Titel: Einiges zur Geschichte des Pfluges Grangé's.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1834, Band 53, Nr. LXXVII./Miszelle 23 (S. 461–462)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj053/mi053077_23

Einiges zur Geschichte des Pfluges Grangé's.

Der Pflug des Akerknechtes Grangé, von welchem in unserem Journale schon mehrere Mal die Sprache war, ist in Frankreich nicht nur von der Akademie der Wissenschaften und der Société d'encouragement als eine vortreffliche Erfindung gutgeheißen worden, sondern beinahe alle in Frankreich bestehenden landwirthschaftlichen Gesellschaften thaten ein Gleiches, und ertheilten dem Erfinder entweder ihre Medaillen oder andere namhafte Unterstüzungen, die ihn sammt den für ihn veranstalteten Subscriptionen und sammt der von der Regierung zuerkannten Nationalbelohnung in Stand sezten, sich ein ganz artiges Bauerngut anzukaufen. Der König der Franzosen glaubte das Verdienst Grangé's um sein Vaterland bei der lezten Industrieausstellung noch besonders ehren zu müssen, und verlieh deßhalb dem noch kürzlich hinter dem Pfluge hergegangenen Knechte den Orden der Ehrenlegion. Nicht minder günstige Aufnahme scheint dieser Pflug in dem den Neuerungen ziemlich abholden Italien gefunden zu haben, indem wir in den Verhandlungen der Academia economico-agraria dei Georgofili di Firenze lesen, daß auch diese Gesellschaft seinem bäuerlichen Erfinder nicht nur ihre goldene Medaille ertheilt, sondern ihn auch auf Vorschlag des Marchese Ridolfi zu ihrem correspondirenden Mitgliede ernannt habe. Dagegen hat diese Erfindung |462| anderwärts in neuerer Zeit auch ein minder günstiges Urtheil erfahren; Hr. Oberstbergrath Joseph Ritter v. Baader gibt nämlich in dem Berichte, den er dem landwirtschaftlichen Vereine in Bayern darüber erstattete, und den man im Wochenblatte dieses Vereines Jahrgang XXIV. No. 38 nachlesen kann, an, daß der Grangé'sche Pflug auf flachem seichtem und lokerm Akerwerke nicht mit Vortheil anwendbar ist, daß wenigstens auf Gründen dieser Art die Leistungen dieses neuen, ziemlich schweren, complicirten und kostbaren Pfluges hinter jenen des bekannten einfachen schottischen und des Brabanterpfluges ohne Vordergestell weit zurükbleiben, und noch auffallender von jenen des weit einfacheren, leichteren und wohlfeileren Zugmayer'schen Pfluges mit Vordergestell übertroffen werden. –

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