Titel: Professor Quetin's neuer Wagen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1834, Band 52, Nr. LXXXVII./Miszelle 4 (S. 463)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj052/mi052087_4

Professor Quetin's neuer Wagen.

Wir haben schon in einem früheren Hefte unseres Journales angezeigt, daß sich Hr. Louis Quetin, Professor der Mathematik zu London, am 25. Julius 1829 ein Patent auf ein neues oder verbessertes Fuhrwerk geben ließ. Keine englische Zeitschrift hat bisher noch von dieser Erfindung gesprochen; erst das neueste Supplement des London Journal gibt S. 181 eine kurze Notiz darüber, aus der jedoch hervorgeht, daß selbst Hr. Newton die Patenterklärung nicht zu entziffern im Stande ist, und daß, wie uns den dunkeln Andeutungen zufolge scheint, die ganze Erfindung ein unerhörter Plunder ist. Folgendes wird als Beweis hiefür genügen. Der angebliche Wagen soll auf einem einzigen breiten Rade oder vielmehr auf einer bauchigen Walze laufen, an deren beiden Seiten die verlängerte Achse hervorragt. An dieser Achse soll ein starkes, horizontales, rechtekiges Gestell mit aufrechten Pfosten, welches das Rad umgibt, und in welchem sich die Kutschenkasten, die Behälter für die Bagage etc. befinden, angebracht werden. Alles dieß muß so genau balancirt seyn, daß das ganze Gewicht von dem Rade oder der Rolle in der Mitte getragen wird. Da das Fuhrwerk bei seinen Fahrten auf den Straßen manche Erschütterungen erleiden wird, wodurch sich dasselbe bald auf die eine, bald auf die andere Seite neigen kann, so sollen unter den Behältern oder Magazinen Gegenreibungsrollen angebracht werden, die mit dem Boden in Berührung kommen, und auf diese Weise das Fortrollen des Wagens erleichtern! Der Wagen soll auch eine Deichsel haben, und von Pferden gezogen werden. – So bizarr und widersinnig manche der neueren englischen Erfindungen sind, so trifft doch dieser Vorwurf hier nicht den ehrenwerthen Professor der Mathematik, der als Patentträger figurirt, indem er ausdrüklich erklärt, daß er das Patent für einen im Auslande wohnenden Fremden nahm.

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