Titel: Goddard's Verbesserungen an den Maschinen zum Wägen etc.
Autor: Goddard, Robert Hendrik
Fundstelle: 1835, Band 55, Nr. VI. (S. 25–36)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj055/ar055006

VI. Verbesserungen an den Maschinen zum Wägen, und in der Art und Weise die von den Wäge- und Meßapparaten vollbrachten Operationen zu ermitteln, zu registriren und anzuzeigen, worauf sich Robert Hendrik Goddard, Gentleman von Woolwich, in der Grafschaft Kent, am 27. Februar 1834 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem London Journal of Arts. September 1834, S. 63.

Mit Abbildungen auf Tab. I.4)

Die Erfindungen des Patentträgers sind dazu bestimmt, den Betrug beim Wägen, Messen und Zahlen verschiedener Arten von Artikeln zu verhindern, was durch folgende beide Wege erreicht wird. Der Erfinder verfertigt nämlich: 1) Wägen, welche so eingerichtet sind, daß die auf der Waagschale befindlichen Substanzen nicht abgegeben werden können, sobald deren Quantität zu groß oder zu klein ist, oder sobald sich überhaupt nicht die gehörige Quantität auf der Waagschale befindet. Zur genauen Bestimmung, Registrirung und Andeutung der Zahl der Operationen, welche die Wäge-, Meß- oder Zählapparate vollbrachten, bringt er an diesen Maschinen 2) einen Mechanismus an, welcher durch die Bewegungen der Apparate während des Wagens, Messens oder Zählens in Thätigkeit versezt wird, so daß auf diese Weise die Person, welche sonst auf die Operationen Acht hat, und dieselben aufzeichnet, überflüssig wird. Der Patentträger bemerkt, daß sich seine Verbesserungen besonders auf das Wägen von Steinkohlen, Salz etc. beim Ausladen derselben aus den Schiffen beziehen, und daß er in den beigefügten Zeichnungen deßhalb seine Erfindungen auch an jenen Waagschalen angebracht zeigte, deren man sich in London gewöhnlich zum Wägen der Steinkohlen bedient. Es versteht sich übrigens von selbst, daß mit seinen Apparaten eben so gut auch verschiedene andere Substanzen gewogen werden können. Die gegenwärtig gebräuchlichen Waagschalen sind von zweierlei Art: die einen sind ekig oder beinahe keilförmig, und eine derselben wird mit Achsen in einen eisernen, an dem einen Ende des Waagebalkens aufgehängten Bügel eingehängt. So wie nun die Waagschale mit der gehörigen Quantität Kohle etc. beladen ist, läßt man einen Drüker los, wodurch sie in Folge ihrer eigenthümlichen |26| Form umschlagt, die Kohle ableert, und hierauf wieder in ihre frühere Stellung zurüktritt, in der sie sich von selbst befestigt. Die andere Art von Waagschalen hat eine ähnliche Form und wird gleichfalls an dem Bügel befestigt; sie entleert aber ihren Inhalt durch ein Thürchen, welches durch einen Drüker geöffnet und wieder geschlossen wird. Beide Arten von Waagschalen erfordern die ausschließliche Aufsicht des sogenannten Wägers, der das Gewicht regulirt, und jede Operation aufzeichnet. Alle diese Verrichtungen dieses Wägers besorgt die neue Vorrichtung mit größter Genauigkeit.

Fig. 1 ist eine Seitenansicht einer Waagschale von erster Art, an der jene Vorrichtung allgebracht ist, womit der erste Zwek der Erfindung des Patentträgers erreicht wird. Die Waagschale ist hier leer. Fig. 2 zeigt denselben Apparat in kleinerem Maßstabe, und zwar im Umschlagen zum Behufe des Entleerens der Waagschale begriffen. Fig. 3 zeigt die Waagschale in der Stellung, welche sie hat, wenn sie zu stark beladen und so gesperrt ist, daß sie nicht eher abgeleert werden kann, als bis die überschüssige Quantität Kohle entfernt worden. Fig. 4 gibt eine Ansicht des Bügels allein.

A ist die Waagschale, die an Achsen aufgehängt ist, welche sich in dem Bügel B drehen. a ist ein Drüker, welcher sich um einen in der Waagschale befestigten Zapfen dreht; an seiner unteren Seite befindet sich ein Zapfenloch, welches zur Aufnahme des Federriegels b bestimmt ist, der an der Seite der Waagschale befestigt, und in Fig. 5 einzeln für sich abgebildet ist. Mittelst dieser Vorrichtung wird verhindert, daß sich die Waagschale umdrehe, bevor sie durch den später zu beschreibenden Mechanismus losgemacht wird. C ist eine Stange, welche an einem fixirten Balken aufgehängt ist, und welche durch Zapfenlager geht, die sich an der Seite der Waagschale befinden. Diese Stange trägt den Mechanismus, der die Waagschale frei macht, so wie auch jenen, welcher das Umschlagen hindert, sobald sich nicht genau die bestimmte Quantität Kohlen auf der Waagschale befindet. D ist ein belasteter Hebel, den man in Fig. 6 einzeln abgebildet sieht, und der sich an der Stange C um eine Achse dreht; an ihm befinden sich die Zapfen c, durch welche der Drüker frei gemacht wird, wenn die Waagschale die gehörige Quantität Kohle enthält. An diesem Hebel befindet sich auch noch ein anderer Zapfen d, der in Verbindung mit dem Hemmer (preventer) e, sobald er mittelst der Stange C herab bewegt wird, das Freiwerden des Drükers verhindert, im Falle die Waagschale eine größere, als die geeignete Quantität enthält. E ist ein an der Stange C befestigtes Gehäuse, welches eine um eine Röhre g gewundene Feder enthält. Diese Röhre wird an ihrem oberen Ende von einem auf |27| die Feder f drükenden Halsstüke getragen; das andere Ende der Röhre geht in das Halsstük h über, auf welchem die an der Waagschale befestigte Schlinge oder der Ring i ruht, sobald die Waagschale zu sehr belastet ist. j ist ein äußeres Gehäuse, welches an der Stange C befestigt ist, und das Ganze einschließt. Alle diese Theile sieht man in Fig. 7, 8 und 9 am besten, indem diese Figuren den Federapparat von Außen und im Durchschnitte zeigen. Wenn das äußere Gehäuse abgenommen ist, so arbeitet der Apparat folgender Maßen. Wenn die Schale leer ist, oder wenn sich nicht die gehörige Quantität auf derselben befindet, so heben die an dem anderen Ende des Waagebalkens befindlichen Gewichte die Waagschale in die Stellung empor, in der man sie in Fig. 1 und 7 ersieht; d.h. der Schwanz k des Drükers a kommt an die Seite des äußeren Gehäuses j, und der Ring i in die Nähe des Scheitels des Gehäuses E. So wie sich die Waagschale aber füllt, sinkt dieselbe und der Drüker so weit herab, bis der Schwanz k an dem Ende des Gehäuses j vorüber gegangen, wo dann der aus dem Drüker hervorragende Arm l zwischen die Zapfen c und o gelangt. m ist ein aus der Waagschale hervorragender Aufhälter (interceptor) m, gegen welchen sich der Zapfen n schiebt, bis die Waagschale weit genug herabgesunken, oder bis sich der Drüker a und der Hebel d in einer Linie befinden, wie Fig. 2 und 3 zeigt. Ist dieß der Fall, so befindet sich die gehörige Quantität Kohle auf der Waagschale; der Hebel D ist nun frei geworden, und indem man den Griff F herabdrükt, wird das längere Ende des Hebels D emporgehoben, wodurch der Zapfen c veranlaßt wird, auf den Arm l des Drükers zu wirken, und denselben so emporzuheben, wie man ihn in Fig. 2 sieht. Dadurch wird die Schale frei, sie schlägt um und entleert ihren Inhalt; so wie man den Griff aber losläßt, wirb das an dem Ende des Hebels D befindliche Gewicht dieselbe wieder in ihre frühere Stellung zurükführen.

Sollte zu viel Kohle in die Waagschale gebracht worden seyn, so wird der auf dem Halsstüke der Röhre E ruhende Ring i, indem er die Feder f zusammendrükt, bewirken, daß dieselbe herabsinkt; und durch diese Bewegung wird der an dem Halsstüke h befindliche Aufhälter e in die aus Fig. 3 und 9 ersichtliche Stellung herab gelangen: d.h. er wird hinter dem Zapfen c hervorragen, und dadurch den Hebel D sperren und dessen Bewegung verhindern. So wie jedoch die überschüssige Quantität Kohlen wieder von der Waagschale entfernt wird, wird die Feder f den Aufhälter wieder emporheben und den Hebel frei machen. Der Zapfen o bewirkt, daß der Drüker auf keine andere Weise, als durch den Hebel D befreit werden |28| kann. p ist ein an der Waagschale befindlicher Schraubenschlüssel, womit der Haken q des Griffes festgehalten werden kann, wenn der Apparat nicht benuzt wird. Statt die Stange C mit Ketten aufzuhängen, wie man dieß aus der Zeichnung ersteht, kann man dieselbe auch bis zu dem fixirten Balken verlängern, und ihr unteres Ende mit dem Verdeke des Schiffes in Verbindung bringen.

Der Apparat oder die Vorrichtung zur Erreichung des zweiten Theils der Erfindung des Patentträgers ist in einem Gehäuse enthalten, zu welchem der Arbeiter keinen Zutritt hat, und welches mit einer der Achsen der Waagschale in Verbindung gebracht ist. Die Bewegungen, welche die Waagschale beim Umschlagen und Ausleeren der Kohle macht, sezen den zum Aufzeichnen und Registriren dienenden Apparat in Thätigkeit.

In Fig. 10 sieht man bei G diesen Apparat mit der Waage in Verbindung gebracht, und mittelst eines Riegelhakens und Schlosses an dem Bügel B befestigt. Fig. 11 zeigt den Apparat für sich allein und in größerem Maßstabe; sein Dekel oder das zu demselben führende Thürchen ist geöffnet, damit man das Innere sehen könne. Fig. 12 ist eine ähnliche Ansicht, an der jedoch die Zifferblätter abgenommen sind, damit das Räderwerk um so deutlicher sichtbar werde. Fig. 13 ist ein senkrechter Durchschnitt durch den Apparat mit geschlossenem Dekel oder Thürchen.

Im Rüken des Gehäuses befindet sich eine Oeffnung, welche zur Aufnahme des vierekigen Endes der Achse der Waagschale, welches aus dem an der Waagschale befindlichen Halsstüke hervorragt, dient. Dieses vierekige Ende paßt in eine entsprechende Oeffnung in der Achse a, welche sich in dem Gehäuse in Zapfenlagern dreht. An dieser Achse oder Welle befindet sich ein Federdäumling b, welcher, so wie sich die Waagschale umschlagt, zugleich mit der Welle a bewegt, und auf dem Kreisbogen, den er hiebei beschreibt, mit einem Zahne des achtzähnigen Sperrrades c in Berührung kommt, wodurch dasselbe um den achten Theil seines Umfanges umgedreht wird. Wenn hiedurch aufgezeichnet worden, daß eine Operation oder Entleerung der Waagschale vollbracht worden, so kehrt der Däumling mit der Waagschale A wieder in seine frühere Stellung zurük, indem das Federgelenk desselben nachgibt, so daß sein Ende über dem Rüken des nächstfolgenden Sperrzahnes weggleiten kann. Das Zurükkehren des Rades c wird durch einen Sperrkegel d verhindert. An der Welle des Sperrrades c befindet sich ein Getrieb mit acht Zahnen e, welches in ein Rad mit 60 Zähnen f eingreift; und an der Welle dieses lezteren befindet sich ein Getrieb mit 7 Zahnen g, welches in ein Rad mit 112 Zahnen eingreift. Hinter diesem Rade |29| ist eine kreisrunde Scheibe i angebracht, auf der sich in gleichen Entfernungen von einander 4 Zapfen befinden, auf welche ein aus dem äußeren Rande des Zifferblattes k des Rades h hervorstehender Zahn einwirkt. Die Wellen aller dieser Räder und Getriebe drehen sich in dem Gehäuse in für sie bestimmten Zapfenlagern.

Der Apparat arbeitet auf folgende Weise. Wenn die Welle der Waagschale A das Räderwerk auf die beschriebene Weise in Bewegung sezt, so wird jeder Hub auf dem Zifferblatte l des Sperrrades c, auf welchem 8 Hube oder eine Tonne eingezeichnet sind, angedeutet werden. Mittlerweile wirkt das Getrieb g des Rades f auf die Zähne des Rades h, und veranlaßt dasselbe zu Umdrehungen und zur Andeutung der Tonnen auf dem Zifferblatte k. Hat das Rad h eine Umdrehung gemacht, so wird der Zeiger auf dem Zifferblatte andeuten, daß 112 Tonnen abgewogen wurden. So wie sich das Zifferblatt einer Umdrehung annähert, kommt der an demselben befestigte Zapfen mit einem der Zapfen der Platte i in Berührung, und bewegt dadurch dieselbe allmählich, bis die auf dem Zifferblatte m verzeichnete Zahl 112 der in dem Thürchen oder Dekel des Apparates befindlichen Oeffnung gegenüber erscheint, wo dann der an dem Zifferblatte befindliche Zapfen bis zur nächsten Umdrehung auf die Zapfen zu wirken aufhört.

Das Rad f dient auch dazu, um auf eine hörbare Weise anzudeuten, wenn 7 Tonnen über die Waagschale gegangen. Es dreht nämlich ein Rad n, durch welches ein Federweker o aufgewunden wird. Die Zähne des Rades n ragen bloß an der einen Hälfte über die Breite des Rades f hinaus, und an dieser Hälfte ist ein Theil der Zähne weggenommen, wie man in Fig. 13 bei p sieht. Sobald das Rad f einen Umgang vollbracht hat, wird durch die Unterbrechung der Zähne an der einen Hälfte eine Hemmung und eine Luke erzeugt, während welcher das Rad n ablaufen kann. q ist ein Hammer, der auf die Gloke des Wekers schlägt.

Um die an jedem Tage vollbrachte Arbeit, oder die von dem Schiffe an verschiedene Barken abgegebenen Quantitäten bemessen zu können, greift das Zahnrad r, welches 42 oder irgend eine andere durch 7 theilbare Anzahl von Zähnen hat, in die Zähne des Rades h. s ist ein an der Welle von r befestigtes Zifferblatt, welches mit Zahlen, die von 0 bis 42 fortlaufen, bezeichnet ist; diese Zahlen sieht man durch Oeffnungen, welche sich in einer beweglichen, in dem Thürchen oder Dekel angebrachten Platte befinden. Das Zifferblatt s bewegt sich mit dem Rade h; am Anfange einer jeden Tagesarbeit oder beim Beginnen des Beladens einer jeden Barke wird die Oeffnung |30| auf o gedreht, und so wie die gewünschte Zahl an der Oeffnung erscheint, ist die Arbeit vollbracht.

In dem oberen Theile des Gehäuses und in Zusammenhang mit der Welle a ist ein kleiner Zählapparat u angebracht, damit, wenn ja an dem Hauptapparate ein Fehler vorgeht, dieser hier verbessert werde. Dieser Apparat besteht aus einem achtzähnigen Sperrrade 1, auf welches ein an der Welle a befindlicher Däumling wirkt. An der Spindel dieses Rades 1 befindet sich ein achtzähniges Getrieb 3, welches in das mit 56 Zahnen versehene Rad 4 eingreift. An der Welle oder Spindel dieses lezteren ist ein siebenzähniges Getrieb 5 angebracht, welches in ein mit 49 Zahnen ausgestattetes Rad 6 eingreift; und an der Welle dieses lezteren Rades befindet sich endlich das zehnzähnige Getrieb 7, welches in ein anderes, mit 49 Zähnen beseztes Rad eingreift. An dem Sperrrade 1 ist ein Sperrkegel und ein Fänger angebracht. Auf den Rädern befindet sich eine Platte mit drei Zifferblättern und Zeigern, welche andeuten, wie weit die Arbeit fortgeschritten ist.

Fig. 14, 15 und 16 sind ähnliche Darstellungen eines Apparates, welcher dieselben Resultate gibt, dessen Bewegung aber etwas von jener, die oben bei Fig. 11, 12 und 13 beschrieben wurde, verschieden ist. Gleiche Theile sind hier auch durch dieselben Buchstaben angedeutet. Das Halsstük a, der Däumling b und das Sperrrad c sind dieselben, wie an obigem Apparate. An dem Rade c ist ein Däumling e angebracht, der bei jeder Umdrehung das nächstfolgende Rad f in Bewegung sezt, indem er auf einen der sieben Zapfen wirkt, die in gleichen Entfernungen von einander im Umfange des Rades angebracht sind. An dem Rade f befindet sich ein Däumling g, der auf ähnliche Weise auf die Zapfen des nächstfolgenden Rades h wirkt, so daß sich bei jedem Umgange des Zifferblattes k ein Resultat von 196 Tonnen ergibt. Soll die Maschine eine noch größere Anzahl von Operationen registriren, so kann man noch eine kreisrunde Platte, wie jene bei i in Fig. 12, anbringen, an der sich eine gegebene Anzahl von Zapfen befindet, auf welche das Zifferblatt k einwirkt.

Fig. 17, 18 und 19 zeigen eine Methode jene betrügerischen Angaben zu verhindern, die dadurch hervorgebracht werden könnten, daß die Waagschale umgestürzt wird, während sie leer oder nicht ganz gefüllt ist. An dem Bügel B ist das Gehäuse p befestigt, welches man aus den Figuren 20, 21 und 22, in denen die Waagschale für sich allein abgebildet ist, deutlicher ersieht. In diesem Gehäuse befindet sich eine starke Feder q, die, wie man aus Fig. 23 sieht, auf dem Boden desselben ruht. r ist eine durch den Boden |31| des Gehäuses und durch die Feder gehende Stange, an deren oberem Ende sich ein Halsstük s befindet, welches auf den Scheitel der Feder q drükt. An dem unteren Ende dieser Stange ist ein Ring oder ein Zapfenlager t angebracht, in welchem sich die Achse der Waagschale dreht, wie Fig. 24 zeigt. Man sieht hier auch eine vierekige Schraubenmutter u, welche in das in der Waagschale B angebrachte Fenster paßt, und sich darin hin und her schiebt. v ist der vierekige Theil der Achse der Waagschale, welcher in die Oeffnung der ersten Welle a des Registrirapparates paßt. Diese Welle ist hier, wie man aus Fig. 25 und 26 ersieht, in ein Zapfenloch w eingesezt, welches zu diesem Behufs in dem Gehäuse angebracht ist. Auf diese Weise ist die Waagschale an der Feder q aufgehängt; wenn sie daher leer oder nur zum Theil belastet ist, so wird ihre Achse in Folge ihrer Verbindung mit der ersten Welle des Registrirapparates diese leztere Welle und ihren Federdäumling, wie Fig. 25 zeigt, so emporheben, daß sie nicht auf das erste Sperrrad wirken kann. Bei dieser Einrichtung kann also nur dann etwas gezählt oder aufgezeichnet werden, wenn die Waagschale gehörig belastet ist. Die Feder gestattet, daß die Waagschale, ihre Achse und der Däumling im Falle der gehörigen Belastung bis auf den Grund des Fensters w herabsinken kann, wo dann auf die oben beschriebene Weise die Einwirkung auf das erste Sperrrad Statt findet.

Hiebet wird jedoch eine Abänderung der Einrichtung des Drükers und des Hemmers nöthig, obschon auch hier dieselben Theile angewendet werden, weßhalb sie auch mit denselben Buchstaben bezeichnet sind, wie in Fig. 1, 2 und 3. Der Drüker a ist umgekehrt, und der Federriegel b steigt so weit herab, daß er mit demselben in Berührung kommt. Wenn die Waagschale emporgehoben ist, so können der Drüker und der Riegel nicht mitwirken (s. Fig. 17); die Waagschale ist daher mittelst eines anderen Zapfens y an der inneren Seite der Waagschale in gehöriger Stellung befestigt (siehe Fig. 17 und 21). z ist ein an der Waagschale befestigter Federriegel, welcher derselben gestattet, beim Zurükkehren wieder ihre frühere Stellung einzunehmen; er hindert jedoch das Umschlagen derselben, bis der Riegel b, wie in Fig. 18, in den Bereich des Drükers a kommt, wo dann der Federriegel z aufgehört hat, mit dem an dem Bügel B befindlichen Zapfen y in Berührung zu stehen, so daß der Drüker a also seine oben beschriebene Wirkung ausüben kann. Auch der Aufhälter (interceptor) e muß eine veränderte Stellung erhalten; er befindet sich nämlich an der entgegengesezten Seite der Stange c, und durch das aus der Waagschale hervorragende Stük * gegen Beschädigungen durch den Zapfen d geschüzt. Es erhellt von |32| selbst, daß die Zapfen c, o hier ober und nicht unter dem Hebel D angebracht werden müssen.

Fig. 27 und 28 zeigen den Zähl- und Registrirapparat G an der zweiten Art der im Eingange erwähnten Waagschalen angebracht. A ist die Waagschale und B der Bügel. In der Nähe des Grundes der schiefen Fläche, welche den Rüken der Waagschale bildet, ist ein Eisenblech oder eine Art von Rost a angebracht, der sich, wie Fig. 29 zeigt, mit Halsstüken oder Zapfen in den beiden Seiten der Waagschale bewegt. An diesem Bleche oder Roste befindet sich ein Gegengewicht c, welches, wenn es nöthig seyn sollte, durch eine Feder unterstüzt wird, um ersteres leichter in seiner Stellung zu erhalten. Wenn die Waagschale mit Kohlen gefüllt ist, so drükt das Blech oder der Rost a gegen das Thürchen, und so wie dieses geöffnet wird, so wird ersteres durch die Entleerung des Inhaltes in die aus Fig. 29 ersichtliche Stellung herabgedrükt; sind die Kohlen jedoch entleert, so nimmt das Blech in Folge des angebrachten Gegengewichtes wieder seine frühere Stellung ein, wo das Thürchen dann geschlossen werden kann. Das vierekige Ende der Achse b des Bleches oder Rostes a wird in die erste Welle des Registrirapparates eingesezt, wodurch man also hier dieselben Resultate erhält, wie bei der zuerst beschriebenen Art von Waagschalen. Bei der Anwendung des Apparates an dieser Art von Waagschalen ist jedoch die Ordnung der Räder und des Mechanismus eine umgekehrte.

Fig. 30 zeigt eine Waagschale, so wie man sich ihrer gewöhnlich zum Wägen des Salzes, beim Ausladen von Schiffsladungen und in vielen anderen Fällen bedient, und an der obiger Apparat G gleichfalls mit gutem Erfolge angebracht werden kann. Die Waagschale A ist in einem Bügel B aufgehängt, und dreht sich beim Entleeren um eine Achse, von welcher die erforderliche Bewegung an den Registrirapparat fortgepflanzt werden kann.

Fig. 31 zeigt den Registrirapparat an einer Vorrichtung angebracht, die zum Messen irgend einer Art von Gegenständen dient. A ist das an dem Bande B befestigte Maaß; der Arm C hat bei D einen Zapfen oder eine Achse, die sich in dem Tische E in Zapfenlagern dreht. An dem Ende dieser Achse ist der Registrirapparat G angebracht, der die Bewegungen des Maaßes beim Entleeren des Inhaltes desselben aufzeichnet.

Fig. 32 zeigt einen Trog, wie man sich desselben gewöhnlich bedient, um Kanonenkugeln, Käse, Säke oder sonstige Artikel, die man über schiefe Flächen hinabzulassen pflegt, um sie von einem Orte zum anderen zu schaffen, hinein zu thun. A ist eine an der Achse B eingehängte Flügelthüre. An jenem Ende des Troges C, an welchem |33| die Güter gewöhnlich abgegeben werden, hat die Achse B ein vierekiges Ende, welches zur Aufnahme des Registrirapparates dient. D, D sind Stifte oder Zapfen, welche durch Löcher gehen, die in den Stufen E, die das Ende der Seiten des Troges bilden, angebracht sind. Es sind mehrere dergleichen Löcher in diesen Stüken angebracht, damit man die Zapfen, je nachdem es nöthig ist, höher oder niedriger stellen kann. F, F sind Oeffnungen in diesen Stüken E, durch welche die Achse B geht. G ist ein Loch in dem Boden des Troges mit Zapfen, durch welche die Mündung des Endes je nach Bedarf verkleinert oder erweitert werden kann, indem die Gewinde H ein Zusammenziehen oder Ausbreiten der Enden gestatten. Die Achse der Flügelthüre ruht auf dem Zapfen D. An dem vierekigen Ende der Achse ist der Registrirapparat angebracht, der jedes Mal in Thätigkeit kommt, sobald etwas durch die Thüre geht.

Weitere Verbesserungen an den Vorrichtungen zum Wägen sieht man in Fig. 33, 34 und 35. Sie bestehen in der Anwendung von Registrirapparaten und anderen Vorrichtungen zur Bestimmung und zum Registriren des Gewichtes von Karren und Wagen mit ihrer Ladung im Großen sowohl als im Detail, so wie auch zum Aufzeichnen der vollbrachten Operationen. a, a sind Säulen oder Tragpfosten für die Waage; b, b ist der belastete Hebel, welcher sich um den Stüzpunkt oder um die Achse c dreht, die sich mit den Halsstüken d, d in Zapfenlagern dreht, welche sich, wie man aus Fig. 36 sieht, in den Säulen oder Pfosten befinden. Eines dieser Halsstüke ragt hervor, und dient zur Aufnahme der Nabe des Rades e, e, welches an demselben aufgezogen ist. Von der Nabe dieses Rades geht die vierekige Welle f, f aus, die zur Aufnahme des Registrirapparates dient, wie dieß aus dem Durchschnitte in Fig. 36 erhellt. Das Rad e muß leicht und groß seyn, und sowohl an dem äußeren als an dem inneren Umfange des Reifens mir einer der Größe entsprechenden Anzahl kleiner scharfer Zähne versehen seyn. g ist ein an dem Hebel b befestigter Federbolzen oder Riegel, an dessen Ende sich Zahne befinden, welche den am äußeren Umfange des Rades e angebrachten Zahnen entsprechen. h ist ein anderer ähnlicher Federbolzen, welcher jedoch an der Säule oder dem Pfosten angebracht ist, und dessen Zahne den an dem inneren Umfange des Rades e befindlichen Zahnen entsprechen. Die Zähne des Bolzens g werden mittelst der Feder dieses lezteren mit dem Umfange des Rades in Berührung erhalten, während die Feder des Bolzens h die entgegengesezte Wirkung hervorbringt, so daß die Zahne dieses Bolzens außer Berührung mit den Zähnen des Rades bleiben. i ist eine Stange, welche an der Platform vorübergeht; ihr oberes Ende steht mit |34| dem Arme des Hebels k in Verbindung, während von dem anderen Ende dieses Hebels eine Stange l ausläuft, welche in der Säule oder in dem Pfosten ihr Lager hat, und von der sich um den vierten Theil des Umfanges des Rades e herum ein Arm m erstrekt. An diesem Arme m bewegt sich der Bolzen g, je nachdem der Hebel b gehoben oder gesenkt wird. Die Stange l steht auch mit dem Federbolzen h in Verbindung.

Fig. 34 zeigt die Bewegung der Bolzen g und h zur Zeit, wo sich ein Wagen auf der Platform der Waage befindet. Der Bolzen g befestigt das Rad e an dem Hebel b, indem seine Zähne mit jenen am äußeren Umfange des Rades in Berührung stehen, während der Bolzen h von den Zähnen des inneren Umfanges zurükgewichen ist. So wie nun die Stange i angezogen wird, kommt der Hebel k in Thätigkeit, und es tritt folgende Wirkung ein. Die Feder des Bolzens g wird vorwärts getrieben, so daß dessen Zähne das Rad festhalten; durch dieselbe Bewegung werden die Zähne des Bolzens h von den am inneren Umfange des Rades befindlichen Zähnen zurükgezogen. So wie aber das Gewicht wieder von der Platform entfernt wird, so nimmt der Hebel b, wieder seine ruhende Stellung ein, wobei er das Rad e mit sich führt, und also dasselbe veranlaßt einen Kreisbogen zu beschreiben, der mit dem auf die Platform gebrachten Gewichte im Verhältnisse steht. Wenn nun hierauf die Stange i nachgelassen wird, so weicht der Bolzen g von den Zahnen des äußeren Umfanges des Rades zurük, während die Zähne des Bolzens h bis zur nächstfolgenden Operation mit den Zahnen des inneren Umfanges in Berührung bleiben. Der Registrirapparat ist an der Achse f des Rades e befestigt, und durch dessen Bewegung, d.h. durch die rotirende Bewegung des Rades e, während es mit dem Bolzen g in Berührung steht, wird die Operation verzeichnet.

Da das Rad e eine Kreisbewegung, und nicht bloß, wie an der obigen Maschine eine Bewegung durch einen Kreisbogen hat, so ist in dem Baue des Registrirapparates eine kleine Abänderung nöthig, um denselben auch hier anwendbar zu machen. In Fig. 37 ist n ein Zifferblatt, an dessen Achse sich eine vierekige Oeffnung befindet, die zur Aufnahme der Achse f des Rades e dient. o ist ein Getrieb mit 10 Zähnen, welches in das 100 zähnige Rad p eingreift, und an der Welle dieses Rades p befindet sich q, gleichfalls ein Getriebe mit 10 Zähnen, welches in ein anderes Rad r eingreift. Die Zahl der Zähne dieses Rades richtet sich danach, wie weit man das Zählen treiben will. Wenn nun der Registrirapparat mit dem Rade e in Verbindung gebracht worden, so tritt folgende Wirkung |35| ein. Das Rad e hängt, wie oben gezeigt worden, von der Bewegung des Hebels b ab; und so wie dieser Hebel je nach dem auf die Platform gebrachten Gewichte emporgehoben wird, und so wie er bei der Entfernung dieses Gewichtes wieder in seine frühere Stellung zurükkehrt, so muß nothwendig in denselben Radien auch eine entsprechende Bewegung des Zifferblattes n erfolgen; die Registrirung des Gewichtes geschieht also je nach der Zahl der Zähne des Rades e, die in Folge der Statt gehabten Bewegung vorübergegangen sind. Den Index und einen Theil des Zifferblattes sieht man in Fig. 37 auch in einem größeren Maaßstabe.

Das Registriren der verschiedenen Betrage der einzelnen Wägeprocesse in ihrer respectiven Ordnung wird auf folgende Weise vollbracht. A ist ein in Fig. 35 und 36 ersichtliches Trommelrad, welches an der Welle f aufgezogen ist, und sich mit dem Rade a umdreht. u, u ist ein langer Streifen aus Pergament oder aus einer anderen Substanz, an dessen beiden Enden sich ein Gewicht befindet, und der ein oder mehrere Male um die Trommel t läuft; er geht durch Oeffnungen, welche in hervorragenden Zapfen, die ihm als Führer dienen, zu diesem Behufe angebracht sind. In dem dem Hebel b zunächst liegenden Zapfen, und dem für den Pergamentstreifen bestimmten Ausschnitte gegenüber ist an dem Hebel b eine kleine Oeffnung angebracht; eben so ist in dem Bogen dieser Oeffnung ein kleiner Einfall v angebracht. Wenn nun der Hebel b emporsteigt, so steigt auch der Einfall mit ihm empor; beim Zurükkehren dreht sich das Trommelrad in entsprechendem Maaße, und dadurch steigt das an dem einen Ende des Pergamentstreifens angebrachte Gewicht w empor, während das an dem anderen Ende angebrachte Gewicht x herabsinkt. So wie sich nun der Zapfen oder Einfall v in Folge der Rükkehr des Hebels in seine ruhende Stellung der Säule oder dem Tragpfosten a nähert, fällt er in die in den Leitungszapfen angebrachte Oeffnung y, und schlägt ein Loch aus dem Pergamente aus. Da bei jedesmaliger Operation immer dasselbe geschieht, so wird die Zahl der Operationen durch die Zahl der ausgeschlagenen Löcher angedeutet; das Verhältniß der Entfernungen dieser Löcher von einander zu dem Umfange des Rades bestimmt beiläufig ihre respective Quantität in der Ordnung, in welcher das Wagen Statt fand, wie man aus einer zu diesem Behufe abgefaßten Scala entnehmen kann. Das Registriren der Zahl der Wagen oder Karren, die über die Platform gingen, geschieht mittelst des Apparates z, welcher an dem vierekigen Ende der Achse c des Hebels b angebracht ist. Dieser am Rüken der Säule oder des Tragpfostens befindliche Apparat besteht bloß aus dem ersten Theile des |36| Registrirapparates, so wie er oben für die Waagschale beschrieben worden. Er hat nämlich eine ähnliche Welle a mit einem Däumlinge b (Fig. 38), welcher auf ein Sperrrad c wirkt, an welchem eine beliebige Anzahl von Zahnen angebracht ist. Da der Hebel b hier, wie an der Waagschale A, bloß einen Kreisbogen beschreibt, so wird bei jeder Operation bloß eine Zahl registrirt.

Fig. 39 ist ein theilweiser Durchschnitt, woraus man den vor dem Trommelrade t befindlichen Registrirapparat ersieht.

Die Bezeichnungen der einzelnen Theile der Vorrichtungen des Patentträgers sind an einigen Figuren ziemlich unvollständig. Wir haben an einigen so viel als möglich nachzuhelfen gesucht, und hoffen, daß die Figuren jedem Mechaniker verständlich seyn werden, obschon sich dieß von der Patentbeschreibung selbst leider nicht durchgehends sagen läßt. A. d. R.

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