Titel: Ueber einige Beizen für den Stahlstich.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1834, Band 52, Nr. LVIII./Miszelle 11 (S. 318–319)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj052/mi052058_11
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Ueber einige Beizen für den Stahlstich.

Hr. Edmund Turrell, der berühmte Erfinder einer Gravirmaschine, gibt folgende Mischung als eine der besten Beizen für den Stahlstich an. Man soll 4 Theile der stärksten brennzeligen Holzsäure, einen Theil höchst rectificirten Weingeist und einen Theil Salpetersäure mit einander vermengen, und die Flüssigkeit dann als Beize anwenden. Dieselbe hält das Metalloxyd vollkommen aufgelöst, so daß die Oberfläche der Linien ihren vollen Glanz behalten, bis die Beize ihre ganze Wirkung vollbracht hat. Die schwächeren Tinten sind beiläufig in 1 1/2 Minuten vollendet; die schwärzeren brauchen höchstens 15 Minuten. Nachdem die Beize entfernt worden, wäscht man die Platte mit einem Gemenge aus einem Theile Alkohol und 4 Theilen Wasser, und hebt deren Wirkung noch vollends auf, indem man in die gezogenen Striche mit Hülfe eines Pinsels eine Auflösung von Asphalt in Terpenthinöhl einflößt. Wenn diese Beize gut werden soll, müssen deren Ingredienzien vollkommen rein seyn. – Eine andere Beize, auf welche die Société for the encouragement of arts zu London Hrn. Humphry ihre goldene Isismedaille ertheilte, ist folgende. Man soll nämlich nach Humphry's Vorschrift 1/4 Unze äzenden Queksilbersublimat in Pulver, und eben so viel Alaunpulver nehmen, beides in einer halben Pinte heißen Wassers auflösen, und diese Flüssigkeit vor ihrer Anwendung kühl werden lassen. Will man sich dieser Beize bedienen, so muß man sie mit einem Pinsel aus Kameelhaaren umrühren, und die Oberfläche des Stahles nach jeder Schichte vollkommen abwaschen. Die Flüssigkeit ist zwar anfangs klar, allein sie trübt sich während ihrer Wirkung auf den Stahl, und daher ist es, wenn es sich um sehr zarte Arbeiten handelt, besser, wenn man die bereits gebrauchte Flüssigkeit weggießt. Die Zeit, während welcher man die Flüssigkeit auf den Stahl einwirken lassen muß, ist verschieden; in 3 Minuten erhält man sehr zarte Tinten, für welche sich diese Beize überhaupt besser eignet, als irgend eine andere. (Journal des connaissances usuelles, März 1834, S. 155.)

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