Titel: Ueber den Widerstand der Luft gegen schnellfahrende Wagen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1834, Band 53, Nr. XXVIII./Miszelle 7 (S. 157–158)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj053/mi053028_7

Ueber den Widerstand der Luft gegen schnellfahrende Wagen.

Der Streit über Badnall's undulirende Eisenbahn hat nun in den englischen Blättern ein Ende genommen, ohne zu irgend einem entscheidenden Resultate geführt zu haben, was überhaupt nur von gehörig und in etwas großem Maßstabe angestellten Versuchen zu erwarten gewesen wäre. Ob Hr. Badnall |158| einige Capitalisten Englands zu solchen Versuchen zu bewegen im Stande war, darüber schweigen die Blätter seit längerer Zeit, wohl aber enthalten sie von Zeit zu Zeit Aufsäze über den Widerstand, den die Luft bei schneller Bewegung der Wagen leistet, und durch welchen man Badnall's Berechnungen zu Schanden machen wollte. Einer der sonderbarsten Aufsäze findet sich in dieser Hinsicht im Mechanics' Magazine No. 564 von einem Hrn. W. Aldersey mitgetheilt. Der Verf. desselben sucht hier darzuthun, daß der Widerstand, den ein mit einer Geschwindigkeit von 100 Meilen in der Stunde fortrollender Wagen von Seite der Luft erfahren würde, nicht großer seyn könne, als der Widerstand, den ein langsam fahrender Wagen erfahrt, wenn er gegen einer Windströmung, die 100 Meilen in einer Stunde durchjagt, zu fahren hat. Da nun ein Wind von dieser Heftigkeit nur ein sehr unbedeutendes Hinderniß gegen das Gehen und Fahren erzeugt, und nur eine geringe Verspätung hervorbringt, so schließt er hieraus, daß der Widerstand der ruhigen Luft gegen die rasche Bewegung auch nicht so gar groß seyn könne. Er sagt ferner, daß es bis jezt noch unerhört sey, daß man des Windes halber Vorspannpferde gebraucht hätte, was doch gewiß hätte geschehen müssen, wenn der Widerstand der Luft so groß wäre, als man es glauben machen will. – Endlich bemerkt Hr. Aldersey bei dieser Gelegenheit, daß die Eisenbahnen und die Fahrt auf denselben immer noch sehr unvollkommen ist, und daß es feiner Ansicht nach gewiß noch dahin kommen wird, daß man auf ganz ebenen Eisenbahnen, auf denen die Reibung so äußerst gering ist, und bei Winden, deren Geschwindigkeit 60 Meilen in der Minute beträgt, mit Wagen fahren wird, die durch große Segel in Bewegung gesezt werden!!

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