen Glasgow und Paisley hin und her fährt; der Wagen hat zwar, wie der Scotsman sagt, bei diesen Fahrten noch nicht die Geschwindigkeit erreicht, die man sich von demselben versprach, allein man schreibt dieß lediglich der Unerfahrenheit der Wagenlenker und des Maschinisten zu, die, wie man hofft, bald überwunden seyn wird. Wir heben folgende Notiz über diesen Wagen aus dem Weekly Dispatch, 30. März, aus: „Der Wagen, welcher prächtig ausgerüstet ist, faßt innenwendig 6, und außen 20 Reisende; er hängt in Federn, hängt nicht mit dem Kessel und der Maschinerie zusammen, und zieht ein Fuhrwerk nach, in welchem der nöthige Kohlen- und Wasservorrath untergebracht ist. Der Kessel ist sehr klein, befindet sich unmittelbar unter dem Wagen, und kann in 20 Minuten Dampf erzeugen. Die beiden Maschinen, von denen jede auf 14 Pferdekräfte berechnet ist, befinden sich über der hinteren Achse, und stehen durch Winkelhebel, die sich unter rechten Winkeln gegen einander bewegen, mit ihr in Verbindung, so daß sie auf diese Weise die ununterbrochene drehende Bewegung derselben hervorbringen. Die Maschinen sind in einem polirten, messingenen Gehäuse von 6 Kubikfuß enthalten, und communiciren auf eine |234| sehr sinnreiche, ganz neue, aber verborgene Weise, mit dem Kessel. Die ganze Maschinerie ruht auf curvenförmigen Federn von der vierten Classe, und diese Federn sind so künstlich und zwekmäßig eingerichtet und angebracht, daß die Erschütterungen, denen der Wagen ausgesezt ist, durchaus keinen Einfluß auf die Maschine äußern. Die Räder sind so eingerichtet, daß jedes derselben einzeln nach Belieben und in jedem Augenblike angehalten werden kann, und in Folge dieser Einrichtung kann der Wagen leicht gelenkt werden, welche Windungen die Straße auch immer machen mag. Die Treibkraft wirkt nur auf die hintere Achse allein; denn die vordere dient lediglich zum Lenken oder Steuern des Wagens. Der Wagen kann selbst bei einer Geschwindigkeit von 15 engl. Meilen in der Stunde mit aller Sicherheit geführt werden, und eignet sich daher selbst in den belebtesten Straßen als Fuhrwerk.“ (Mechanics' Magazine, No. 556.)

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