Titel: Ueber den schädlichen Einfluß alter Eichenwurzeln auf die Vegetation.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1834, Band 52, Nr. LXXIII./Miszelle 8 (S. 398–399)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj052/mi052073_8

Ueber den schädlichen Einfluß alter Eichenwurzeln auf die Vegetation.

In der Januarsizung der Société royale d'agriculture zu Paris entspann sich eine Discussion über eine Notiz, die Hr. Silvestre der Sohn in Betreff der nachtheiligen Wirkung, welche alte todte, in der Erde belassene und in nasser Zersezung begriffene Eichenwurzeln auf junge Baumchen äußern, die an dieselben Stellen gepflanzt wurden, an welchen sich früher Eichenstämme befanden, vorgelesen hatte. Das Wesentliche, was hierüber geäußert wurde, ist dem Recueil industriel, März 1834, S. 222 gemäß Folgendes: Hr. Vilmorin erklärte im Namen der Commission, die mit der Prüfung dieser Notiz beauftragt war, daß sich diese schädliche Wirkung nicht läugnen lasse, und daß sie wahrscheinlich der großen Menge Tannin oder Gerbestoff, die in dem Eichenholze enthalten ist, zuzuschreiben seyn dürfte. Dagegen bemerkte aber Hr. Chevreul, daß auch andere Bäume, wie z.B. der achte Kastanienbaum, eine große Menge Tannin |399| enthalten, und doch nicht die den Eichen zugeschriebene Wirkung hervorbrächten. Hr. Payen erklärte, daß er sich eben gegenwärtig mit Versucher, über die Wirkungen, welche Tannin, Säuren und Alkalien, wenn man sie mit der Erde vermengt, auf das Keimen und die Vegetation hervorbringen, beschäftige, und daß er deren Resultate seiner Zeit vorlegen werde. Hr. Dubois bemerkte, daß er sowohl in seinen eigenen Garten, als in den Baumschulen von Vitry häufig die fragliche nachtheilige Wirkung beobachtet habe; daß sie aber nichts anderem, als der Entwikelung von kleinen Schmarozerpilzen, die sich auf den Wurzeln der Bäume zeigten, zuzuschreiben seyen; und daß man diese Wirkung nie auf Stellen, die vorher mit Ulmen bepflanzt gewesen, bemerke. – Die HH. Séguier und de la Doucette gaben hingegen Thatsachen an, die da beweisen, daß wenigstens hier und da Pflanzungen von Bäumen an Orten, die früher mit Eichen besezt waren, sehr gut gediehen. Die Gesellschaft kam zu keinem Beschlusse und will noch weitere Angaben über diesen Gegenstand abwarten.

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