Titel: Ueber die Unzwekmäßigkeit einiger metallenen Gefäße.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1834, Band 53, Nr. LXVI./Miszelle 11 (S. 395)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj053/mi053066_11

Ueber die Unzwekmäßigkeit einiger metallenen Gefäße.

Die Kupferschmiede haben sehr häufig einen übeln Gebrauch, der ihre große Unkenntniß in den einfachsten Gegenständen der Physik beurkundet. Die umgebogenen Ränder der kupfernen Trichter, Maaße und mehrerer anderer Gefäße brauchen gewöhnlich eine größere Stärke, als ihnen das Kupferblech, aus welchem sie verfertigt werden, geben könnte. In der Absicht diese Stärke zu erreichen, bringen sie daher gewöhnlich einen eisernen Draht an diesem Rande an. Die Folge hievon ist, daß, wenn irgend eine Feuchtigkeit an jene Stellen gelangt, wo die beiden Metalle mit einander in Berührung stehen, eine galvanische Wirkung Statt findet, durch welche jene Theile, denen man eine größere Starke zu vergeben meinte, schnell angegriffen und zerstört werden, und durch welche überdieß noch weit leichter Vergiftungen erzeugt werden können, als durch rein kupferne Gefäße. Man nehme daher, wenn man zur Verstärkung des Randes eines kupfernen Gefäßes ja einen Draht braucht, immer nur einen Kupferdraht; derselbe wird zwar, um eine und dieselbe Starke zu erzielen, diker seyn müssen, als der Eisendraht, allein man wird dann doch seinen Zwek erreichen, während man ihn im entgegengesezten Falle verfehlt. An zinnernen Gefäßen soll man aus gleichem Grunde nur gut verzinnten Eisendraht anwenden. Auch bei der Befestigung der bleiernen Wasserleitungsröhren, die gewöhnlich mittelst eiserner Haken geschieht, soll man, obschon hier die galvanische Wirkung weit geringer ist, wo möglich einen Nichtleiter, wie z.B. Holz zwischen die beiden Metalle bringen. Dergleichen Fälle ließen sich noch eine Menge andere angeben; sie lassen sich alle unter den allgemeinen Rath zusammenfassen, daß unsere Metallarbeiter an Gegenständen, die der Feuchtigkeit ausgesezt werden sollen, so viel als möglich zu vermeiden haben, daß nicht zwei verschiedenartige Metalle mit einander in Berührung stehen. (Aus dem Mechanics' Magazine, No. 567.)

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