Titel: Ueber Selbstverkohlung des Getreides.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1834, Band 54, Nr. XLII./Miszelle 7 (S. 226–227)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj054/mi054042_7

Ueber Selbstverkohlung des Getreides.

Hr. Lassaigne legte der Akademie der Wissenschaften zu Paris kürzlich ein Muster eines Getreides vor, welches beim Abbrechen eines Hauses in einer alten Höhle gefunden worden, und welches wie verkohlt, schwarz, zerreiblich und leicht geworden war, während es zugleich auch einen halbmetallischen Glanz angenommen hatte. Der angestellten Analyse gemäß war in diesem Getreide alles Starkmehl und aller Kleber verschwunden, wogegen sich eine große Menge Humussäure darin gebildet hatte. Hr. Lassaigne schloß hieraus, daß die Verkohlung des Getreides nicht durch die Wärme, sondern in Folge eines längeren Aufenthaltes |227| an einem feuchten, gegen Luft und Licht geschüzten Orte durch eine ähnliche Zersezung erfolgt sey, durch welche sich der Torf und einiges geschwärzte Holz bildet. Hr. Julia de Fontenelle widersezte sich dieser Erklärung, und glaubte darthun zu können, daß die fragliche Veränderung des Getreides durch Einwirkung der Hize bewirkt worden. Andere Beispiele von schwarzem verkohltem Getreide, welches man in alten unterirdischen Gewölben fand, und an welchem selbst die Spelzen und Grannen noch unversehrt waren, widersprachen jedoch der Behauptung Fontenelle's. Hr. Virey macht bei dieser Gelegenheit im Journal de Pharmacie, August 1834, S. 482 aufmerksam, wie nothwendig es sey, das Getreide troken in die Silo's zu bringen, und es in denselben gegen Feuchtigkeit geschüzt zu halten, wenn es lange unverändert bleiben soll. – Wir fügen nur noch bei, daß man in Ungarn in uralten Silo's gleichfalls geschwärztes, wie verkohltes Getreide gefunden, wodurch die Ansicht des Hrn. Lassaigne bestätiget wird.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: