Titel: Burden's großes Dampffloß von Hrn. Alfred Canning als seine Erfindung in Anspruch genommen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1834, Band 52, Nr. LXXXVII./Miszelle 3 (S. 462–463)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj052/mi052087_3

Burden's großes Dampffloß von Hrn. Alfred Canning als seine Erfindung in Anspruch genommen.

Wir haben kürzlich in unserm Journale eine kurze Beschreibung des großen Dampffloßes, mit welchem Hr. Burden die Fahrt auf dem Hudson in den Vereinigten Staaten betreiben will, und welches er als seine eigene Erfindung ausgab, bekannt gemacht. Es sind uns seither keine weiteren Berichte über die Leistungen dieses merkwürdigen Fahrzeuges zugekommen, wohl aber fanden wir im Mechanics' Magazine Nro. 554 einen Artikel, in welchem Hr. Alfred Canning zu London, Holborn, dieses Floß als seine Erfindung in Anspruch nimmt. Ob Hr. Canning, den unsere Leser bereits durch sein Rettungsfloß und andere Gegenstände aus unserem Journale kennen, das Recht auf seiner Seite hat, mögen sie selbst beurtheilen. Ich kam, sagt nämlich Hr. Canning, schon im Jahre 1817 auf die Idee eines vollkommen ähnlichen Floßes, und baute dasselbe das nächste Jahr darauf auch wirklich im Kleinen zu Paris. Ich nahm 2 Balken von 30 Fuß Länge, 12 Zoll Breite und 6 Zoll Dike, gab ihnen die Form eines kleinen Bootes, und verband sie in einer Entfernung von 5 Fuß von einander durch ein Verdek, welches auf 4 Pfosten von 7 Fuß Länge ruhte. Diese Pfosten ragten beiläufig 4 Fuß hoch über das Verdek empor, und dienten zum Zusammenhalten des ganzen Gebälkes, indem ich sowohl durch Löcher in den Enden dieser Pfosten als durch Löcher in dem Verdeke gekreuzte Taue laufen ließ. Mit diesem kleinen Modelle stellte ich sowohl mit Rudern, als mit Segeln und mit Ruderrädern, die ich durch die Füße in Bewegung sezen ließ, verschiedene Versuche an, die meine Erwartungen in Hinsicht auf die Geschwindigkeit des Laufes dieses Fahrzeuges |463| übertrafen. Prinz Joseph de Chimay, seine Söhne und andere ausgezeichnete Personen waren Zeugen derselben. Dieser glükliche Erfolg und die Vorzüge, die ein Fahrzeug dieser Art nach meiner Ansicht vor allen übrigen Arten von Booten voraus haben müßte, indem es weder untersinken noch umschlagen etc. konnte, bestimmten mich zu dem Baue eines größeren Floßes, welches ich durch Dampf betreiben wollte. Leider war ich aber wegen der Eifersucht der Schiffer auf der Seine, die sich auf den Präfecten einen nicht unbedeutenden Einfluß zu verschaffen gewußt hatten, nicht so glüklich, die Erlaubniß zu erhalten, mein Fahrzeug auf die Seine zu bringen. Da ich unmittelbar hierauf von Paris abzureisen gezwungen war, so ließ ich mein Floß unter der Aufsicht des Bootführers Laporte unter den Fenstern der Tuillerien zurük, und von diesem Manne erfuhr ich später, daß sich mehrere Fremde, namentlich Amerikaner, nach meinem Fahrzeuge erkundigt hätten, daß zwei dieser lezteren sogar eine Zeichnung davon aufnahmen, und bemerkten, daß ein dergleichen Floß sich für die Fahrt auf den großen amerikanischen Seen vortrefflich eignen müßte. Ich kann also hienach, schließt Hr. Canning, kaum zweifeln, daß meine Idee nach Amerika übergetragen wurde, und daselbst zu dem Baue des Floßes des Hrn. Burden, dessen Verdienste mithin mir gebühren, Anlaß gab.

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