Titel: Anwendung des Kautschuks zur Gewinnung flüchtiger Oehle, die sich sehr gut zur Firnißbereitung eignen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1834, Band 54, Nr. XLII./Miszelle 4 (S. 225)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj054/mi054042_4

Anwendung des Kautschuks zur Gewinnung flüchtiger Oehle, die sich sehr gut zur Firnißbereitung eignen.

Hr. Faraday hielt in der königl. Societät der Wissenschaften zu London einen Vortrag über einige neue Anwendungen der Destillationsproducte des Kautschuks oder Federharzes. Wenn das Kautschuk in verschlossenen Gefäßen stark genug erhizt wird, so destillirt es über, indem es sich in eine flüchtige Flüssigkeit von brauner Farbe verwandelt, welche acht Zehntel oder darüber von dem angewandten Kautschuk beträgt. Die HH. Enderby und Beale bereiten diese Flüssigkeit jezt im Großen. Indem sie dieselbe rectificiren, erhalten sie drei oder vier Qualitäten, wovon jede eine besondere nüzliche Anwendung gestattet. Die vollkommen rectificirte Flüssigkeit hat ein specifisches Gewicht von 0,640; sie ist außerordentlich flüchtig, sehr brennbar, verbrennt mit einer glänzenden Flamme, ist mit Alkohol mischbar und löst Kopal und andere Harze auf; – da sie vortreffliche Firnisse liefert und der Gallon davon nur 21 Schill. kostet, so dürfte sie bald anstatt anderer flüchtigen Oehle bei Bereitung derselben häufig angewandt werden. Die zweite Sorte kostet nur halb so viel wie die erste und kann auch zur Bereitung von Firnissen oder zur Auflösung von festem Kautschuk behufs der Fabrikation wasserdichter Gegenstände gebraucht werden; den Oehlen beigemischt verstärkt sie das Licht, welches diese beim Verbrennen ausgeben, beträchtlich. Mit Kakaobutter vermischt liefert diese Flüssigkeit ein sehr wohlfeiles Material zur Beleuchtung. Während des gegenwärtigen Jahres sind schon gegen 200 Tonnen Kautschuk in England eingeführt worden.35) (Literary Gazette, No. 909.)

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Bekanntlich besteht das Kautschuk bloß aus Kohlenstoff und Wasserstoff. Das flüchtige Oehl, welches man durch Destillation desselben (wobei nur etwas Kohle in der Retorte zurükbleibt) gewinnt, enthält nach der Analyse von Dumas 88 Proc. Kohlenstoff und 12 Proc. Wasserstoff. In Paris kostet das Pfund Kautschuk gegenwärtig nur 2 1/2 Sous, und Java allein könnte jährlich 2,400,000 Pfund liefern, wenn im Handel hinreichende Nachfrage wäre. A. d. R.

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