Titel: Einfluß der neueren Verbindungen unter den Handwerkern etc.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1834, Band 53, Nr. XIII. (S. 55–62)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj053/ar053013

XIII. Ueber den Einfluß der neueren Verbindungen unter den Handwerkern auf die Erfindung und Anwendung von Maschinen, und über die Benuzung der Dampfmaschine bei Bauten.

Aus dem Mechanics' Magazine, No. 556, S. 8.17)

Da beinahe unter allen Classen von Handarbeitern eine große Feindseligkeit gegen die Maschinen zu den vorherrschenden Stimmungen gehört, so war wohl ganz natürlich zu erwarten, daß die unter ihnen entstandenen Vereine und Verbindungen ihr Streben hauptsächlich auf eine Unterdrückung der Maschinen richten würden. Dieses Streben, welches sich wirklich an vielen Orten schon thätlich beurkundete, hat jedoch nichts weniger als das bezwekt, was man erreichen wollte; es führte nicht nur nicht zu dem Zweke, den man sich gesezt hatte, sondern gerade zum Gegentheile; ja man kann sagen, daß mehrere unserer schäzbarsten, wichtigsten und sinnreichsten Erfindungen im Felde des Maschinenbaues ihre Existenz großen Theils |56| dem Thun und Treiben dieser ihr eigenes Interesse verkennenden Verbindungen zu verdanken haben.

Die Baumwollwaarenfabrikation gibt eines der merkwürdigsten und auffallendsten Beispiele für die eben gemachte Behauptung. Die Fabrikanten und Meister, überdrüssig der Tyrannei, welche die Vereine der Spinner über sie ausübten, und überzeugt von dem Nachtheile, der ihrem Gewerbe dadurch erwachse, wendeten sich, um diesen Unannehmlichkeiten zu entgehen, schon vor mehreren Jahren an die Maschinenbauer, und forderten dieselben auf, eine selbstthätige Spinnmühle, d.h. eine Spinnmaschine, die ihre Arbeiten ohne Beihülfe eines Spinners vollbringt, zu erfinden. Man hielt diese Aufgabe lange für unlösbar; die Schwierigkeiten, die der Ausführung einer solchen Maschine im Wege standen, schienen selbst dem erfinderischsten mechanischen Genie unübersteiglich, bis die Mechaniker endlich doch nach und nach alle Hindernisse überwanden, und bis es Hrn. Roberts, einem der ersten Mechaniker zu Manchester, gelang, die Erfindung zur Reife und Vollkommenheit zu bringen. Das Außerordentliche der Leistungen dieser Maschine besteht hauptsächlich in der Art und Weise, auf welche sie die Bewegung der Spindeln regulirt, wenn die Mule in ihr Gestell zurükkehrt. Während dieses rükgängigen Laufes, durch welchen die Mule beiläufig drei Mal in einer Minute über einen Raum von 4 1/4 Fuß geführt wird, wechselt die Geschwindigkeit der Spindeln nämlich fortwährend, und dieß dauert so viele Stunden hindurch, als sich dieselben mit Fäden füllen: die Spindeln zeigen, um mathematisch zu sprechen, eine wahre Fluxion der Bewegung; denn ihre Geschwindigkeit ist in keinem von zwei auf einander folgenden Zeiträumen, wie kurz der Zwischenraum zwischen denselben auch seyn mag, immer eine und dieselbe. Man kann diese Maschine bereits in mehreren Spinnmühlen im Gange sehen, und überall gibt sie Resultate, wie man sie von dem menschlichen Genie nur immer erwarten konnte.

Folgende Antworten, die Hr. Graham, ein schottischer Fabrikant, vor jener Commission gab, die bei dem lezten Parliamente mit einer Untersuchung der Fabriken und des Handels beauftragt war, wird zeigen, wie die Arbeiter die Fabrikanten geradezu zur Anschaffung dieser Maschine zwingen.

„Wir zahlen in Glasgow den Spinnern einen weit höheren Lohn, als man ihn in England für dieselben Nummern bezahlt, und deßhalb wurden wir gezwungen, unsere Zuflucht zu Maschinen, bei welchen die Spinner entbehrlich werden, zu nehmen.“

„Fr. Ist Ihnen irgend eine Spinnmühle bekannt, deren Eigenthümer die alten Maschinen wegen der Handwerkervereine aufgaben, |57| und neue selbstthätige Maschinen dafür einführten? Antw. Ja, ich that dieß selbst.“

„Fr. Haben Sie die selbstthätige Mule eingeführt, um von den Handwerkervereinen unabhängig zu werden? – Antw. Ich habe, bevor ich diese Maschine in meiner Fabrik einführte, die Plane derselben meinen Arbeitern vorgelegt, und ihnen gesagt: „Ihr treibt uns entweder zur Annahme dieser Maschinen oder zum Bankerott, oder ihr bringt uns dazu, daß wir unser Gewerbe einstellen. Ich werde mir eine selbstthätige Mule von Manchester kommen lassen; allein ich werde auch der lezte seyn, der damit fabricirt, wenn ihr um denselben Lohn arbeiten wollt, den die Arbeiter in Lancashire beziehen.“ Alles dieß war aber vergebens, und ich erhielt weiter keine Antwort als folgende: „Das hilft Alles nichts; wir haben beschlossen, unseren Arbeitslohn nicht vermindern zu lassen.“

Die Einführung dieser Erfindung wird der Union der Spinner einen tödtlichen Schlag versezen, und die Mitglieder derselben werden sich dann ihren Untergang lediglich selbst zuzuschreiben haben. Die fragliche Maschine kommt nun immer mehr und mehr in Schwung; man fand, daß sie den Fabrikanten nicht nur von seinen Arbeitern unabhängig macht, sondern daß sie auch noch mehrere andere Vortheile gewährt, und die Folge hievon wird seyn, daß selbst der Name der Baumwollspinner und ihre Thorheiten in Zukunft nur mehr geschichtlich bekannt seyn werden.

Das Austreten der Arbeiter im Lancashire aus den Diensten der Baumeister hat zu einer neuen sonderbaren und merkwürdigen Anwendung der Dampfmaschine geführt; nämlich zur Benuzung dieser Kraft anstatt der Menschenhände, um beim Aufführen von Bauten verschiedene Baumaterialien auf die höchsten Gerüste und überall hin, wo man ihrer bedarf, zu schaffen. So wird z.B. gegenwärtig das herrliche Mauthgebäude zu Liverpool mit Hülfe des Dampfes aufgebaut. Wir halten diese Sache für so wichtig, daß wir keinen Anstand nehmen, folgendes Schreiben eines der Baumeister dieses Gebäudes, des Hrn. Samuel Holme, der anfänglich durch die Widerspenstigkeit der Arbeiter großen Schaden litt, bekannt zu machen.

„Vor beiläufig 2 Jahren fingen die Maurer, die ich bei dem Baue des neuen Mauthgebäudes zu Liverpool verwendete, an, einige Zeichen von Unzufriedenheit und Widerspenstigkeit zu geben. Das Gebäude war sehr groß, erforderte außerordentlich viele Arbeit, und ich fand, daß die Arbeiter in dem Maße an Fleiß und Sorgfalt nachließen, als der Bau mehr drängte, so zwar, daß sie zuweilen nicht ein Mal so viel arbeiteten, als zur Dekung ihres Lohnes nöthig war. Ich forschte nach einem Mittel, wodurch diesem Uebelstande |58| abgeholfen werden könnte, indem ich wohl wußte, daß durch Maßregeln der Strenge die Sache nicht verbessert, sondern vielleicht eher ein offener Aufruhr der Arbeiter herbeigeführt werden würde. Da ich ungefähr in einer Entfernung von 35 Yards von der Fronte des Gebäudes eine Dampfmaschine von 7 Pferdekräften, welche zur Vermengung des Kalkes und Sandes zu Mörtel und zur Erzeugung von Schrotmehl (grout) diente, zur Disposition hatte, so verlängerte ich die Welle der Mühle und befestigte eine Trommel an ihr. An dieser Trommel machte ich eine Kette fest, welche von einem Führer (break) geleitet, in einen hohlen, unter der Erde befindlichen Behälter geführt, und mit einem Querbalken verbunden wurde, der in der Höhe des Gebäudes von zwei aufrechten Pfosten getragen wurde. Es wurden dann 300 Ziegel in eine vierekige Kiste gelegt, an die Kette angeschlungen, und darauf ein Versuch mit der Maschine angestellt. Die Ziegel wurden auf diese Weise vortrefflich emporgeschafft, und in der Höhe des Gebäudes auf Karren, die auf leichten Eisenbahnen liefen, an Ort und Stelle geschafft. Als Resultat ergab sich, daß zwei Arbeiter hinreichend waren, um die Kisten unten mit Steinen zu füllen und an die Kette zu schlingen; und daß 2 Arbeiter oben genügten, um dieselben in Empfang zu nehmen, und sie, obwohl sie 23 Centner wogen, mit Leichtigkeit auf der Eisenbahn an Ort und Stelle zu schaffen. Ich ersparte auf diese Weise mit einer Ausgabe von 100 Pfd. für Maschinerien auf ein Mal 20 Handlanger. Die übrigen Arbeiter waren nun lange Zeit ruhig, und würden es wahrscheinlich auch geblieben seyn, wenn sie nicht von den Unionisten wider ihren Willen zur Widerspenstigkeit gezwungen worden wären. Die erwähnte Vorrichtung arbeitete so gut, daß sie, wenn sie ein Mal in voller Thätigkeit war, täglich 16,000 Ziegel und 7 bis 8 Tonnen Mörtel in die Höhe schaffte, abgesehen von den übrigen Arbeiten, die sie vollbrachte. Sie kann sich jedoch nur bei großen Bauten rentiren, indem bei kleineren Bauten das Fixiren der Maschine zu hoch zu stehen kommen würde. Man verfertigt übrigens gegenwärtig kleine Hochdrukdampfmaschinen, die nur 3 Quadratfuß einnehmen, täglich beiläufig einen Centner Kohle verzehren, sich leicht auf kleinen Karren transportiren lassen, und dabei im Stande sind, 25 Centner mit genügender Geschwindigkeit auf jede beliebige Höhe zu heben; wollte man übrigens auch dieß nicht, so bin ich überzeugt, daß ein Pferd mit einem Taue und einer Rolle eine wohlfeilere und bessere Arbeit liefern wird, als man sie mit Menschenhänden zu erzielen im Stande ist.“

„Der Baumeister, der die Steinarbeiten an dem neuen Mauthgebäude übernommen, schafft alle seine Materialien, unter denen sich |59| Steine von 1 bis zu 11 Tonnen im Gewichte befinden, mit Hülfe einer kleinen Maschine, welche, wie ich glaube, 8 Pferdekräfte hat, und die er für 150 Pfd. Sterl. anschaffte, während die übrige Maschinerie beiläufig 200 Pfd. kostete, mit Leichtigkeit bis auf den Giebel des Gebäudes. Seine Maschine ist eben so, wie die meinige stationär; die Taue laufen um das Gebäude zu der Stelle, wo die Arbeit vor sich geht, und obschon sie zuweilen an 500 Fuß lang sind, so verursacht dieß doch nicht die mindeste Schwierigkeit. Wir benuzen die Maschine seither zum Emporschaffen von Ziegeln, Eisen, hölzernen Balken etc., und befinden uns dabei sehr gut; die Maschine ist leichter zu behandeln und höflicher, als die Handlanger; sie ist leichter zu unterhalten, hält ihre Stunden genauer ein, trinkt keinen Branntwein, und wird nie müde; auch arbeitet sie bei großen Gebäuden wohlfeiler und schneller, als die Menschenhände. Die Zeit, welche die Arbeiter beim Herabsteigen von den Gerüsten verlieren, die Langsamkeit, mit der sie hinansteigen, weil ein großer Theil ihrer Kraft unter diesen Umständen als zur Ueberwindung der Schwere ihres eigenen Körpers erforderlich verloren geht, sind gleichfalls Dinge, welche sehr zu Gunsten der Dampfmaschine sprechen. Ich fürchte gegenwärtig das Entlaufen der Handlanger nicht länger; denn ich habe mich überzeugt, daß man auch ohne sie sehr gut zu Stande kommen kann; ja ich habe gefunden, daß sich noch in mancher anderer Hinsicht bei Bauten durch Anwendung der Maschinen an Handarbeit ersparen läßt, und ich würde mich dieser Erfindungen alsogleich bedienen, wenn mich die Arbeiter durch ihr Benehmen dazu veranlassen würden. Ich bin überzeugt, daß auch viele andere Gewerbsmänner und Fabrikanten lediglich durch die Umtriebe der Arbeiter zur Erfindung und Anwendung von Maschinen kamen, an die sie sonst wahrscheinlich nie gedacht haben würden. Obschon nämlich ich für meine Person der Ansicht bin, daß Verbesserungen in der Mechanik dem Arbeiter nie wesentlich schaden werden, so würde ich für meine Person doch ein zu rasches Einführen von Maschinen, die das verrichten sollen, was früher von Menschenhänden bewerkstelligt wurde, um nicht eine größere Anzahl von Arbeitern plözlich brodlos zu machen, in so lange vermeiden, als ich nicht durch die Thorheiten dieser Leute förmlich dazu gezwungen würde. Ich bin überzeugt, daß einiger weiterer Ungestüm der Handlanger und Maurer und das Verlangen derselben nach höherem Lohne in Kurzem zu einer allgemeinen Anwendung der Dampfmaschinen bei Bauten führen wird; und ich bin ferner überzeugt, daß diese neue Benuzung der Maschinen unter ähnlichen Umständen immer mehr an Ausdehnung gewinnen wird und muß. Zwei stationäre Dampfmaschinen würden z.B., |60| wenn sie an den Doken angebracht würden, und wenn von ihnen aus längs der Quai's Wellen und Trommeln liefen, zum Ausladen der Waaren aus den Schiffen hinreichen, und man würde dann kaum mehr den zehnten Theil der Träger, die gegenwärtig verwendet werden, brauchen. Ich wünsche dieß nicht, sondern ich befürchte, daß es dazu kommen wird.“

Die Maschine, welche kürzlich zum Kämmen der Wolle eingeführt worden, läßt sich gleichfalls als Beispiel und Beweis für das oben Gesagte anführen. Die Union der Wollkämmer war vor beiläufig einem Jahrhundert berühmt, und es wurden daher sogar mehrere Parliamentsacten erlassen, durch welche der Macht und der Gewalt, die diese Verbindung erlangt hatte, so wie den üblen Folgen, die dieses Verhältniß nothwendig mit sich brachte, gesteuert werden sollte. Auch hier geschah es, daß man, um den unbescheidenen Anforderungen der Unionisten zu entgehen, bald mehrere Versuche in der Absicht anstellte, die Wolle lediglich mittelst Maschinen kämmen zu lassen, und so unvollkommen die ersten Resultate auch waren, so brachte man es endlich doch zu einer Vollkommenheit, die die Wollenkämmer ganz entbehrlich macht. Die fragliche Maschine besteht aus zwei großen, mit Nägeln oder Spizen besezten Rädern, welche sich abwechselnd einander nähern und sich von einander entfernen. Die Speichen, Felgen und Naben dieser Räder sind sämmtlich hohl, und auf diese Weise läßt man beständig einen Strom Dampf durch die Maschine strömen, um dadurch alle ihre Theile fortwährend gehörig erwärmt zu erhalten. Auch diese Maschine kommt täglich mehr in Gebrauch; sie liefert eine wohlfeilere und bessere Arbeit, als man sie bei dem alten Verfahren erhielt; sie macht den Fabrikanten von den Launen der Arbeiter unabhängig, und binnen Kurzem werden gewiß auch die Wollenkämmer eben so vom Schauplaze der Industrie verschwinden, wie die Baumwollspinner.

Zwei weitere Belege für die Behauptung, daß die Widerspenstigkeit der Arbeiter zur Erfindung von Maschinen, die die Menschenhände entbehrlich machen, Anlaß gab, erzählt Babbage in seiner trefflichen Economy of Manufactures. Ein solcher Fall ereignete sich nämlich bei der Fabrikation der Flintenläufe; ein anderer hatte bei der Fabrikation von eisernen Rohren im Allgemeinen Statt; und mehrere andere ähnliche ließen sich wahrscheinlich gleichfalls ohne große Mühe auffinden.

Das offenbare und sogleich in die Augen fallende Resultat dieser gezwungenen und unzeitigen Annahme von neuen Maschinen ist, daß die Handarbeit zu schnell verdrängt wird. Statt daß die Verbesserungen und Erfindungen nämlich ihren allmählichen, stufenweisen, |61| natürlichen, und dem allgemeinen Wohl förderlichen Gang gehen, schreiten sie auf diese Weise vielmehr in Sprüngen vorwärts; und die nothwendige Folge davon ist, daß sie die arbeitende Classe in einem Zustande überraschen, in welchem sie auf die Veränderungen, die sie unter diesen Umständen in ihrer Lebensweise vornehmen muß, durchaus nicht vorbereitet war. Die Gegenwirkung hingegen, welche zuweilen von den Handwerksvereinen zum Behufe der Verspätung der Vervollkommnung der Maschinen bewirkt wird, ist so trivial, daß sie kaum einer Erörterung bedarf. Welche Gewalt sich diese Vereine übrigens auch anmaßen mögen, so wird ihr tolles Treiben doch das Uebel noch immer mehr verschlimmern; immer wird dasselbe am Ende zu neuen Maschinen, die die Fabrikanten von den Arbeitern unabhängig machen, führen; und während die Erfindungen auf diese Weise zu der einen Zeit unnatürlich unterdrükt und zurükgehalten werden, werden sie zu der anderen sprungweise vorwärts schreiten, und dadurch viele Interessen beeinträchtigen. Es verhält sich hier mit dem Fabrikenhaushalte wie mit dem ganzen Staatshaushalte im Großen; Staaten, deren Lenker aufrichtig und mit Verstand bemüht waren, ein allmähliches, aber ununterbrochenes Fortschreiten in sämmtlichen Zweigen des Staatslebens zu bewirken, sind ihrem inneren Glüke jederzeit ohne Störung entgegengegangen; während in jenen Staaten, in denen man dem Principe oder vielmehr dem Wahne huldigte: weniger gebildete, weniger aufgeklärte und mit einer gewissen Blindheit befangene Menschen seyen leichter zu regieren, als höher Ausgebildete, in denen man dem Aufschwunge des menschlichen Geistes willkürlich Fesseln anlegen zu können meinte – oder in denen man die sogenannte Erhaltung des Bestehenden, dasselbe mag gut oder schlecht, zeitgemäß oder nicht seyn, höher anschlug, als ein Verbessern des Bestehenden oder als ein allmähliches Hervorrufen von etwas besserem Neuem – gewaltsame Erschütterungen kamen, und kommen mußten, Erschütterungen, die leider in ihren Folgen oft eben so wenig zu wünschen waren, als das Stehenbleiben auf einer niedrigeren Stufe.

Es schiene uns eine wahre Absurdität, wenn man behaupten wollte, daß eine Vervollkommnung unserer Maschinerien der großen Gesellschaft, in der wir leben, wirklich nachtheilig werden, oder eine Verminderung der Arbeit in dem Lande, in dem man sich dieser Maschinen bedient, erzeugen könnte. Man sehe nur auf Manchester, wo man in einem Umkreise von 40 Meilen mehr Menschen zusammengehäuft, und mehr Maschinen, die sämmtlich zur Ersparniß von Menschenhänden bestimmt sind, angehäuft findet, und wo man dessen ungeachtet einen großen Theils bedeutend hohen Arbeitslohn bezahlt. |62| Die Einführung von neuen Maschinen erzeugt allerdings eine vorübergehende Beeinträchtigung der Individuen, die dadurch ihre Arbeit verlieren oder verändern müssen; allein diese Beeinträchtigung wird, wie gesagt, höchst unbedeutend und unmerklich seyn, wenn die Einführung dieser Maschinen nur allmählich geschieht, und nicht gewaltsam und plözlich provocirt wird. Die große Masse wird durch die neuen mechanischen Erfindungen unstreitig gewinnen; und da diese Erfindungen großen Theils aus den feindseligen Gesinnungen gegen die Unionen oder Verbindungen der Arbeitsleute entspringen, so kann man sie wohl auch als eine indirecte Folge dieser lezteren betrachten, und dieß ist auch nach unserer Meinung das einzige Gute, was diese Körperschaften als Ersaz für das viele Ungemach, welches sie über England brachten, bewirkten.

Wir entlehnen diesen Aufsaz, sagt das Mechanic's Magazine aus einer Abhandlung, welche kürzlich unter dem Titel: „Character, object and Effect of Trade Unions“ bei Ridgway zu London erschien, und welche mit außerordentlicher Gewandtheit geschrieben ist.

A. d. R.

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