Titel: Preisaufgaben der Société industrielle zu Mülhausen, worüber in der Generalsizung im Monat Mai 1835, und im März 1836, 1838 und 1840 entschieden wird.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1834, Band 53, Nr. LII./Miszelle 1 (S. 311–315)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj053/mi053052_1

Preisaufgaben der Société industrielle zu Mülhausen, worüber in der Generalsizung im Monat Mai 1835, und im März 1836, 1838 und 1840 entschieden wird.

Chemische Künste.

Von den in früheren Jahren ausgeschriebenen Preisen ist für folgende der Concurs noch offen. Die Abhandlungen, Zeichnungen, Belege, Muster etc. müssen vor dem 15. März an den Präsidenten der Gesellschaft eingesendet werden.

1) Goldene Medaille im Werthe von 500 Franken, für ein schnelles und leicht anwendbares Verfahren, wodurch man den Werth zweier Krappsorten gegen einander bestimmen kann.

2) Goldene Medaille im Werthe von 1500 Franken (von Hrn. Daniel Koechlin-Schouch gegründet), für eine Methode den Färbestoff des Krapps abzuscheiden, und dadurch die Menge desselben in einer gegebenen Menge Krapp zu bestimmen.

3) Bronzene Medaille für eine Abhandlung über die Ursachen der Selbstentzündung fetter Baumwolle.

4) Bronzene Medaille für die beste Abhandlung über das Bleichen der Baumwollzeuge.

5) Bronzene Medaille für die beste Abhandlung über die Fabrikation des Adrianopelroths.

6) Bronzene Medaille für das Bleichen mit Kalk ohne ein anderes Alkali.

7) Bronzene Medaille für eine vollkommene Analyse des Kuhmistes.

8) Bronzene Medaille für eine Abhandlung, in welcher durch genaue Versuche gezeigt wird, welche Rolle bei dem Blaufärben der Baumwolle mit Indigo die außer dem blauen Pigmente darin enthaltenen Substanzen (wie z.B. der von Berzelius entdekte braune und rothe Stoff) spielen, und ob diese Substanzen dabei nüzlich oder schädlich sind, oder auch ob die eine oder die andere von ihnen zur Erzeugung einer dauerhaften und lebhaften Farbe unumgänglich nöthig ist.

9) Silberne Medaille für die Entdekung eines geeigneten Mittels, wodurch die zum Oehlen der Baumwollzeuge nöthige Zeit abgekürzt, und diese Operation ökonomischer gemacht werden kann.

10) Bronzene Medaille für die Entdekung und Einführung eines nüzlichen Verfahrens in der Kattundrukerei. (Man sehe die im Polyt. Journ. Bd. XXXVIII. S. 328 und Bd. XLVI. S. 59 angegebenen, Beispiele.)

11) Silberne Medaille für Erfindung einer blauen Farbe, welche der Einwirkung der Luft, des Chlors, der Säuren und der Seife besser widersteht, als das Indigküpenblau, und welche wenigstens eben so lebhaft ist, als dieses.

12) Bronzene Medaille für Erfindung einer gelben Farbe, welche der Luft, den Säuren und den Alkalien besser widersteht, als die mit Wau, Quercitronrinde und chromsaurem Blei hervorgebrachte, und die wenigstens eben so lebhaft ist.

13) Bronzene Medaille für eine genaue Analyse der schwarzen und weißen Galläpfel, des Bablah, des sicilianischen und des französischen Sumachs von Donzères.

14) Bronzene Medaille für die Beschreibung der vorzüglichsten, bisher gebräuchlichen Methoden die Zeuge zu walken.

15) Bronzene Medaille für eine vollkommene chemische Analyse des abgeläuterten Oehles (huile tournante) in seine näheren Bestandtheile.

16) Bronzene Medaille für ein schnelles und einfaches Verfahren den Grad der Feinheit troken oder mit Wasser abgeriebener Substanzen zu messen, und in Zahlen anzugeben.

17) Bronzene Medaille für ein Verfahren ein Indigblau, das sogenannte Fayenceblau, bloß durch zwei Eintauchungen hervorzubringen.

18) Silberne Medaille für denjenigen, der eine genaue, schnelle und einfache Methode angibt, wonach sich der Werth zweier Cochenillen vergleichsweise in Zahlen bestimmen läßt.

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19) Bronzene Medaille für eine ähnliche Probirmethode, die sich auf das Fernambuk- und Campescheholz anwenden läßt.

20) Bronzene Medaille für ein Bleichverfahren, wobei die Stoffe nicht der Luft ausgesezt zu werden brauchen, und welches folgende Bedingungen erfüllt:

  • 1. Man muß sicher seyn vermittelst dieses Verfahrens zu jeder Jahreszeit ein vollkommenes Drukweiß zu erhalten, selbst auf Zeugen, die Fettigkeiten enthalten, welche in den Laugen vollkommen unauflöslich geworden sind.
  • 2. Die nach diesem Verfahren gebleichten Baumwollzeuge müssen nach dem Krappen eben so weiß aus dem Kessel kommen, wie die an der Luft gebleichten.

21) Bronzene Medaille für eine Behandlungsweise des Krapps, der Quercitronrinde und des Wau, oder für einen Zusaz, den man zu den Flotten dieser Färbestoffe machen könnte, und durch welche bewirkt würde, daß die Stüke beim Färben weißer aus diesem Bade kommen.

22) Silberne Medaille für ein Tafeldrukschwarz, welches für feine Gegenstände auf der Walzendrukmaschine anwendbar ist, der Luft nicht ausgesezt zu werden braucht, eine Kleienpassage bei 50° R. verträgt, und die stählerne Rakel während des Drukes nicht angreift.

23) Bronzene Medaille für eine Legirung, die sich zu Rakeln für Walzendrukmaschinen eignet, und welche nicht nur eben so elastisch und hart wie Stahl ist, sondern auch von Farben, worin viel Kupfer und Eisen aufgelöst ist, nicht angegriffen wird.

24) Silberne Medaille für einen Appret für gedrukte Baumwollzeuge, welcher nicht wie der bisher angewendete Stärkmehlappret den Nachtheil hat, daß er in der Feuchtigkeit schimmelt (wodurch gewisse gefärbte Boden flekig werden), und welcher außerdem elastischer ist, als jener, so daß die Waare beim Verkaufe nicht so leicht die Festigkeit verliert. Dieser Appret dürfte nicht viel theurer zu stehen kommen, als der Stärkmehlappret.

(Ueber diese 24 Preisaufgaben vergleiche man Polyt. Journal Bd. XXII. S. 459, Bd. XXV. S. 341, Bd. XXX. S. 144, Bd. XXXIV. S. 62, Bd. XXXVIII. S. 327, Bd. XLVI. S. 56, und Bd. L. S. 142.)

Außerordentliche Preise.

25) Zwei auf Subscription gegründete Preise. Erster Preis zu 24,000 Fr. für Ausfindigmachung eines Mittels, wodurch man bei bloß einmaligem Färben allen Färbestoff des Krappes oder wenigstens um ein Drittel mehr, als man bisher bei den gewöhnlichen Färbemethoden daraus erhielt, auf gebeiztem Baumwollzeuge befestigen kann.

Zweiter Preis zu 19,900 Franken für Auffindung eines Krapptafelroth, zu welchem kein anderer Färbestoff als Krapp kommt, welcher dieselbe Intensität, Lebhaftigkeit und Haltbarkeit hat, wie das schönste, mit Krapp gefärbte Roth oder Rosenroth, eben so gut auf der Walzenmaschine, wie mit dem Model gedrukt werden kann, und zwar auf weiße Baumwollzeuge, die keine Vorbereitung erhielten; auch darf nach dem Druken keine andere Operation nöthig seyn, als das Auswaschen in Wasser oder das Dämpfen.

(Diese beiden Preise sind dieselben, deren Programm wir bereits im Polyt. Journale Bd. L. S. 390 bekannt gemacht haben; nur die Summe wurde so bedeutend erhöht, indem die Subscription nicht nur bei den französischen Fabrikanten, sondern auch in der Schweiz und in Augsburg großen Anklang fand, und indem nicht nur das französische Ministerium, sondern auch das preußische, so wie die zu Berlin bestehende Gesellschaft zur Förderung der Industrie namhafte Summen unterzeichneten. Die Bedingungen sind ganz dieselben, wie wir sie am angeführten Orte bekannt machten, nur ist am Schlusse des ersten Preises noch beigefügt: „Die Kosten des neuen Verfahrens dürfen bei 50 Kilogr. Krapp die Kosten der alten Methoden nur um 4 Franken übersteigen.“ Dem Programme ist ferner noch eine Liste der Subscribenten mit Angabe der unterzeichneten Summen beigefügt, welche wir hier weglassen zu können glauben.)

Mechanische Künste.

Von den in früheren Jahren ausgeschriebenen Preisen werden folgende noch zum Concurse zugelassen:

1) Silberne Medaille für die beste Abhandlung über das Spinnen der |313| Baumwolle von Nr. 80 bis 180 metrisch, und über die Operation des Spinnens im Allgemeinen.

2) Goldene Medaille im Werthe von 1000 Franken (gegründet von Hrn. J. J. Bourcard) für die Erfindung einer Maschine zum Oeffnen und Zupfen aller Arten von Baumwolle, ohne daß dieselbe dabei Schaden leidet, durch welche Maschine sowohl das Schlagen und das Zupfen mit der Hand, als auch der sogenannte Klopfzupfer (batteur-éplucheur) mit Vortheil ersezt werden kann.

3) Bronzene Medaille für Verfertigung und Absaz neuer Baumwollenzeuge.

4) Silberne Medaille für eine Abhandlung, worin gezeigt wird, bei welchem Verhältnisse zwischen der Höhe und dem Durchmesser eines Schornsteines nicht nur der größte Zug Statt findet, sondern auch am meisten an Brennmaterial und an Baukosten erspart wird.

5) Goldene Medaille für eine Abhandlung über den ökonomischen Nuzen bei den rauchverzehrenden oder mit Speisungsvorrichtungen für Steinkohlen versehenen Apparaten, nach positiven Erfahrungen und Beobachtungen.

6) Silberne Medaille für die Anwendung des Schnurkraftmessers (dinamomêtre funiculaire), und für die Bestimmung der Kraft, welche erforderlich ist, um sowohl die ganze Reihe von Maschinen in einer Baumwollspinnerei, als jede einzelne dieser Maschinen für sich allein in Bewegung zu sezen.

7) Goldene Medaille im Werthe von 500 Franken (von den HH. Koechlin, Favre und Waldner gegründet) für die Erfindung einer Maschine, mit welcher man die Kattune und andere ähnliche Zeuge messen und zusammenlegen kann.

8) Goldene Medaille für den Verfasser einer vollständigen Abhandlung über die Theorie und die Anwendung der Ventilatoren.

9) Silberne Medaille für die Erfindung eines Instrumentes, mit welchem sich die Geschwindigkeit der atmosphärischen Luft genau messen läßt.

10) Goldene Medaille im Werthe von 300 Franken für die Beschreibung eines wohlfeileren und schleunigeren Verfahrens, als die bisher bekannten, zum Härten eiserner Gegenstände von allen Dimensionen; dasselbe muß sowohl für einen einzelnen Theil des Stükes als für das ganze Stük anwendbar seyn.

11) Goldene Medaille im Werthe von 600 Franken für denjenigen, welcher im Departement des Oberrheins die Fabrikation hohler kupferner Walzen für den Kattundruk einführt, und die besten Verfahrungsarten zum Gießen derselben mittheilt; diese Walzen dürfen weder Blasen noch Risse haben, und müssen sich zum Hämmern und Ziehen eignen, so wie überhaupt alle zum Graviren erforderlichen Eigenschaften besizen.

12) Goldene Medaille für denjenigen, welcher im Departement des Oberrheins die erste Spinnerei von Seidenabfällen, Flokseide, von Seide und Wolle, welche unter dem Namen Thibet fantaisie, fleuret, Crescentine etc. bekannt ist, einführt.

(Ueber alle diese Preise sehe man gleichfalls die oben angeführten früheren Bände des Polyt. Journals.)

Neuer Preis.

13) Goldene Medaille im Werthe von 500 Franken (von Nicolaus Schlumberger gegründet), für die beste Abhandlung über die Reinigung der verschiedenen zum Schmieren der Maschinen dienenden Fette.

(Man gebe jenes Fett an, welches sowohl in Hinsicht auf Wohlfeilheit, als in Hinsicht der Leichtigkeit des Ganges der Maschinen den Vorzug verdient, und welches dabei die Maschinen am wenigsten angreift.)

Preise, welche im März 1836 zuerkannt werden.

14) Goldene Medaille von 300, und goldene Medaille von 600 Franken, für Verbesserung der Mühlen im Departement des Oberrheines.

(Die Gesellschaft hat mit Bedauern gesehen, daß die Mahlmühlen im Elsaß im Vergleiche gegen andere daselbst betriebene Industriezweige sehr weit zurükgeblieben sind, und sieht sich daher veranlaßt, die Aufmerksamkeit auch auf diesen Gegenstand zu lenken. Im ganzen Departement des Oberrheines befinden sich 937 Mühlgänge mit 937 hydraulischen Rädern, welche zusammengenommen eine Kraft von 4000 Dampfpferden haben. Diese Mühlen erzeugen nicht halb so viel Mehl etc., als sie erzeugen könnten; denn nicht nur die Triebkraft ist schlecht angebracht, |314| sondern auch die Mahlmethode ist fehlerhaft. Die Mühlen, wie sie gegenwärtig sind, berauben also das Departement unnüzer Weise um eine Kraft von 2000 Pferden, welche das Land durch kostspieligere Triebkräfte, nämlich durch Dampf, ersezen muß, wodurch außerdem auch noch dieses Brennmaterial vertheuert wird. – Die neue Mahlmethode ist kein Geheimniß mehr; sie ist bekannt und durch die Erfahrung bewährt; und wenn man in Paris und in anderen Gegenden, wo man die neue Methode eingeführt, gutes und schmakhaftes Brod aus dem danach erzeugten Mehle zu bereiten im Stande ist, so wird man dieß wohl auch bei uns können. Die Gesellschaft ertheilt daher am 15. März 1836 jenem Müller, der sich ausweisen kann, in seiner Mühle statt der alten Methode, die von Hrn. Tilot angedeuteten Verbesserungen eingeführt zu haben, eine goldene Medaille im Werthe von 300 Franken. Sie ertheilt ferner jenem eine Medaille im Werthe von 600 Franken, der eine Mühle von wenigstens 4 Gängen, welche durch eine einzige horizontale Verzahnung und durch ein einziges Wasserrad in Bewegung gesezt wird, errichtet, und der sich ausweisen kann, daß einer dieser Gange in einer Stunde 100 Pfd. Weizen mahlt, und dabei gleich auf das erste Mal Kleie gibt, die nicht nachgemahlen zu werden braucht. Die Gesellschaft wird die Mühlen, deren Eigenthümer sich zum Concurse melden, durch eine eigene Commission untersuchen lassen.)

Außerordentlicher Preis für das Jahr 1834.

15) Preis von 29,000 Franken, durch Subscription gegründet, für den Erfinder eines Reservoirs für Triebkraft, wodurch sich ein Theil der gänzlich verloren gehenden Kraft des Wassers, Windes, Dampfes oder irgend einer anderen Triebkraft zurükhalten läßt.

(Wir haben das Programm dieser Preisaufgabe, deren Preissumme durch Subscription schnell auf 29,000 Franken angewachsen, schon im Polytechnischen Journal Bd. LI. S. 393 bekannt gemacht; es wurde neuerlich nichts daran geändert.)

Naturgeschichte und Landwirthschaft.

Von den früher ausgeschriebenen Preisen sind noch zum Concurse zugelassen:

1) Bronzene Medaille für eine neue Anwendung der Naturproducte des Departements.

2) Bronzene Medaille für eine geognostische und mineralogische Beschreibung eines Theiles der Departements.

3) Bronzene Medaille für Entdekung neuer nuzbarer Minen im Departement.

4) Silberne Medaille oder deren Werth (30 Franken) für denjenigen, der bis zum December 1835 über 200 Stüke Maulbeerbäume im Departement gepflanzt hat.

5) Vier bronzene Medaillen für diejenigen, die am meisten Maulbeerbäume über die Zahl 50 hinaus gepflanzt haben.

6) Silberne Medaille oder deren Werth für denjenigen, der die größte über 50 Pfd. betragende Menge Cocons erzogen hat.

7) Vier bronzene Medaillen für diejenigen, die über 20 Pfund Cocons erzogen.

(Mit Bezug auf das, was man schon im Polyt. Journ. Bd. XLVI. S. 66 über diese Preise bemerkt findet, kommt hier noch Folgendes in Erinnerung. Die neuesten Resultate der Seidenzüchter haben neuerdings bewiesen, wie einträglich die Seidenzucht für unsere Provinzen werden könnte. Adam Folzer zu Tagolsheim, welcher 300 zwanzigjährige Stämme des weißen Maulbeerbaumes besizt, hat aus 1 1/2 Unzen Seidenraupeneiern 140 Pfd. sehr gute Cocons gezogen, wovon das Pfd. zu Lyon für 1 Fr. 50 Cent. verkauft wurde. Er verbrauchte dabei 1800 Pfd. gereinigte Blätter, so daß also 13 Pfd. Blätter auf 1 Pfd. Cocons kommen. Die Kosten für die Nahrung der Raupen, das Heizen und Beleuchten des Locales etc. sammt den Interessen des Capitales beliefen sich auf 94 Franken. Hr. Reichenecker zu Ollwiller erzielte sehr schöne Cocons, wovon 280 bis 300 auf das Pfund gehen.)

(Die Cultur des seit ungefähr 12 Jahren bekannten vielstängeligen Maulbeerbaumes (Morus multicaulis) gewährt viele Vorzüge vor jener des weißen |315| Maulbeerbaumes; seine Blätter sind größer, diker und zarter; er läßt sich leichter durch Steklinge vermehren, und seine schönen schwarzen Früchte haben einen angenehmen Geschmak. Die Versuche, welche auf dem Landgute des Hrn. Koechlin-Schouch seit 4 Jahren damit angestellt wurden, haben gezeigt, daß er das Klima des Elsasses sehr gut verträgt; es haben sich daher im lezten Herbste mehrere Mitglieder der Gesellschaft entschlossen, 500 Stüke dieses Maulbeerbaumes aus Mailand kommen zu lassen. Diese wurden an verschiedene Orte vertheilt, und gediehen so gut, daß man schon im nächsten Frühjahre Steklinge davon abgeben wird. Es ist jedoch zu bemerken, daß man diese Bäume bei uns nur in Heken ziehen kann, weil, wenn man ihn baumförmig zieht, seine großen Blätter zu sehr vom Winde zerrissen und verdorben werden.)

Neue Preise.

8) Zwölf bronzene Medaillen für diejenigen, welche durch ihren Einfluß und ihr Beispiel in ihrer Gemeinde eine neue und wohlfeile Methode Vieh zu füttern, wodurch dem fühlbar werdenden Mangel an Viehfutter begegnet würde, einführen.

9) Silberne Medaille für die beste, in populärem Style und deutscher Sprache geschriebene Abhandlung, in der die Nachtheile der Anleihen, die die Landwirthe im Elsaß zu machen pflegen, geschildert werden.

(Die Landwirthe im Elsaß haben die Wuth, jährlich ihr Eigenthum durch einige Stüke Grund und Boden zu vergrößern. So lobenswerth und nüzlich dieses Verfahren ist, wenn man mit baarem und erspartem Gelde bezahlen kann, so schädlich wird es, wenn man solche Ankäufe auf Borg macht, in der Hoffnung, man werde die Schuld bald durch reichlichere Ernten zurükzahlen können. Diese in Elsaß durchaus herrschende Leidenschaft ist eine der Hauptursachen des Verschuldens so vieler Landwirthe. Die Gesellschaft glaubt, daß diesem Uebel nur durch moralische Ueberzeugung, die man diesen Leuten von der Fehlerhaftigkeit ihres Verfahrens beizubringen sucht, gesteuert werden könne, und fordert daher durch obigen Preis zur Abfassung einer Schrift auf, in der die üblen Folgen desselben in populärem Style, aber warm und mit Eifer geschildert werden. Sie schreibt keine Form vor; glaubt aber, daß jene eines Zweigespräches am passendsten seyn dürfte. Sie behält sich's vor, diese Schrift dann unter den Landwirthen zu verbreiten.)

Verschiedene Preise, für welche der Concurs noch offen steht.

1) Bronzene Medaille für eine wichtige Verbesserung, welche in was immer für einem Zweige der Industrie oder Landwirthschaft im Departement des Oberrheines eingeführt wurde.

2) Bronzene Medaille für Einführung irgend eines neuen Industriezweiges in das Departement.

3) Bronzene Medaille für die beste Abhandlung über die Industriezweige, welche sich im Departement verbessern oder neu begründen ließen.

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