Titel: Tyler's verbesserte Abtritte.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1834, Band 54, Nr. XXIV./Miszelle 20 (S. 147)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj054/mi054024_20

Tyler's verbesserte Abtritte.

Die Verbesserungen, welche Hayward Tyler, Messinggießer zu Warwicklane in der City of London, an den Abtritten anbrachte, und auf welche er sich am 23. September 1829 ein Patent geben ließ, bezweken eine solche Abänderung der in England gewöhnlich gebräuchlichen Wasserabtritte (water-closets), daß durchaus keine üblen Gerüche aus denselben emporsteigen können. Das London Journal of arts gibt in feinem Supplemente S. 213. folgende kurze Beschreibung dieser Verbesserungen. Unmittelbar unter der Entleerungsmündung des Bekens des Abtrittes ist eine horizontale Schieberklappe angebracht, durch welche das Beken vollkommen luftdicht verschlossen ist, und welche nur dann geöffnet wird, wenn Unrath entleert wird. Diese Klappe besteht aus einer Metallscheibe, welche so an einem Mittelstifte angebracht ist, daß sie sich ihrer luftdichten Liederung ungeachtet frei in horizontaler Richtung drehen kann. In diese Metalle scheide ist ein excentrisches Loch geschnitten, und zwar so, daß dieses Loch mit der Entleerungsmündung des Bekens zusammenfällt, sobald die Scheibe um ihren Zapfen gedreht wird. In diesem Falle kann also der Koth mit dem Wasser durch die Abzugsröhre ablaufen; dreht man die Scheibe hingegen wieder, so kommt der solide oder nicht durchlöcherte Theil derselben unter die Mündung des Bekens, und die Röhre ist dadurch luftdicht verschlossen, so daß weder Wasser abfließen, noch üble Gerüche aus derselben emporsteigen können. Es versteht sich von selbst, daß die Scheibe durch sehr mannigfaltige Mechanismen umgedreht werden kann; der Patentträger gibt jedoch einer Zahnstange, welche ein Kreissegment bildet, an der Achse der Scheibe angebracht ist, und durch ein Getriebe in Bewegung gesezt wird, den Vorzug. An diesem Getriebe befindet sich nämlich ein Hebel, welcher durch einen über den Siz des Abtrittes emporsteigenden Griff gehandhabt wird. – Eine zweite Erfindung des Patentträgers bezieht sich auf die sogenannte Schalenklappe (dish-valve), d.h. auf ein ausgehöhltes oder schalenförmiges Gefäß, welches unter der Entleerungsmündung des Bekens an einem Angelgewinde angebracht ist, und welches so viel Wasser enthalten soll, daß es eine Wasserklapp, bildet, durch welche die Mündung des Bekens verschlossen, und das Emporsteigen widerlicher Ausdünstungen aus der Abzugsröhre verhindert wird. Da das Wasser jedoch zuweilen aus diesem Gefäße entweichen, und mithin die Communication mit der Abzugsröhre eröffnet werden könnte, so schlägt der Patenträger vor, daß der an den untern Rand des Bekens passende Rand der Klappe mit Leder besezt seyn, und durch ein Gewicht an denselben angedrükt werden soll, damit auf diese Weise in jedem Falle das Entweichen übelriechender Ausdünstungen verhindert ist.

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