Titel: Eisenbahnen, mit Zahnstangen neuerdings in Anregung gebracht.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1834, Band 52, Nr. XLVII./Miszelle 4 (S. 234–235)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj052/mi052047_4

Eisenbahnen, mit Zahnstangen neuerdings in Anregung gebracht.

Ein Hr. Thomas Gray bringt im Mechanics' Magazine No. 555 neuerdings wieder die Eisenbahnen mit Zahnstangen, über welche wir das Polyt. Journal Bd. XLIII. S. 339 und Bd. XLIV. S. 167 nachzulesen bitten, in Anregung. Er beginnt mit folgendem Citate aus einem älteren Bande des Mechanics' Magazine: „Hr. Blenkinsop, an der Middleton-Steinkohlengrube bei Leeds, nahm im Jahre 1811 ein Patent auf die Anwendung einer gezahnten Eisenbahn, in welche die Räder des von der Maschine getriebenen Wagens eingreifen mußten. Er baute später auch wirklich einige derlei Wagen, die auf der Eisenbahn an obiger Steinkohlengrube liefen, und welche sehr gut arbeiteten. Man konnte auch an dem Gelingen dieser Unternehmung gar nicht zweifeln; denn bei dem Transporte von schweren Lasten müssen die gezähnten Bahnen offenbar einen großen Vorzug vor allen glatten Schienen voraus haben, indem die Adhäsion, welche zwischen zwei Flächen Statt findet, nimmermehr so viel Widerstand gegen das Abgleiten darbieten kann, als eine Verzahnung. Hr. Grey von Nottingham hat sich sehr für die Annahme eines gemischten Eisenbahnsystemes ausgesprochen, d.h. eines Systemes, nach welchem für leichte und mit großer Geschwindigkeit fahrende Wagen glatte, für schwer beladene Wagen hingegen gezähnte Eisenbahnen angewendet werden sollen. Auch wir glauben, daß wenn die Eisenbahnen-Eigenthümer ein Mal sorgfältiger auf Ersparniß bedacht seyn werden, dieses System in Anwendung kommen, und sich in der Praxis am vortheilhaftesten bewahren wird.“ An dieses Urtheil knüpft nun Hr. Gray seinen neuen Vorschlag zur Einführung seiner gemischten Eisenbahnen, er bringt jedoch keine |235| neuen Daten und Gründe vor, sondern behauptet bloß, daß wenn die Liverpool-Manchester-Eisendahn nach diesem Principe erbaut worden wäre, deren Unternehmer jährlich gegen 20,000 Pfd. Sterl. erspart haben würden. – Schließlich erklärt sich auch er für einen Gegner der Dampfwagen auf gewöhnlichen Straßen, indem ein Dampfwagen nach seiner Ueberzeugung auf einer Eisenbahn unter allen Umständen 10 Mal mehr leisten wird und muß, als auf Landstraßen.

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