Titel: Dr. Arnold's akustischer Telegraph.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1834, Band 52, Nr. LVIII./Miszelle 3 (S. 314)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj052/mi052058_3

Dr. Arnold's akustischer Telegraph.

Hr. Dr. Arnold hat sich längere Zeit mit sehr interessanten Forschungen über den Schall beschäftigt, und ist hienach der Ueberzeugung, daß man sehr wohl Apparate herstellen könne, mit deren Hülfe die Mittheilung auf sehr entfernte Streken durch die Sprache geschehen kann, so daß die gegenwärtigen Telegraphen, welche so sehr von dem Zustande der Witterung abhängig sind, entbehrlich würden. Der gelehrte Herr Doctor erzählt die Umstände, die ihn auf die Idee der akustischen Telegraphen brachten, auf folgende Weise. „Ich befand mich eines Tages zur See, als einer der Matrosen, die auf dem Verdeke waren, ausrief, er höre Glokengeläute. Ich wollte dielt nicht glauben, da das Schiff 100 Meilen von der Küste entfernt war, da ich jedoch bemerkte, daß der Wind vom Lande blies, und daß die Segel dadurch concav aufgeblasen wurden, so stellte ich mich beiläufig in den Brennpunkt der Segelwölbung, wo ich zu meinem Erstaunen das Glokengeläute gleichfalls sehr deutlich vernahm. Ich notirte mir Tag und Stunde genau, und erfuhr später, daß man um dieselbe Zeit zu Rio wegen eines Festes wirklich mit allen Gloken geläutet habe. Ein ander Mal hörte ich über einen 7 Meilen breiten See herüber das Geschrei der Fischer und das Geräusch der Ruder. Ich bin daher vollkommen überzeugt, daß wenn man in irgend einer Höhe einen concaven Spiegel errichten, und gegen diesen Spiegel ein parabolisches Sprachrohr richten würde, Jedermann, der sich in dem Brennpunkte dieses Spiegels befände, die Laute, welche Jemand durch das Sprachrohr ausstößt, vollkommen deutlich vernehmen würde.“ (Recuiel industriel, März 1834, S. 196.)

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