Titel: Notiz für Kohlenbrenner.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1834, Band 52, Nr. LVIII./Miszelle 13 (S. 319–320)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj052/mi052058_13
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Notiz für Kohlenbrenner.

Das Journal dos connaissances usuelles, März 1834, S. 154, enthält einen Artikel über ein sogenanntes sehr einfaches Verfahren, welches die Kohlenbrenner in Bayern und Hessen zur Gewinnung des Holzessiges befolgen. Wir wissen zwar, daß ein Theil dieses Verfahrens von manchen unserer Kohlenbrenner befolgt wird; allein wir wissen auch, daß sie die Producte, die sie hierbei erhalten, zum Theil gar nicht kennen, zum Theil nicht zu benuzen wissen. Aus diesem Grunde nehmen wir daher auch keinen Anstand, aus erwähntem Artikel folgenden Auszug mitzutheilen. – Man bedekt die Kohlenmeiler, die nach der gewöhnlichen Methode aufgebaut sind, mit Kohlenpulver, und überzieht sie dann außen mit einer Schichte kalkhaltigen Thones oder Mergels, oder in Ermangelung dessen mit Thon, der mit 5 bis 6 Procent Kreide angerührt worden. Der Holzessig, der sich nach dem Entzünden des Holzes entwikelt, reinigt sich bei dem Durchgange durch die Kohlenschichte, und verbindet sich mit der Mergeldeke, aus der das Salz dann, gleichwie man Salpeter und andere Salze auslaugt, ausgezogen werden kann. Der essigsaure Kalk, den man durch das Auslaugen gewinnt, ist beinahe rein, und kann leicht noch mehr gereiniget werden, worauf man dann die Essigsäure auf gewöhnliche Weise durch Schwefelsäure daraus abscheidet. – Man gewinnt bei diesem Verfahren zwar bei weitem nicht so viel Holzessig, als man bei der trokenen Destillation des Holzes in verschlossenen Gefäßen gewinnt; allein man bedarf hier keiner kostspieligen Vorrichtungen, die den gemeinen Mann und kleineren Fabrikanten so oft abschreken. Uebrigens findet der essigsaure Kalk selbst in den Färbereien eine sehr vortheilhafte Anwendung, so daß die beschriebene Methode denselben zu gewinnen allgemein bekannt zu werden verdient.

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