Titel: Appleby's Verbesserungen an Dampf- und anderen Maschinen.
Autor: Appleby, Edwin
Fundstelle: 1835, Band 55, Nr. I. (S. 1–9)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj055/ar055001

I. Verbesserungen an Dampf- und anderen Maschinen worauf sich Edwin Appleby, Eisengießer von Doncaster, in der Grafschaft York, am 29. Januar 1833 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem Repertory of Patent-Inventions. Oktober 1834, S. 193.

Mit Abbildungen auf Tab. I.

Meine Erfindungen bestehen: 1) In einem solchen Baue des Kessels einer Dampfmaschine, daß die Feuerstelle und der untere Theil des Feuerzuges dergestalt mit Wasser umgeben sind, daß die durch das Wasser emporsteigenden Feuerzüge gestatten, daß der aus dem Feuer entwikelte Strom Flamme und erhizter Luft bei seinem Emporsteigen abwechselnd divergirt und convergirt. Durch diese abwechselnden Verdünnungen und Verdichtungen, so wie durch zahlreiche Zurükwerfung kann nämlich dem Wasser die möglich größte Menge Wärmestoff mitgetheilt werden, wenn der heiße Strom auch nur eine kleine Streke Raum durchzieht; auch entweicht dabei nicht mehr Wärmestoff durch den Rauchfang, als zur Erzeugung eines guten Luftzuges eben erforderlich ist.

2) In einer Speisung des Kessels mit Wasser von einer Drukpumpe her durch eine Röhre, in der mittelst eines Hebels ein Sperrhahn geöffnet und geschlossen wird. Der Hebel wird durch einen auf der Wasserfläche des Kessels befindlichen Schwimmer in Bewegung gesezt. In einem außer dem Kessel gelegenen Theile der Röhre befindet sich eine Klappe, die durch ein Gewicht herabgedrükt wird, welches mehr als hinreichend ist, um dem Druke des Dampfes in dem Kessel zu widerstehen. Diese belastete Klappe wird gehoben, und gestattet, daß alles Wasser, welches die Pumpe liefert, entweichen kann.

3) Darin, daß innerhalb dem Kessel, und in Berührung mit dem Feuerzuge etwas unter dem gewöhnlichen Wasserstande das geschlossene Ende einer Sicherheitsröhre angebracht wird, welche aus einem Metalle oder einem Metallgemische besteht, welches bei einer Temperatur, die etwas höher ist als die höchste Temperatur des Wassers, schmilzt. Das andere Ende der Sicherheitsröhre wird offen gelassen, und mit seinem Halse in einer Pfeife, einer Trompete oder |2| einer anderen, an der äußeren Seite des Kessels angebrachten Lärm machenden Vorrichtung befestigt. So wie daher das Wasser unter das geschlossene Ende der Sicherheitsröhre herabsinkt, wird dasselbe durch die Hize des Feuerzuges geschmolzen werden; der Dampf wird dann durch die Pfeife oder durch die sonstige Vorrichtung austreten, und durch den Lärm, den er auf diese Weise verursacht, andeuten, daß das Feuer unmittelbar gelöscht werden muß.

4) In der Befestigung zweier geflügelter oder blattförmiger Kolben an einer Welle, die sich in der Achse des arbeitenden Cylinders einer Dampfmaschine dreht. Diese Flügel ragen aus entgegengesezten Seiten der Welle hervor, und machen in zwei geschiedenen Kammern beiläufig 3/8 einer Umdrehung um die Achse des Cylinders. Die Fächer in dem Cylinder werden durch zwei keilförmige Scheidewände gebildet. Indem sich die Welle durch Stopfbüchsen, welche sich in den Enden des Cylinders befinden, bewegt, und, indem an dem einen Ende der Welle ein Winkelhebel befestigt ist, wird die schwingende Bewegung des Flügelpaares mittelst einer Verbindungsstange an einen an der Hauptwelle der Maschine befindlichen Krummhebel fortgepflanzt. Bei dieser Einrichtung wird durch die Veränderung der Stellung des schwingenden Krummhebels, welche zum Theil auf die Veränderung der Stellung des kreisenden Krummhebels folgt, eine gleichmäßigere Wirkung auf die Hauptwelle hervorgebracht; während diese Veränderung der Stellung auf den Druk des Dampfes auf den Kolben keinen Einfluß ausübt. Die Steuerung (leverage) wird hiebei vermindert, und die Kraft des Treib-Krummhebels vermehrt, wenn die Steuerung des getriebenen Hebels reducirt wird, und also eine größere Kraft zu dessen Betrieb erforderlich ist. Auf diese Weise wird sehr viel von jener Unregelmäßigkeit vermieden, die erfolgt, wenn eine im Vergleiche gleichmäßige Kraft eines Kolbens, der sich der Länge nach in einem Cylinder bewegt, auf die wechselnde Steuerung eines kreisenden Krummhebels wirkt. Ich brauche daher ein kleineres Flugrad, um den Krummhebel über die Mittelpunkte zu führen.

5) In der Erzeugung einer ähnlichen gleichmäßigen Wirkung auf den Hauptkrummhebel durch eine solche Verbindung zweier schwingender, flügelförmiger Kolben und eines Paares concentrischer Wellen, daß sich die eine Welle zum Theil in der anderen bewegt, und daß der eine Flügel an einer Welle befestigt ist, welche durch eine in dem einen Ende des Cylinders befindliche Stopfbüchse geht, während der andere Flügel an einer anderen Welle angebracht ist, welche durch die an dem entgegengesezten Ende des Cylinders befindliche Stopfbüchse geht. Ferner in der Befestigung eines Krummhebels |3| an jeder Welle, damit die schwingenden Bewegungen der Kolben mittelst zweier Verbindungsstangen auf die beiden, an der Hauptwelle befestigten, kreisenden Krummhebel übergetragen werden. Hiedurch wird es möglich, daß die beiden Kolben gleichzeitig auf die Hauptwelle wirken, während sie sich beide gegen diese Welle hin bewegen oder sich davon entfernen. In diesem Falle braucht der Cylinder nicht durch Scheidewände in zwei Kammern getheilt zu seyn, indem die Kolben in allen Stellungen gegenseitig an einander gränzen. Soll das Flugrad entbehrlich gemacht werden, so werden die zusammengehängten Kolben in zwei Fächern eines Cylinders angebracht, damit sie auf Winkelhebel wirken, welche unter rechten Winkeln an der Hauptwelle befestigt sind.

6) Darin, daß ich den arbeitenden Ventilen der Dampfmaschine eine cylindrische Form gebe, und daß sie sich in halb-cylindrischen Lagern bewegen, von denen jedes auf dem der Länge nach liegenden Boden eine lange, schmale, in den arbeitenden Cylinder führende Oeffnung hat, wodurch von der Dampfröhre her durch das Ventil eine Communication mit dem Cylinder, und abwechselnd von dem Cylinder her durch das Ventil eine Communication mit der Austrittsröhre eröffnet wird. Der Wechsel wird durch eine schwingende Bewegung des Ventils erzeugt, in Folge deren die lange, schmale, in der Seite des Ventiles befindliche Spalte bald die Mündung der Dampfröhre, bald die Mündung der Austrittsröhre umschließt. Das Ventil wird mittelst eines auf dasselbe drükenden und durch Stellschrauben regulirbaren Dekels fest auf sein Bett angehalten, ohne daß es jedoch dadurch in der Freiheit seiner Bewegung gehindert wäre. Das Ventil braucht bei dieser Einrichtung kein dampfdichtes Gehäuse; das Auslassen ist zu jeder Zeit bemerkbar, und das Ventil ist leicht schlüpfrig zu erhalten und auszubessern.

7) In einer Liederung der Stopfbüchse einer Dampfmaschine mit einem Strike, der eine Windung um die Kolbenstange macht, während die beiden Enden dieses Strikes bei zwei Fugen austreten, die in entgegengesezten Richtungen in dem Rande der Stopfbüchse und in deren Dekel angebracht sind. Diese Ausschnitte in der Stopfbüchse und in ihrem Dekel entsprechen der halben Dike des Strikes. Beide Enden des Strikes sind an einer Feder befestigt, wodurch der Strik beständig so gespannt erhalten wird, daß er die Kolbenstange mit solcher Spannung umfaßt, daß kein Dampf entweichen kann, und daß dabei doch keine zu große Reibung entsteht.

8) Endlich in dem Baue einer Maschine, welche mittelst meiner schwingenden, flügelförmigen Kolben und in Verbindung mit gewöhnlichen Hähnen anstatt mit schwingenden Ventilen durch den hydrostatischen |4| Druk des Wassers in Bewegung gesezt wird. Alles dieß wird aus den beigefügten Zeichnungen und aus der nun folgenden Erläuterung derselben deutlich werden.

Fig. 40 ist ein senkrechter Durchschnitt durch die Mitte meines Dampfkessels, und eine Ansicht der Theile, welche über diesen Durchschnitt hinaus sichtbar sind.

Fig. 41 ist ein horizontaler Durchschnitt des Kessels von A nach B in Fig. 40, mit einer Ansicht der unter dem Durchschnitte befindlichen Theile.

Fig. 42 ist eine Seitenansicht einer Dampfmaschine mit meinen zwei flügel- oder blattförmigen Kolben. Diese Kolben sind an einer Welle befestigt, die sich innerhalb eines in zwei Fächer getheilten Cylinders schwingen, und welche mit vieren meiner schwingenden Ventile in Verbindung stehen. Das untere Fach und die dazu gehörigen Klappen sind im Durchschnitte dargestellt; ein Theil des Gestelles ist weggebrochen.

Fig. 43 ist ein Grundriß dieser Maschine.

Fig. 44 zeigt die keilförmige Scheidewand von der Seite her.

Fig. 45 ist ein Längendurchschnitt durch die Mitte derselben.

Fig. 46 ist ein senkrechter Durchschnitt durch den Cylinder und die Klappen einer schwingenden Dampfmaschine, welche aus zwei zusammengehängten Kolben und Wellen, die mit zweien meiner schwingenden Klappen in Verbindung gebracht sind, bestehen.

Fig. 47 ist eine Seitenansicht des an der Welle befestigten Kolbenpaares; eine Wange ist weggenommen, um die Anwendungsart einer metallischen Liederung zu zeigen.

Fig. 48 gibt eine Ansicht des Kolbenpaares vom Rande her mit der Fuge, in welche die Liederung zu liegen kommt.

Fig. 49 zeigt ein Paar zusammengehängter Kolbenwellen; eine Wange ist weggenommen, damit man die Form jener metallenen Liederung sehe, welche sich am besten für diese Art von Kolben eignet.

Fig. 50 zeigt dieselben Kolben vom Rande her; man sieht hier die Fuge, in welche die Liederung zu liegen kommt.

Fig. 51 gibt eine Seitenansicht der Gelenke; es sind Vorsprünge an dieselben angegossen, und an diesen Vorsprüngen werden die Kolben befestigt, an denen zur Aufnahme derselben Zapfenlöcher angebracht sind.

Fig. 52 zeigt diese Gelenke vom Rande her.

Fig. 53 ist eine perspectivische Ansicht des Lagers, in welchem sich das Ventil schwingt; man sieht hier, daß die langen, schmalen Oeffnungen zur Erhaltung der Stärke des Cylinders durch eine Scheidewand in zwei Längen getheilt sind.

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Fig. 54 gibt eine perspectivische Ansicht des Schwungventiles, an welchem die Fuge oder der Ausschnitt, den Oeffnungen in dem Lager entsprechend, gleichfalls in zwei Längen abgetheilt ist.

Fig. 55 ist ein Grundriß des Dekels, womit das Ventil auf sein Lager angedrükt erhalten wird.

Fig. 56 ist eine Seitenansicht der Strikliederung und der Federn.

Fig. 57 ist ein horizontaler Durchschnitt durch einen Theil der Stopfbüchse und des Dekels, um die Strikliederung bloßzulegen.

An allen diesen Figuren beziehen sich gleiche Buchstaben und gleiche Zahlen auch auf gleiche Gegenstände.

a ist das Aschenloch und die Grundlage des Kessels. b sind die Roststangen. c die zum Feuer führende Oeffnung. d das äußere Gehäuse des Kessels, welches aus ausgewalztem, zusammengenietetem Eisenbleche besteht, e, f und g ist das innere Gehäuse des Kessels, welches aus Guß- oder Schmiedeisen besteht, und welches die Feuerstelle und den Feuerzug bildet. Der untere Theil e ist aus einem Stüke geformt, und hat am Grunde einen hervorstehenden Rand, womit er an einen ähnlichen vorspringenden Rand des äußeren Gehäuses gebolzt wird. Der zweite Theil f besteht gleichfalls aus einem Stüke; dieses wird auf das untere Stük e gebolzt, während das dritte Stük g wieder auf das zweite oder mittlere Stük gebolzt wird. Für kleine Kessel gewahrt ein inneres gußeisernes Gehäuse hinlängliche Stärke; für größere Kessel oder wo ein starker Druk Statt finden soll, ist hingegen ein schmiedeisernes Gehäuse vorzuziehen. h ist eine Fortsezung oder Verlängerung des Feuerzuges gegen den Rauchfang; die Verbindung desselben mit dem Strike g erhält durch einen Reifen, welcher über die beiden, zusammenstoßenden, kegelförmigen Enden fällt, Festigkeit und Dichtheit. Eine ähnliche Verbindungsart kann auch zwischen dem Stüke h und der weiteren Fortsezung des Feuerzuges benuzt werden; denn auf diese Weise läßt sich das Stük h durch bloßes Abheben der Reifen nach Belieben entfernen, ohne daß der übrige Theil des Feuerzuges in Unordnung geräth. Man kann daher auch leicht zu dem Inneren des Stükes g gelangen, um dasselbe reinigen zu können. i ist der Reifen, welcher die Verbindungsstellen der einzelnen Stüke des Feuerzuges umgibt. j ist die an dem äußeren Kesselgehäuse angebrachte Sicherheitsröhre und Pfeife. k sind drei linsenförmige Fächer oder Kammern; von jeder dieser Kammern gehen drei Röhren aus, welche sich in Randstüke endigen, die Oeffnungen gegenüber, welche mit den Oeffnungen der Röhren correspondiren, an das innere Kesselgehäuse gebolzt sind. Das in den linsenförmigen Räumen enthaltene Wasser steht also vermöge dieser Einrichtung mit dem in dem übrigen Theile |6| des Kessels enthaltenen Wasser in freier Communication. Die Ringe, welche die Ränder dieser Kammern oder Fächer bilden, können zugleich mit den drei hervorragenden Röhren am wohlfeilsten aus Gußeisen, die Boden- und Dekelplatten hingegen aus Eisenblech, welches durch Bolzen mit den eben erwähnten Ringen verbunden wird, verfertigt werden. Ich beschränke mich übrigens weder auf die Anwendung von Gußeisen, noch auf die linsenförmige Gestalt, indem der Boden sowohl als der Dekel flach oder concav seyn können, und indem sich sämmtliche Theile eben so gut aus Schmiedeisen und aus Kupfer verfertigen lassen. l, l sind zwei einander gegenüberliegende Oeffnungen, von denen die eine durch das äußere und die andere durch das innere Gehäuse des Kessels geht, und welche beide mit Thürchen verschlossen sind, die durch Schrauben und Querstangen an Ort und Stelle erhalten werden. Zwei Paare solcher Oeffnungen reichen hin, um an alle Stellen, welche weder von Oben durch Abheben des Rauchfanges h, noch von Unten durch Ausheben einiger Roststangen zugänglich sind, eine Bürste bringen zu können, mit der sich alle Theile gehörig reinigen und kehren lassen. m sind Oeffnungen, welche in dem äußeren Gehäuse des Kessels angebracht und durch Thürchen verschlossen sind, die durch Schrauben und Querstäbe an ihrer Stelle erhalten werden. Durch diese Oeffnungen erhält man zu dem Inneren des Kessels Zutritt, um allen Unrath und alle festen Theile, die sich allenfalls darin ansammelten, entfernen zu können. Neun solche Oeffnungen reichen, wenn sie den neun von den drei Kammern oder Fächern ausgehenden Röhren gegenüber angebracht sind, hin, um den beschriebenen Kessel in allen seinen Theilen reinigen zu können. n ist ein Hahn, bei welchem man das Wasser ablassen kann. p sind zwei Eichhähne. r ist die in die Maschine führende Dampfröhre. s die Röhre, welche von der Speisungspumpe herführt. t der Hahnarm und der Schwimmer, der die Speisung des Kessels mit Wasser regulirt. u ein durch punktirte Linien angedeutetes Ventil, welches das überschüssige Wasser abläßt. v der Hebel und das Gewicht, womit das Ventil belastet ist. w die Röhre, die das überschüssige Wasser ableitet.

In Fig. 42 und 43 ist 1 die Basis oder die Bodenplatte der auf einem Ziegelgemäuer ruhenden Dampfmaschine. 2 das Gestell, welches die Zapfenlager der Wellen trägt. 3 sind diese Zapfenlager. 4 ist die Hauptwelle und 5 der Krummhebel an dieser Hauptwelle. 6 die Verbindungsstange. 7 der Krummhebel an der Kolbenstange. 8 der arbeitende Cylinder. 9 die keilförmigen Scheidewände, durch welche das Innere des Cylinders in zwei Fächer abgetheilt ist, von denen das untere offen, das obere hingegen geschlossen dargestellt ist, |7| obschon sie beide als Gegenstüke zu betrachten sind. 10 (Fig. 44 und 45) ist die Liederungsfuge für die Liederung an der Kolbenstange. 11 Scheidewände in der Liederungsfuge, die derselben mehr Stärke geben, damit sie dem Druke der Liederung zu widerstehen vermag. Diese Scheidewände endigen sich in geringer Entfernung von der Kolbenstange in dünne Ränder, so daß die Liderung durch die ganze Länge der Fuge ganz und ununterbrochen ist. 12 ist ein Dekel mit Stellschrauben, welcher der Liederung folgt; diese Liederung kann aus Hanf bestehen, und an dem Theile, welcher sich an der Kolbenstange reibt, mit Metall besezt seyn oder nicht. 13 (Fig. 42, 43, 47 und 48) Ist die Kolbenstange. 14 sind die beiden geflügelten oder blattförmigen, an der Kolbenstange befestigten Kolben. 15 die Liederungsfuge und die um den Rand der Flügel oder Blätter laufende Liederung. 16 die Keile und die Federn, womit die Liederung herausgetrieben wird. 17 (Fig. 42, 43, 53, 54 und 55) sind die Schwingventile. 18 die Lager, in denen sich die Ventile schwingen. 19 die aus der Dampfröhre in das Lager führende Oeffnung. 20 die aus dem Lager in den Cylinder führende Oeffnung. 21 die von dem Lager in die Austrittsröhre führende Oeffnung. 22 der in dem Ventile befindliche Längenausschnitt, wodurch abwechselnd zwischen der Dampfröhre und dem Cylinder, und zwischen dem Cylinder und der Austrittsröhre die Communication hergestellt wird. 23 der Dekel und die Stellschrauben, womit das Schwingventil auf sein Lager angedrükt wird. 24 (Fig. 42 und 43) die Hebel und Verbindungsstangen, womit die Ventile in Bewegung gesezt werden. 25 sind die Handsteuerung und die Excentrica. 26 sind die vorspringenden Ränder des Cylinders und der Dampf- und Austrittsröhren. 27 die Dekel oder Thürchen, welche die beiden Enden der Fächer des Cylinders einschließen. 28 (Fig. 46, 49, 50, 51 und 52) ist der arbeitende Cylinder ohne Scheidewände. 29 ist die innere Kolbenstange, welche man in Fig. 49 zum Theil durch punktirte Linien als in der äußeren befindlich dargestellt sieht. 30 die äußere aus einem Stüke gegossene Kolbenstange mit einem Theile des doppelten Gelenkes und seinem Vorsprunge. 31 ein anderer Theil des doppelten Gelenkes mit seinem Vorsprunge. 32 das einfache, an der inneren Kolbenstange befestigte Gelenk mit seinem Vorsprunge. Diese Vorsprünge sind in Fig. 46, 49 und 50 durch punktirte Linien angedeutet; in Fig. 51 und 52 aber ausgeführt zu sehen. 33 (Fig. 46) sind die Dampfröhren und die Eintrittsmündungen in die Ventile. 34 die Austrittsröhren und die von den Ventilen herführenden Mündungen. 35 die Oeffnungen in dem Cylinder. 36 die Kolben, welche gegen die Enden hin an Dike zunehmen, damit sie in dem |8| Augenblike, in welchem sich das Dampfventil öffnet, den zwischen den Kolben befindlichen Raum beinahe ausfüllen, so daß bei der Veränderung des Hubes nur wenig Dampf verloren geht. Eine Wiederholung der Beschreibung der Ventile, Randstüke der Röhren und anderer Theile ist hier nicht nöthig, indem dieselben bereits bei Fig. 42, 43, 53, 54 und 55 beschrieben wurden; eben so wenig bedarf es einer Zeichnung der Krummhebel und der Verbindungsstangen. Es genügt, wenn wir bemerken, daß sich an der äußeren Kolbenstange an dem einen Ende des Cylinders und an der inneren Kolbenstange an dem anderen Ende des Cylinders ein Krummhebel befinden muß, und daß auch zwei Verbindungsstangen erforderlich sind, durch welche die gleichzeitige Bewegung der Kolben an die beiden an der Hauptwelle befindlichen Krummhebel übergetragen wird. Soll das Flugrad unnöthig gemacht werden, so müssen die Kolben, Fig. 42, zusammengehängt und an ein Paar Kolbenstangen angebracht und veranlaßt werden, auf zwei Krummhebel zu wirken, die unter rechten Winkeln an der Hauptwelle befestigt sind. 37 in Fig. 56 und 57 ist die Strikliederung. 38 sind die Federn, durch welche die Strikliederung gespannt erhalten wird. 39 die Stopfbüchse. 40 der Dekel derselben. 41 die Kolbenstange. 42 in Fig. 49 sind dünne messingene Wäscher, welche zwischen die Gelenke gelegt werden; wenn sich dieselben mit der Zeit abnüzen, und wenn sie daher die Räume nicht mehr ausfüllen, so können sie entfernt und durch dikere ersezt werden. 43 (Fig. 50) sind dünne, den Teleskopröhren ähnliche Röhrchen, welche in die zwei Gelenke eingesezt und gegen andere vertauscht werden, wenn sie sich so abgenüzt haben, daß sie den Raum nicht mehr ausfüllen.

Die Maschine, so wie ich sie hier beschrieben habe, ist, wenn sie mit Dampf von einem Druke von zwei Atmosphären und ohne Verdichtung betrieben wird, auf Erzeugung einer Kraft von 10 bis 12 Pferden berechnet. Jeder verständige Maschinenbauer wird die Dimensionen größerer oder kleinerer Maschinen, der Dampf mag verdichtet werden oder nicht, zu berechnen wissen. Werden meine Kolben an einer Wasserdrukmaschine angebracht, so wird gleichfalls jeder Mechaniker, der sich auf den Bau solcher Maschinen versteht, die der gegebenen Wasserhöhe und der zu vollbringenden Arbeit entsprechenden Dimensionen zu berechnen wissen.

An den größeren Kesseln vermehre ich die Zahl und den Durchmesser der linsenförmigen Kammern, damit der aufsteigende Strom von Flammen und erhizter Luft noch öfter und starker ausgedehnt und wieder zusammengezogen wird; damit diese Ausdehnungen und Contractionen, so wie die daraus folgenden Reverberationen der |9| Größe des Ofens entsprechen, und damit auf diese Weise alle jene Hize, die nicht durchaus zur Erzeugung des gehörigen Zuges im Rauchfange erforderlich ist, erfolgreich verwendet wird.

Als meine Erfindungen nehme ich, wie gesagt, die acht oben angeführten Punkte in Anspruch.1)

|9|

Wir haben diese acht Punkte, die den sogenannten Claim des Patentträgers bilden, oben so viel als möglich wörtlich in's Deutsche übertragen, wobei wir nur bedauern, daß Vieles davon undeutlich und selbst mit Beihülfe der Zeichnung unverständlich ist. Unsere Leser werden die Schuld hievon nicht uns zur Last legen, wenn wir ihnen sagen, daß sich selbst der Herausgeber des Originals über die Undeutlichkeit beklagt, und daß diese Claims im Originale nach ächter Advocaten- und Patentmethode ohne alle andere Unterscheidungszeichen, als Comma's gegeben sind, damit man ja viele Dinge deuten könne, wie man sie eben gedeutet haben will. A. d. R.

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