Titel: Vorschlag zu einer neuen Methode Champagner zu bereiten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1834, Band 53, Nr. LII./Miszelle 8 (S. 318)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj053/mi053052_8

Vorschlag zu einer neuen Methode Champagner zu bereiten.

Das häufige Zerspringen der Flaschen während der Gährung des Champagners und die lästige und nachtheilige Operation, die das Entfernen des Bodensazes, der sich in den Flaschen bildet, nöthig macht, veranlaßte Hrn. Gréa im Journal des connaissances usuelles, Julius 1834, S. 41 eine neue Methode Champagner zu fabriciren in Vorschlag zu bringen. Man hatte schon früher ein Mal versucht kohlensäurehaltigen Wein auf ähnliche Weise, wie kohlensaure Mineralwasser zu erzeugen; d.h. man ließ Kohlensäure, die man wie gewöhnlich aus kohlensaurem Kalke entwikelte, von bereits ausgegohrnem Weine absorbiren. Der auf diese Weise behandelte Wein bekam zwar die gehörige Mousse; allein es fehlte ihm am Bouquet, da dieses kohlensaure Gas eher einen unangenehmen Geschmak hat. Hr. Gréa will nun den Versuch auf eine andere Art vornehmen; er will nämlich das Gas, welches sich bei der Gährung des Traubenmostes entwikelt, durch einen eigenen Apparat, der mit der bei der Selterserwasserfabrikation gebräuchlichen Vorrichtung Aehnlichkeit hat, in guten ausgegohrnen Wein leiten, und hofft auf diese Weise ein Product zu erzielen, welches nicht nur an Kohlensäuregehalt, sondern auch an Arom und Bouquet dem nach der gewöhnlichen Methode behandelten Champagner nicht nachsteht. Er will seine Versuche bei der dießjährigen Weinlese beginnen, und fordert auch andere Oenologen auf dieser Sache ihre Aufmerksamkeit zu schenken. Wir werden seiner Zeit von den Resultaten dieser Versuche, von denen wir uns nicht viel versprechen können, Bericht erstatten.

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