Titel: Ueber die Bereitung einiger wohlriechenden Seifen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1834, Band 53, Nr. LII./Miszelle 7 (S. 317–318)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj053/mi053052_7

Ueber die Bereitung einiger wohlriechenden Seifen.

Das Journal des connaissances usuelles, Mai 1834, S. 255, enthält folgende Vorschriften zur Bereitung mehrerer Toiletteseifen, die vielleicht auch |318| manchen unserer Leser nicht unangenehm seyn dürsten. – 1) Englische Seifenkugeln. Man schneide 6 Pfd. Oehl- oder Marseillerseife in kleine Stüke, und zerstoße sie in einem erwärmten Mörser mit 4 Quentchen Kampher, 4 Unzen Rosmarinwasser und 8 Unzen doppeltem Rosenwasser. Wenn die Masse einen dünnen Teig bildet, so seze man nach und nach 3 Pfd. Stärkmehl und 2 Unzen gepülverte wohlriechende Kräuter zu. Aus dieser Masse werden endlich 3–4 Unzen schwere Kugeln geformt, die man troknen läßt. – 2) Seifentäfelchen. Man kocht 1 Pfd. spanische, weiße Mandelöhlseife mit 3 Pfd. Rosenwasser, 2 Pfd. Eiweiß und einer Unze äzendem Sodawasser, bis das Gemenge fest wird, worauf man einen Scrupel Rosenholzöhl, 10 Tropfen Nelkenöhl, Jasminessenz eine Unze, und 1/2 Quentchen Pomeranzenblüthenessenz zusezt, und die Masse nach dem Erstarren in vierekige Täfelchen theilt. – 3) Benzoëseife. Man löse 5 Pfd. Talgseife in so viel Rosenwasser auf, als zur Auflösung nöthig ist, und seze dann warm 3 Unzen Stärkmehl, 4 Unzen höchst feines Pulver der florentinischen Veilchenwurzel, 1 Unze Storax und eben so viel Benzoë, welche in einer Unze äzendem Sodawasser aufgelöst worden, zu. Die ausgegossene und erstarrte Masse wird in Täfelchen von gehöriger Größe geschnitten. – 4) Mandelseife. Man vermenge 1 Pfd. weiße Talgseife warm mit Mandeln, die mit 3 Unzen Pomeranzenblüthen- und eben so viel Rosenwasser zu einem feinen Teige gestoßen worden, seze hierauf 1 Unze Wismuthpulver und 2 Quentchen reine Soda zu, und trage endlich unter gehörigem Abreiben noch 6 Gran Moschus, 3 Gran Zibeth, 1 Scrupel Rosenholzöhl und 1 Quentchen Jasminessenz nach. – 5) Citronenseife. Man vermenge in der Wärme 1 Pfd. weiße Talgseife und eben so viel Stärkmehl, 4 Quentchen Citronenessenz und 8 Unzen Rosenwasser, und forme daraus Kugeln von 4 Unzen. Bei allen diesen Seifenarten kann übrigens der Zusaz der riechenden Substanzen nach Belieben abgeändert werden. – 6) Composition zum Rasiren. Man schmelze weißes Wachs, Wallrath und Mandelöhl, von jedem 1 Unze zusammen, schlage die Masse noch warm mit Rosenwasser ab, und seze 1 Quentchen gepülverte Windsorseife zu. Die rahmartige Composition, die man auf diese Weise erhält, soll den Bart sehr weich machen. – 7) Seifenessenz. Man schneide 8 Unzen Harzseife klein, und löse sie in einer Retorte im Marienbade in 1 Pfd. Weingeist auf; dieser Auflösung seze man auf jede Unze 2 Quentchen einer beliebigen Essenz zu. Oder man lasse 8 Unzen Marseillerseife in einem geschlossenen Gefäße in 1 1/2 Pfd. lauem Köllnerwasser zergehen, seze hierauf 10 Tropfen Moschustinctur, 10 Gran Ambra, 10 Tropfen Rosenöhl, Sassafras, und Bergamottöhl zu, und filtrire die Masse nach dem Erkalten durch ein feines Filter. Einige Tropfen dieser Essenz reichen hin, um einen zum Rasiren geeigneten Schaum zu geben.

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