Titel: Ein Verfahren, das mit Chlor gebleichte Papier hinsichtlich seiner Brauchbarkeit zum Steindruk zu untersuchen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1834, Band 54, Nr. XLII./Miszelle 3 (S. 224–225)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj054/mi054042_3

Ein Verfahren, das mit Chlor gebleichte Papier hinsichtlich seiner Brauchbarkeit zum Steindruk zu untersuchen.

Es kommt gegenwärtig im Handel häufig mit Chlor gebleichtes Papier vor, welches verbrannt ist und eine ziemliche Quantität Salzsäure zurükhält. Wenn |225| man solches Papier zum Steindruk anwendet, so schadet es der Zeichnung, die oft beim zehnten Abdruk schon ihre ganze Lebhaftigkeit verliert und verwischt wird; es nimmt auch beim Letterndruk die Schwärze nicht gut an. Behufs des Steindruks kann man diesem Uebelstand zwar abhelfen, wenn man. solches Papier mit Kalkwasser oder mit Wasser, das mit etwas Potasche oder Ammoniak versezt iß, befeuchtet; dieses Verfahren ist aber sehr umständlich.

Die Papierhändler, Buchdruker und Lithographen können sich jedoch auf eine sehr einfache Weise schon beim Einkaufe des Papiers überzeugen, ob dasselbe sauer ist oder nicht und ob der Zeug gut ausgewaschen wurde: man braucht nämlich nur mit einem in Lakmustinctur getauchten Pinsel einen Streifen über dasselbe zu ziehen; wenn das Papier sauer ist, so geht die Lakmustinctur, anstatt es blau zu färben, in Roth über. Man thut gut, wenn man das zu prüfende Papier auch wiederholt faltet, um zu sehen ob es nicht bricht; denn es könnte die im Papier enthaltene Salzsäure mit einem Alkali gesättigt worden seyn, wodurch es zwar die saure Reaction verlieren, aber nicht mehr die nöthige Haltbarkeit bekommen würde.

Die Lakmustinctur bereitet man sich auf die Art, daß man 1 Loth Lakmus in einem Mörser pulvert, es dann mit 5 Loth Wasser einige Stunden lang weichen läßt und hierauf durchseiht, um eine klare Flüssigkeit zu erhalten. (Journal des conn. usuell. Oktober 1834, S. 199.)

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