Titel: Ueber das Bronziren der Flintenläufe.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1834, Band 52, Nr. LVIII./Miszelle 12 (S. 319)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj052/mi052058_12

Ueber das Bronziren der Flintenläufe.

Das Journal des connaissances usuelles, April 1834, S. 202 gibt folgende Vorschriften zum Bronziren der Flintenläufe, wovon die beiden ersten für französische, die lezte hingegen für englische Methoden erklärt werden. – 1) Man reibt Spießglanzbutter mit Olivenöhl ab, und erzeugt auf diese Weise eine Art von Seife, womit man die Flintenläufe mit einem weichen Tuche so abreibt, daß überall eine gleichmäßige Schichte davon zurükbleibt. In diesem Zustande läßt man die Laufe bis zum nächsten Tage, wo man sie dann, nachdem sie sich mit Rost überzogen, überall mit einem beöhlten Tuche abwischt. Sie nehmen hiedurch eine schmuzige graue Farbe an, und man wiederholt daher das oben angegebene Verfahren so lange, bis die gewünschte braune Farbe zum Vorscheine kommt. Die Seife soll nie für mehr dann 2 oder 3 Tage bereitet werden, weil sie sich schnell zersezt. – Man vermengt 2 Unzen verdünnte Salpetersäure, 1/4 Unze Stahltinctur (wahrscheinlich die Stahl'sche alkalische Eisentinctur), 1/2 Unze Kupfervitriol, und 1 1/2 Schoppen Wasser. Nach jeder Schichte, welche man von dieser Flüssigkeit aufträgt, läßt man die Flintenläufe troknen, und nachdem dieß geschehen, reibt man sie überall mit einer eisernen Krazbürste und hierauf mit einer steifen Haarbürste ab. – 3) Man reibe den Flintenlauf, nachdem man vorne ein Stük Holz, welches zum Festhalten dient, in denselben gestekt, mit Papier, welches mit feinem Schmirgel überzogen worden, ab, damit auf diese Weise alle fetten Substanzen, die sich allenfalls auf dem Laufe befinden, entfernt werden. Dann werfe man eine halbe Unze zerdrükten Schwefel auf ein gelindes Feuer, und seze den Lauf überall gleichmäßig den sich entwikelnden Schwefeldämpfen aus. Hierauf lasse man denselben bis zum nächsten Tage an einem feuchten Orte stehen, damit er sich mit Rost überziehe. Dieser Rost wird mit dem Finger gleichmäßig über die ganze Oberfläche ausgebreitet, worauf man den Lauf noch einen Tag lang in diesem Zustande stehen läßt, und endlich mit einer flachen Bürste und mit Wachs polirt.

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