Titel: Erste Fahrt von Burden's neuem Dampfboote Helena von New-York nach Albany.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1834, Band 54, Nr. XII./Miszelle 4 (S. 74–75)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj054/mi054012_4

Erste Fahrt von Burden's neuem Dampfboote Helena von New-York nach Albany.

Das New-York Mechanics' Magazine enthält folgenden Bericht über die erste Probefahrt, welche Hr. Burden mit seinem neuen Dampfboote Helena (welches nach dem in Bd. LII. S. 161 des polytechnischen Journales beschriebenen Principe erbaut ward) anstellte. Die Helena fuhr am 7. Julius sieben Minuten |75| vor 7 Uhr Morgens von der Werste ab; 6 Meilen von ihr steuerte das Dampfboot Erie, welches als das schnellste auf dem Hudson gilt. Beide Boote fuhren, wie die Amerikaner zu sagen pflegen, in einem sehr schonen Style; die Helena zeichnete sich jedoch zur Verwunderung aller Zuschauer durch die Ruhe und Glätte aus, mit welcher ihre sehr spizen Cylinder über und durch das Wasser hinglitten. Diese Ruhe, welche nur mit der ruhigen Bewegung der Wagen auf den Eisenbahnen verglichen werden kann, stach besonders von den Wellen ab, die das Dampfboot erzeugte, und welche beinahe eine Meile weit fühlbar waren. Die Helena fuhr in kurzer Zeit dem kleinen Dampfboote Champion vor, obschon die Räder bis dahin nur 16 bis 18 Umgänge in der Minute machten; erst später als sie mit einer Geschwindigkeit von 20 englischen Meilen in der Stunde fortrann, machten die Räder 22 Umgänge in der Minute. Auf diese Weise hatte sich die Helena bis Mittag dem Erie schon auf drei engl. Meilen genähert, als plözlich das Triebwerk einer Klappe nachgab, und die Räder nur mehr 16, 14, und endlich gar nur 13 Umgänge machten. Man legte nun an, um das Uebel auszubessern; allein nach 10 Minuten war die Sache wieder beim Alten, und da sich zeigte, daß auch der eine der Kessel ausließ, so fuhr man in diesem Zustande weiter, obschon die Räder höchstens auf 16 Umgänge in der Minute gebracht werden konnten. Dieses Unfalles ungeachtet, und obschon die Helena deßhalb 2 1/2 Stunde lang anzuhalten gezwungen war, erreichte sie Albany doch nur um 3/4 Stunden später als der Erie, welcher 20 Minuten vor ihr von New-York abgefahren war. Die Maschine der Helena war vor dieser Probefahrt nie gehörig probirt worden, und daher die wiederholten Brüche, die an derselben vorkamen. Ist ein Mal Alles gehörig in Gang, so wird die Helena, wie man zuverlässig erwartet, die Fahrt von New-York nach Albany gewiß in 8 Stunden, zurüklegen. Hr. Burden baut gegenwärtig ein zweites Dampfboot nach seinem Plane, welches um 100 Fuß länger als die Helena werden soll, und dessen parabolische Spindeln aus Eisen verfertigt werden sollen.

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