Titel: Ueber die Anwendung von Zink zum Ausfüttern von Wasserbehältern und als Beschlag für Schiffe.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1834, Band 53, Nr. LII./Miszelle 5 (S. 316–317)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj053/mi053052_5

Ueber die Anwendung von Zink zum Ausfüttern von Wasserbehältern und als Beschlag für Schiffe.

Das Mechanics' Magazine No. 564 enthält einige Aufsäze über die Anwendung des Zinkes, die durch den früheren Artikel in No. 552, den auch wir im Polyt. Journale Bd. LII. S. 187 gaben, veranlaßt wurden. Wir ziehen das Wesentliche aus denselben aus. Ein Correspondent schreibt, daß sich in einer Brauerei zu Brighton zwei mit Bleiblech (!) ausgefütterte Wasserkufen befanden, die jedoch nach wenigen Jahren zu rinnen anfingen, indem das Bleiblech |317| eine unzählige Menge kleiner Löcher bekommen hatte. Dieselben Behälter oder Kufen wurden hierauf mit Mosselman'schem Zinkbleche ausgefüttert, allein auch dieses bekam schon nach zwei Jahren in der Nähe einer Klappe mehrere Löcher, die jenen in dem Bleie ganz ähnlich waren. Der Eigenthümer ließ hierauf beide Zinkbeschläge zwei Mal mit Bleiweißfarbe (!) übertünchen, und dadurch wurden nicht nur jene kleinen Löcher verschlossen, sondern es entstanden seither auch keine neuen derlei Löcher. Da die bleiernen Saugröhren, die man in vielen Brunnen zu Brighton findet, nicht selten auf ähnliche Weise durchlöchert werden, so machte der Correspondent einen Versuch mit einer neuen solchen Röhre, die er innen und außen mit Bleiweißfarbe hatte übertünchen lassen. Das Wasser, welches durch diese Röhre lief, war zwar in den ersten 14 Tagen zum Küchengebrauche untauglich, indem es nach der Farbe roch und schmekte; allein nach Ablauf dieser Zeit hatte sich der Geruch verloren, und die Röhre ist nun schon mehrere Jahre in vollkommen unversehrtem Zustande, so daß der Verf. dieses Verfahren allgemein empfiehlt! – Wir brauchen wohl kaum auf das Schädliche dieser Methode aufmerksam zu machen, denn Jedermann wird sich denken können, daß sich nach und nach immer mehr und mehr Theilchen der Bleiweißfarbe ablösen müssen, und daß diese, wenn sie mit dem Wasser in den menschlichen Körper gelangen, unmöglich ohne höchst nachtheilige Folgen bleiben können. – Der zweite Aufsaz, der vorzüglich die Anwendung des Zinkes zum Beschlagen der Schiffe betrifft, enthält in der Hauptsache Folgendes. „Es ist nicht genug, daß die Zinkplatten mit Nägeln aus Zink befestigt werden; denn wo die Zinkplatten auch immer mit irgend einem zum Baue des Schiffes gehörigen kupfernen oder eisernen Theile in Berührung kommen, entsteht ein Loch in denselben, und ist ein Mal ein solches entstanden, so ist in Kürze der ganze Beschlag davon geschwemmt. Dieß ist aber noch keineswegs, das größte Uebel. Auch die Bolzen, durch welche das Zimmerwerk des Schiffes zusammengehalten wird, werden selbst durch die Berührung, in die sie mit dem Zinke kommen, angegriffen und lose, und die Folge davon ist, daß das Schiff lek wird und endlich in Kürze ganz zerfällt. Diese Unannehmlichkeiten sind nichts weniger als erdichtet; sie kamen anfangs auch bei dem Kupferbeschlage vor; so lange man beim Schiffbaue eiserne Nägel und Bolzen etc. anwendete. Man war deßhalb, um den Kupferbeschlag, der so trefflich gegen die Zerstörungen der Würmer schüzt, nicht aufgeben zu müssen, gezwungen, statt der eisernen Bolzen und sonstiger Befestigungsmittel kupferne anzuwenden. Man könnte zwar auch sagen, man könne beim Zinkbeschlage auch Bolzen aus Zink anwenden; wohin würde es aber dabei mit der Festigkeit unserer Schiffe kommen?“

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