Titel: Ueber die Fabrikation von chinesischem Papiere in Frankreich.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1834, Band 52, Nr. LVIII./Miszelle 7 (S. 316–317)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj052/mi052058_7

Ueber die Fabrikation von chinesischem Papiere in Frankreich.

Wir haben im Polyt. Journale Bd. XLIV. S. 67 das von der Société d'encouragement mit dem Preise gekrönte Verfahren, nach welchem Hr. Delapierre |317| aus Bambus, Schilf und Binsen chinesisches Papier bereitet, mitgetheilt, und freuen uns, unseren Lesern bekannt machen zu können, daß dieser neue Industriezweig nun in Frankreich wirklich Wurzel gefaßt hat. Die Papier-Fabrik zu Cocharcon erzeugt nämlich gegenwärtig solches chinesisches Papier, welches in Hinsicht auf Weiche, Geschmeidigkeit und seidenartiges Aussehen dem ächten chinesischen Papiere nicht nachsteht, und welches den Anforderungen der Künstler vollkommen Genüge leistet. Man wird solches Papier bei der nächsten Industrieausstellung vorlegen, wo dasselbe gewiß großen Beifall ernten wird. Die Inhaber der erwähnten Fabrik verwenden sowohl Schilf, als Binsen, von denen ihnen die benachbarten Sümpfe große Massen liefern) sie schneiden diese Substanzen in Stüke, und werfen dieselben in Gruben, welche mit Kalkwasser gefüllt sind, und in welchen deren Zersezung durch die Einwirkung des Kalkes auf den Schleim der Pflanzen nach längerer oder kürzerer Zeit bewirkt wird. Wenn die Masse gehörig weich geworden, so nehmen sie sie aus den Gruben, und geben sie, nachdem sie ausgedrükt worden, in Fässer; sie kann in diesem Zustande gleich Lumpen verwendet und versandt werden. Da das Schilfrohr an und für sich einen schleimigen Bestandtheil enthält, so ist das Papier von Natur aus geleimt. – Wir glauben unsere deutschen Papierfabrikanten, und besonders unsere süddeutschen, welche über große Massen Schilf und Binsen disponiren können, abermals, wie schon vor 2 Jahren auf diesen Industriezweig dringend aufmerksam machen zu müssen.

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