Titel: Ueber die Tuchfabrikation aus Wollenlumpen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1834, Band 53, Nr. LII./Miszelle 6 (S. 317)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj053/mi053052_6

Ueber die Tuchfabrikation aus Wollenlumpen.

Es dürfte noch wenig bekannt seyn, daß in der Nähe von Leeds gegenwärtig ein noch ganz neuer Fabrikationszweig bereits im Großen betrieben wird; nämlich die Fabrikation von Tuch aus Wollenlumpen. Die Lumpen wurden in einer eigenen Maschine in kleine Stüke zerrissen, und wieder in Wollenfasern verwandelt; dieser Wolle sezt man hierauf eine geringe Quantität rohe, noch ungebrauchte Wolle zu, um dann aus diesem Faserstoffe, nachdem er durch die Karden gelaufen, und die übrigen Zubereitungen erhalten, abermals Tuch zu weben. Das auf diese Weise erzielte Tuch ist zwar nicht sehr fest und dauerhaft, allein es eignet sich sehr gut zu Polstern, Schuhen und vielen anderen derlei Dingen. Eine große Fabrik dieser Art findet sich in der Nähe von Batley; und welche Ausdehnung diese Fabrikation schon jezt erlangt hat, geht daraus hervor, daß gegenwärtig jährlich 5 Millionen Pfund Wollenlumpen aus Deutschland nach England geführt werden! Wir kaufen also deutsche Wolle, verkaufen englisches Tuch nach Deutschland, kaufen die deutschen Lumpen abermals an uns, und senden dieses Lumpentuch noch ein Mal auf den Continent! (Aus dem Leeds Mercury im Mechanics' Magazine, No. 570.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: