Titel: Neue im Gehirne entdekte Substanzen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1834, Band 54, Nr. XII./Miszelle 16 (S. 79–80)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj054/mi054012_16

Neue im Gehirne entdekte Substanzen.

Hr. J. P. Couerbe legte der Akademie der Wissenschaften zu Paris eine Abhandlung über das Gehirn vom chemischen und physiologischen Gesichtspunkte aus betrachtet vor, und Hr. Dumas erstattete am 11. August im Namen einer Kommission, zu welcher Thenard, Chevreul und er gehörten, hierüber einen sehr günstigen Bericht. Wir beschränken uns darauf anzugeben, daß Hr. Couerbe außer einer großen Menge Cholesterin auch noch folgende 4 fette Substanzen in der Gehirnmasse entdekte: 1) Ein weißes, unschmelzbares, in Aether unauflösliches, in kochendem Alkohol auflösliches, getroknet zerreibliches, das Papier nicht beschmuzendes Fett, welchem er den Namen Cerebrot beilegte, und welches im Gehirne von Gesunden 2–3 Procent; im Gehirne von Wahnsinnigen 3 bis 5, und im Gehirne von Blödsinnigen und Greisen unter 2 Procent Phosphor enthalten soll. 2) Ein braunes, in Wasser unauflösliches, in 25 Gewichtstheilen kalten Aethers auflösliches, in der Hize weich werdendes, aber nicht schmelzbares, elastisches und kautschukähnliches, von Säuren schwach angreifbares, mit Alkalien |80| verseifbares Fett, welches er Cephalot nennt, und welches in seinen Bestandtheilen dem Cerebrot sehr ähnlich ist. 3) Ein fahles, unschmelzbares, in warmem und kaltem Wasser, Alkohol und Aether unauflösliches, in den Oehlen auflösliches, pulverförmiges Fett, Stearoconot genannt, welches durch Salpetersäure in ein krystallisirbares Product verwandelt wird. 4) Endlich ein röthlich gelbes, unangenehmes, in Aether in allen Verhältnissen, und eben so auch in kochendem Alkohol auflösliches Oehl, das sogenannte Eleencephol, welches seiner ganz verschiedenen Eigenschaften ungeachtet, in seiner Zusammensezung mit dem Cephalot die größte Aehnlichkeit hat. Die Bestandtheile aller dieser Körper ergeben sich aus folgender Tabelle.

Textabbildung Bd. 54, S. 80

(Aus dem Temps No. 1760.)

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