Titel: Neue Laffeten für Kanonen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1834, Band 53, Nr. XXVIII./Miszelle 9 (S. 158–159)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj053/mi053028_9

Neue Laffeten für Kanonen.

Marschall Soult hat in lezterer Zeit unter der Leitung des Hrn. Capitän Thierry einige neue eiserne Laffeten, die sich sowohl für schweres als leichtes Geschüz- eignen sollen, erbauen lassen. Diese Laffeten, mit denen zu Nevers Versuche angestellt wurden, die sehr günstig ausgefallen seyn sollen, bestehen ganz aus Schmiedeisen, sie sind sehr einfach, und nicht schwerer, als die gegenwärtig gebräuchlichen hölzernen Laffeten. Auch die Räder sind ganz aus Eisen gebaut; sie sind leicht und elegant, kosten weniger als hölzerne Räder, und können, wenn ihnen ein Unfall begegnet, leicht an Ort und Stelle ausgebessert werden. Das Vordergestell besteht aus demselben Materiale, wie das Hintergestell, und ist mit einem Munitionskasten aus Schmiedeisen versehen, der, um das Eindringen von Nasse zu verhüten, mit beöhltem Leder ausgefüttert ist. Die Laffete kann durch eine mechanische Kraft, welche mittelst eines einfachen eisernen Hebels erzeugt wird, nach dem Rüklaufe in einer zum abermaligen Laden geeigneten Entfernung auf dem sogenannten Rahmen (chassis) angehalten werden. Nach vollbrachter Ladung und Beseitigung dieser Kraft läuft die Laffete dann von selbst und ohne Beihülfe mit gleichförmiger Bewegung in die Batterie. Capitän Thierry hat auch an dem Rahmen, der gleichfalls aus Eisen besteht, eine solche Einrichtung getroffen, daß der Rüklauf |159| weit geringer wird, als bei irgend einer anderen Vorrichtung, und zwar ohne das Ganze einer zu starken Gewalt dabei auszusezen. Bei einer Ladung von der halben Schwere der Kugel, und bei bloßer Befeuchtung des Rahmens, betrug der Rüklauf nie über 1 Meter und 40 Cent., gegen 56 Zoll. (Aus dem United Service Journal im Mechanics' Magazine No. 565.)

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