Titel: Ueber das Rösten des Flachses.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1834, Band 52, Nr. LXXIII./Miszelle 7 (S. 398)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj052/mi052073_7

Ueber das Rösten des Flachses.

In dem Berichte, welcher der Société d'encouragement zu Paris über die Resultate der Preisaufgabe, die hinsichtlich des Röstens des Flachses für das Jahr 1833 ausgeschrieben worden, und welche von keinem der Concurrenten genügend gelöst wurde, erstattet worden, macht der Berichterstatter auf folgenden wichtigen Punkt aufmerksam. Mehrere authentische Versuche, die man in einem Berichte, der der Kammer der Vereinigten Staaten über denselben Gegenstand vorgelegt worden, angegeben findet, so wie verschiedene andere Thatsachen scheinen zu beweisen, daß die Flachsfasern, welche mechanisch ohne alle Röstung ausgezogen worden, oder welche gewonnen wurden, nachdem der Lein eine gewisse Zeit über auf Erde, Gras oder Schnee gelegt der Luft ausgesezt gewesen, nicht so viel Stärke besizen, und keinen so großen Widerstand leisten, als wie jener Flachs, der zum Behufe des Röstens vollkommen unter Wasser getaucht worden. Erstens bleiben nämlich die auflöslichen Substanzen an den Fasern hängen, und verursachen, nachdem sie troken geworden, durch ihr Zerbrechen ein Zerreißen einzelner kleiner Fasern. Der auf diese Weise behandelte Flachs behält zwar eine Art von Leim oder von Schlichte, die ihn stärker aussehen macht; allein dieser Schein trügt, denn die Substanz, welche diese Schlichte bildet, verändert sich leicht, verdirbt, und bewirkt dadurch auch eine nachtheilige Veränderung in den faserigen Theilen, die mit ihr in Berührung stehen, so daß die Zeuge, die Faden und die Strike dadurch an Zusammenhang verlieren, und weit weniger Widerstand leisten, als sie leisten würden, wenn der Flachs oder Hanf in Wasser geröstet worden wäre. Zweitens endlich bringen die häufigen und schnellen Veränderungen in der Temperatur oder Feuchtigkeit der Luft eine ungleiche Veränderung der Stärke der Fasern hervor, wodurch die Güte der aus denselben gesponnenen und gewebten Zeuge nothwendig bedeutend beeinträchtigt werden muß. (Bulletin de la Société d'encouragement. December 1833, S. 408.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: