Titel: Ueber die Anwendung von Pelletan's Erfindung in Badeanstalten, Färbereien, Brauereien etc.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1834, Band 53, Nr. XLI./Miszelle 13 (S. 235–236)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj053/mi053041_13

Ueber die Anwendung von Pelletan's Erfindung in Badeanstalten, Färbereien, Brauereien etc.

Der Zug der Oefen wurde bisher gewöhnlich durch die Wärme der durch den Rauchfang entweichenden Luft erzeugt, und dadurch ging beinahe die Hälfte der durch das Brennmaterial entwikelten Wärme verloren. Die Dampfkessel geben nämlich nicht mehr als 5 Kilogr. Dampf per 1 Kilogr. Steinkohle, während sie deren doch 10 bis 11 Kilogr. geben könnten, ein Färber, der jährlich für 40,000 Fr. Steinkohlen verbraucht, verliert also bloß deßwegen, damit seine Rauchfänge gehörig ziehen, 20,000 Fr.! Dieser ungeheure Verlust übt auf die Industrie zu Paris eine um so nachtheiligere Wirkung, als die Steinkohlen daselbst sehr theuer sind. Die Dampfmaschinen zu Paris allein verbrennen jährlich um 1 1/2 Million Franken Steinkohlen zu viel. Dieser große Verlust läßt sich durch die Anwendung des Dampfstrahles nach Hrn. Pelletan's Methode49) ersparen; und vorzüglich leicht läßt sich dieses neue System an jenen Anstalten anwenden, wo große Wassermassen zu erhizen sind, wo man Trokenstuben etc. nöthig hat. Man braucht die heiße Luft, die bisher beim Rauchfange entwich, nur mittelst des Dampfstrahles durch horizontale Röhren, welche einen Wasserbehälter durchlaufen, zu leiten, um diesem Wasser auf diese Weise all die Wärme mitzutheilen, die bisher verloren ging. Abgesehen von dieser großen Ersparniß wird der Ofen hiebei aber auch ein rauchverzehrender, und ein und derselbe Apparat entwikelt eine doppelte Wirksamkeit, indem man der Verbrennung die größte Thätigkeit geben kann. Man kann daher von nun an in allen Färbereien, |236| Brauereien, Wäschereien, Badeanstalten etc. 1) die hohen Rauchfänge beseitigen; 2) den Rauch vermeiden; 3) einen Kessel zwei Mal schneller heizen, als es bisher möglich war; 4) endlich die Hälfte des bis jezt nöthigen Brennmateriales ersparen, und alles dieß durch höchst einfache und wenig Unkosten veranlassende Mittel. Ein solcher Pelletan'scher Apparat ist bereits in der Fabrik des Hrn. Beauvisage zu Paris, ile Saint Louis, in Thätigkeit zu sehen, (Journal des connaissances usuelles, Junius 1834, S. 302.)

|235|

Man vergleiche auch Polyt. Journal Bd. LIII. S. 135.

A. d. R.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: