Titel: Ueber die Einwirkung der Kälte auf Gasleitungsröhren.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1834, Band 53, Nr. XLI./Miszelle 22 (S. 239–240)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj053/mi053041_22

Ueber die Einwirkung der Kälte auf Gasleitungsröhren.

Das Mechanics' Magazine, No. 565 enthält einen Aufsaz des Hrn. Wm. Reed zu Peterhoff in Rußland über die Zusammenziehung des Gußeisens in der Kälte, und über die Wirkung der Kälte auf die Leitungsröhren für Steinkohlengas. Da wir in ersterer Hinsicht jedoch nichts Neues daraus entnehmen konnten, so begnügen wir uns unseren Lesern folgenden kurzen Auszug aus dem zweiten Theile desselben mitzutheilen. – Die Kälte, sagt Hr. Reed, betrug im lezten Winter nie über – 25° R.; allein eine solche Kälte ist schon hinreichend, um einen sehr nachtheiligen Einfluß auf die Wasser- und Gasleitungsröhren auszuüben. Sind die Röhren ein Mal gefroren, so thauen sie vor Ende April oder Anfang Mai nicht wieder auf, und selbst im Julius kommt man bei uns in einer Tiefe von 4 Fuß unter der Erde noch auf Eis. Das Steinkohlengas verdichtet sich im Freien bei einer Kälte von 10 bis 12° R. Ein Fabrikant zu St. Petersburg, dessen Anstalt mit Steinkohlengas beleuchtet wird, sagte mir, daß er im Winter mit den Lampen, die sich außen am Gebäude befinden, große Schwierigkeiten habe. An der Fabrik, an der ich mich befinde, sind an dem Haupteingange zwei Gaslampen |240| angebracht; die Gasröhre steigt innerhalb der Mauer des Gebäudes in einer schiefen Richtung nach Abwärts, und zur Aufnahme des verdichteten Gases ist an derselben mittelst einer Schraube eines Hahnes ein kupferner Behälter angebracht. Obschon nun das meiste verdichtete Gas in diesen Behälter gelangt, so ist die Kälte doch so intensiv, daß die Röhre zuweilen bis zu einem Fuße von dem Brenner empor mit einem festen Eisklumpen angefüllt wird, wodurch das Licht nothwendig ausgehen muß. Hieraus allein mag erhellen, mit welchen Schwierigkeiten man in kalten Klimaten in dieser Hinsicht zu kämpfen hat.

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