Titel: Dr. v. Steinheil's neue Waagen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1834, Band 53, Nr. LII./Miszelle 3 (S. 315–316)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj053/mi053052_3

Dr. v. Steinheil's neue Waagen.

Dr. v. Stein heil, gleich verdient als Astronom, Mathematiker und Mechaniker, stellte dem polytechnischen Vereine zu München kürzlich zwei neue Waagen vor, die uns auf so vortreffliche Principien begründet zu seyn scheinen, daß wir nicht säumen, auch in unser Journal folgende Notiz zu übertragen, die in dem von dem genannten Vereine redigirten Kunst- und Gewerbeblatte, Julius, S. 2 hierüber erschien.

„1. Die Cylinderwaage ohne Gewicht, zum bürgerlichen Gebrauche bestimmt, in ihren Leistungen der Federwaage ähnlich, beruht jedoch auf einem statischen |316| Principe, und ist daher frei von den Fehlern der lezteren. Sie besteht im Wesentlichen aus einer excentrischen Rolle, über welche ein Band führt, das an dem einen Ende das constante Gewicht, am anderen die Waagschale zur Aufnahme der zu wiegenden Körper hält. Die Drehungsachse ist ein polirter, cylindrischer Stahlzapfen, der sich auf der Unterlage abwikelt, und mit einer Scheibe in Verbindung steht, an deren Rand die Gewichtseintheilung angebracht ist. Diese Waage kann nie umschlagen, fordert nur geringen Raum und ist wohlfeil herzustellen.“

„2. Die neue Kugelwaage. Diese, bestimmt zu möglichst genauen Wägungen, trägt in maximo auf jeder Schale 2 Pfd., und gibt dabei nach sichtlichen Ausschlag auf 1/100 Gran. Der massive stählerne Waagebalken oscillirt auf 2 Schrauben, die in kleine polirte Kugeln enden, und durch einen verschiebbaren Sattel gehen, der in der Mitte des Waagebalkens festgeschraubt werden kann. Am Ende jedes Armes geht eine Schraube von Unten hindurch, die in eine kleine Kugel ausläuft, und den Waageschalen als Aufhängepunkt dient. Der Berührungspunkt der Aufhängung bleibt stets senkrecht über dem Mittelpunkt der Kugel. Dadurch, daß statt prismatischen Schneiden hier Kugeln angebracht sind, ist vielfacher Vortheil erlangt. In praktischer Hinsicht scheinen folgende die wesentlichsten. 1) Sind die Kugeln leichter und genauer auszuführen als Schneiden, und der so schwer zu erlangende Parallelismus derselben fällt hier als unnöthig ganz weg; 2) ist die Waage dauerhafter und im Falle zufälliger Beschädigung leichter zu repariren, was bei Schneiden nicht der Fall ist; 3) ist die Empfindlichkeit derselben caeteris paribus größer, als bei Schneiden; überhaupt möglichst groß bei den dennoch raschen Oscillationen.“

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