Titel: Barton's Methode Pumpen zu bewegen.
Autor: Barton, John
Fundstelle: 1835, Band 55, Nr. XLIV. (S. 250–251)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj055/ar055044

XLIV. Verbesserungen in dem Baue und in der Anwendung der Pumpen und Maschinen zum Heben von Flüssigkeiten und anderen Zweken, worauf sich John Barton, Mechaniker von Goswell-Road in der Grafschaft Middlesex, am 1. Junius 1833 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem Repertory of Patent-Inventions. Januar 1835, S. 9.

Mit Abbildungen auf Tab. IV.

Meine Erfindung beruht auf gewissen Einrichtungen, vermöge welcher ich im Stande bin von jeder Schwingung, in die der Körper oder Apparat, in welchem meine Vorrichtungen angebracht sind, versezt wird, Nuzen zu ziehen, um die Pumpen dadurch in Thätigkeit zu sezen. So wird z.B. die Bewegung, in die ein Schiff geräth, wenn es sich unter Segel befindet, oder wenn es vor Anker liegt, den an Bord befindlichen Pumpen, wenn dieselben nach dem von mir erfundenen Principe erbaut sind, jederzeit mehr oder weniger Thätigkeit mittheilen.

Meine Erfindung besteht ferner darin, daß ich mit den Kolbenstangen der Pumpen ein oder mehrere Gewichte auf solche Weise in Verbindung bringe, daß, in welcher Richtung auch die Neigung Statt finden mag, das Gewicht oder die Gewichte die Pumpen in Bewegung versezen.

Zur vollkommenen Erläuterung dieser meiner Erfindungen wird folgende Beschreibung der beigefügten Zeichnung dienen, in welcher man vier Pumpen mit einander in Verbindung gebracht sieht, und aus welcher hervorgeht, daß auf gleiche Weise auch eine beliebige andere Anzahl von Pumpen betrieben werden kann. Ich brauche daher auch in lezterer Hinsicht nicht in eine eigene ausführliche Beschreibung einzugehen, indem schon nach dieser Zeichnung jeder sachverständige Arbeiter im Stande seyn wird, meine Erfindung bei jeder beliebigen Anzahl von Pumpen in Anwendung zu bringen. Ich erkläre daher vorläufig nur noch, daß sich meine Ansprüche auf keinen der gewöhnlichen Theile der Pumpen beziehen.

Fig. 39 ist ein Aufriß, und Fig. 40 ein Grundriß meiner Vorrichtung. Fig. 41 ist ein Grundriß der Kreuzarme und Griffe, womit die Pumpen in Bewegung gesezt werden. Meine Erfindung ist hier als zum Betriebe von vier Pumpen angebracht dargestellt. a, a sind nämlich vier gewöhnliche Pumpenstiefel oder Cylinder; b, b ihre Kolbenstangen; c, c die Zuführungs- oder Saugröhren, und d, d die Austrittsröhren, welche sich in die Röhren e, e ergießen, aus |251| denen das Wasser von dem Punkte h aus dadurch, daß man Röhren damit in Verbindung bringt, nach jeder Richtung entleert werden kann, g ist eine Stange, welche in h aufgehängt ist, indem sie sich oben in eine Kugel endet, welche sich in h in einem sphärischen Nußgelenke nach allen Richtungen bewegen kann. An dieser Stange g ist das Kreuz j befestigt, dessen Arme unter rechten Winkeln gegen einander gestellt sind; diese 4 Arme sezen die 4 Kolbenstangen in Bewegung, wie aus einem Blike auf die Zeichnung erhellt; denn sie stehen durch Verbindungsstangen, welche sich gleichfalls auf die beschriebene Weise in Universal- oder Nußgelenken bewegen, mit den Kolbenstangen in Verbindung. Wenn daher an der Stange g ein Gewicht aufgehängt wird, welches so schwer ist, daß es die 4 Kolben in Thätigkeit zu versezen vermag, so ergibt sich, daß auf diese Weise die Triebkraft der Maschine vermittelt ist.

Die Größe dieses Gewichtes wird übrigens selbst bei Kolbenstiefeln von gleicher Größe verschieden seyn; da sie jedoch von der senkrechten Höhe des Hubes abhängt, so brauche ich nicht in die Angabe einzelner Dimensionen einzugehen; nur so viel bemerke ich, daß, wie groß der Druk des zu hebenden Wassers auch immer seyn mag, das Gewicht so groß seyn muß, daß es beim Hinüberfallen von der einen Seite auf die andere den Widerstand zu überwinden vermag.

Ich weiß zwar wohl, daß man belastete Pendel bereits schon früher als Triebkraft für Pumpen in Anwendung gebracht hat; allein der Pendel konnte sich nur nach einer und derselben Richtung schwingen, und war folglich in solchen Fällen, wo die Schwingungen beständig die Richtung ändern müssen, nicht anwendbar. Meine Ansprüche gründen sich daher nicht auf einen belasteten Pendel als solchen, sondern darauf, daß ich demselben eine solche Einrichtung gebe, daß er sich nach allen Richtungen bewegen kann.

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