Titel: Ueber die Zusammensezung der sogenannten englischen Kugeln für Pferde.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1834, Band 52, Nr. LXXIII./Miszelle 5 (S. 396–397)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj052/mi052073_5

Ueber die Zusammensezung der sogenannten englischen Kugeln für Pferde.

Man bedient sich in England allgemein einer eigenen Composition, aus der man Kugeln formt, von denen man den Pferden, und besonders den Jagdpferden des Morgens 2 bis 3 Stüke verschlingen macht, um sie dadurch in Stand zu |397| sezen den ganzen Tag ohne Nahrung und Getränk aushalten zu können. Man bereitet diese Kugeln, welche leider auch als ein Universalheilmittel für alle Pferdekrankheiten gelten, und welche, so viel wir wissen, bereits auch von vielen deutschen Pferdehändlern angewendet werden, auf folgende Weise. Man nimmt ein Pfund Feigen, Fenchel, Anis und Tormentill, von jedem 5 Unzen; Schwefelblumen, Süßholz, Hirschhorn, Alantwurzel, von jedem 4 Unzen. Die Feigen werden in Stüke geschnitten, die übrigen Ingredienzien aber gepulvert und dann vermengt. Hierauf bereitet man sich einen Absud von Isop und Hufattig in weißem Weine, dem man über dem Feuer Süßholzextract, Zuker, Syrup und Honig, zu je 4 Unzen zusezt. Dieser Absud wird auf das angegebene Pulver gegossen, mit 2 Unzen Anisöhl und etwas Mehl versezt, um aus dem Ganzen einen diken Teig bilden zu können, den man endlich in ein irdenes Gefäß gibt, und um ihn gegen den Schimmel zu schüzen mit 1/4 Pfund Olivenöhl übergießt. Von diesem Teige läßt man das Pferd Morgens eine Kugel von der Größe eines Hühnereies verschlingen, und gibt man ihm noch eine zweite solche Kugel nach, so kann man sicher seyn, daß es den ganzen Tag aushält, ohne Nahrung oder Trank zu bedürfen. Wie oft dieses Experiment aber ohne Nachtheil für die Gesundheit des Pferdes wiederholt werden kann, wird nicht gesagt. (Aus dem Journal des connaissances usuelles. April 1834.)

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