Titel: Ueber das Verhältniß der Sterblichkeit unter den Menschen in verschiedenen Gegenden Europas.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1834, Band 53, Nr. XIV./Miszelle 7 (S. 80)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj053/mi053014_7

Ueber das Verhältniß der Sterblichkeit unter den Menschen in verschiedenen Gegenden Europas.

Aus genauen Forschungen hat sich ergeben, daß in den römischen Staaten und in den alten venetianischen Provinzen jährlich von 28 Menschen 1, in dem übrigen Italien, in Griechenland und in der Türkei von 30 einer, in den Niederlanden, in Frankreich und Preußen von 39 einer, in der Schweiz, in Oesterreich, Portugal und Spanien von 40 einer, im europäischen Rußland und Polen 1 von 44, in Deutschland, Dänemark und Schweden 1 von 45, in Norwegen 1 von 48, in Island 1 von 53, in England 1 von 58 und in Schottland und Irland 1 von 59 stirbt. Es folgt also hieraus, daß in den lachenden und üppigen Ebenen Italiens und unter dem heitern azurblauen Aether Griechenlands die Sterblichkeit beinahe 2 Mal so groß ist, als in dem eisigen Island und in dem kalten, nebeligen Schottland und Irland. Welchen Einfluß übrigens die Fortschritte der Civilisation auf das Verhältniß der Sterblichkeit hatten, ergibt sich aus einer Betrachtung dieses Verhältnisses im Laufe des lezten Jahrhunderts. Nimmt man nämlich England, Deutschland und Frankreich zusammen, so ergibt sich, daß die Mortalität in diesen Ländern am Anfange des gegenwärtigen Jahrhunderts jährlich 1 von 30 war, während sie sich gegenwärtig nur mehr auf 1 von 38 beläuft. In Folge dieses Unterschiedes verminderte sich die Zahl der Todten von 1,900,000 auf weniger als 1,200,000, so daß also um 700,000 Menschen weniger starben, und daß folglich diese bedeutende Menge von Menschen lediglich den Verbesserungen der socialen Verhältnisse ihr Leben verdanken. Immer bleibt es als Grundsaz aufrecht, daß sich das Verhältniß der Sterblichkeit zunächst nach dem Klima, nach der Civilisation der Völker richtet. (Aus dem Edinburgh Philosophical Journal.)

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