Titel: Verbesserte Maschinen zum Vorspinnen und Flöthen der Baumwolle und Wolle.
Autor: Simpson, Richard
Fundstelle: 1835, Band 55, Nr. XLIX. (S. 261–269)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj055/ar055049

XLIX. Verbesserungen an den Maschinen zum Vorspinnen und Flöthen der Baumwolle und Wolle, worauf sich Richard Simpson, Gentleman von Southampton-row, Bloomsbury, in der Grafschaft Middlesex, in Folge einer von einem in Frankreich wohnenden Fremden am 3. Junius 1834 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem London Journal of Arts. Januar 1835, S. 250.

Mit Abbildungen auf Tab. IV.

Gegenwärtige Verbesserungen an den Maschinen zum Vorspinnen und Flöthen (slubbing) der Baumwolle und Wolle bestehen in gewissen neuen Erfindungen, die sich insbesondere an jener Art von Maschinen anwenden lassen, auf welche sich Hr. David Selden von Liverpool am 26. Februar 1831 ein Patent ertheilen ließ, und durch welche bekanntlich den Vorgespinnsten der Baumwolle und anderer Faserstoffe ein gewisser Grad von Consistenz gegeben und das Aufwinden derselben auf Spulen oder Walzen bewerkstelligt werden soll.54)

Die Erfindungen, welche Hr. Simpson von einem in Frankreich wohnenden Fremden mitgetheilt erhielt, bestehen: 1) in einer verbesserten Einrichtung der Apparate, wodurch die Flöthen oder Vorgespinnste, so wie sie zum Behufe des Auswindens auf die Spulen oder Trommeln von den Strekwalzen herab gelangen, zwischen zwei einander gegenüberliegende Flächen eines endlosen Laufbandes zusammengedrükt und etwas gedreht werden. 2) In einem neuen Mechanismus, mittelst welchem die Spulen oder Trommeln endwärts hin und her bewegt werden, damit die Flöthen oder Vorgespinnste in gleichförmigen Schnekenwindungen von einem Ende zum anderen auf die Spulen oder Trommeln gelegt werden, so daß die Elchen der cylindrischen Spulen Kegelsegmente bilden. 3) Endlich in einer |262| eigenthümlichen Modifikation der Reiboberflächen, welche in Selben's Patent beschrieben sind, und welche den Baumwoll- oder Wollenvorgespinnsten Dichtheit und Zähigkeit geben.

Fig. 14 ist ein Fronteaufriß der vollkommenen, mit den beiden ersten Verbesserungen ausgestatteten Maschine. Fig. 15 gibt eine Endansicht derselben Maschine. A ist der Rigger, durch welchen die Maschine mittelst eines Laufbandes von einer Dampfmaschine, einem Wasserrade oder einer anderen Triebkraft her in Bewegung gesezt wird. Der Rigger A ist an der Welle der unteren Reihe von Strekwalzen befestigt; und an dem entgegengesezten Ende dieser Welle ist ein Getrieb B angebracht, welches in ein Räderwerk eingreift, durch welches die Strekwalzen auf die gewöhnliche Weise in kreisende Bewegung versezt werden. Die Baumwolle oder Wolle wird in dem Zustande, in welchem sie aus der Zurichtmaschine kommt, über die cylindrischen Führ- oder Leitungswalzen C, C, C und auf die gewöhnliche Weise durch die Strekwalzen D, D, D geleitet, um dann gehörig gestrekt an die Spulen herab zu gelangen und mittelst der später zu beschreibenden Vorrichtungen auf dieselben aufgewunden zu werden.

An dem Ende der Achse des Riggers A ist ein Winkelzahnrad F aufgezogen, und dieses greift in ein entsprechendes Winkelrad G, welches sich an dem oberen Theile der senkrechten Welle H befindet. Der untere Theil dieser lezteren Welle führt ein anderes ähnliches Winkelzahnrad I, welches in ein entsprechendes, an dem Ende der horizontalen Welle L angebrachtes Winkelrad K eingreift. An dieser Welle L befindet sich auch eine geriefte Walze oder ein langes Getrieb M, in welches ein Zahnrad N eingreift; lezteres ist an der Achse einer Trommel O aufgezogen, die in dem verschiebbaren Rahmen oder Wagen P, P, P angebracht ist. An dem entgegengesezten Ende dieses Rahmens oder Wagens ist eine ähnliche Trommel aufgezogen, und über diese beiden Trommeln ist ein endloses Laufband Q, Q gespannt, womit das Aufwinden des Vorgespinnstes oder der Flöthen auf die Spulen oder Trommeln bewirkt wird. Der Wagen wird wie gewöhnlich hin und her bewegt.

In die oberen Latten oder Riegel des Rahmens oder Wagens, und zwar sowohl an dem Hinteren, als an dem vorderen Theile sind entsprechende Reihen von Gabeln oder Riegelhaken R, R, R eingesezt, durch welche die Enden der Achsen der einzelnen Spulen E, E, E in ihrer Stellung erhalten werden. Der Umfang einer jeden Spule ruht auf der Oberfläche des endlosen Laufbandes Q, Q.

Hieraus erhellt, daß durch die Umdrehung des Riggers A das Räderwerk und die Wellen F, G, H, I, K und L in Thätigkeit gerathen; |263| und daß durch die geriefte Walze oder den langen Triebstok M, der sich an der Welle L befindet, das Zahnrad N und die Trommel O umgetrieben werden, wodurch das Laufband Q, Q durch die Maschine läuft. Durch die Bewegung dieses Laufbandes drehen sich auch die Spulen um ihre Achsen, indem sich die Oberfläche des Laufbandes an den Spulen reibt. In dem Maße daher, als die Flöthen oder Vorgespinnste von den Strekwalzen D, D, D herab gelangen, werden sie auf den Umfang der Spulen oder Trommeln aufgewunden.

Um die Fasern des Baumwollen- oder Wollenvorgespinnstes in einem solchen Grade mit einander in Berührung zu bringen, daß sie dadurch hinreichende Festigkeit erhalten, um mit gehöriger Spannung auf die Spulen oder Trommeln aufgewunden werden zu können, laufen die Vorgespinnste, so wie sie von den Strekwalzen herab gelangen, zwischen zwei reibenden Oberflächen durch, welche durch das endlose Laufband S, S hervorgebracht werden. Durch diese Reibung erhält das Vorgespinnst nämlich eine temporäre Drehung, die beim Aufwinden auf die Spulen oder Trommeln wieder verloren geht.

Dieses endlose Band S, S ist über zwei Rollen T, T gespannt, und der doppelte Theil desselben wird durch zwei andere stellbare und von Hinten her drükende Rollen gegen die Fläche einer Leitungslatte U, U gezogen. Alle diese Rollen drehen sich um Zapfen, welche zugleich mit der Leitungslatte U an dem Brette V festgemacht sind. Dieses Brett V ist an zwei senkrechten Schieberstangen W, W aufgezogen, und diese Stangen gehen durch Oehre oder Oehsen, welche zu diesem Behufe an dem Endgestelle der Maschine angebracht sind. Das Brett und die dazu gehörigen Theile werden von den unteren Enden der senkrechten Schieberstangen W, W getragen, und diese lezteren ruhen auf den Hebeln X, X, welche an der horizontalen Längenwalze Y, Y befestigt sind. Das Gewicht des Ganzen ist durch den Hebel mit dem daran hängenden Gewichte Z ausgeglichen.

Die Bewegung des reibenden Laufbandes S wird durch die geriefte Walze oder den langen Triebstok a, der sich an der senkrechten Welle H befindet, hervorgebracht, indem derselbe in die Zahne des horizontalen Rades b eingreift, welches an der Achse c der einen der Rollen T befestigt ist. Wenn also die senkrechte Welle H mittelst des oben beschriebenen Räderwerkes in Bewegung gesezt wird, so wird sich auch das Rad b, die Achse c und die Rolle T umdrehen, und folglich wird sich das doppelte Laufband S längs der Leitungslatte U bewegen. Die Fasern des Vorgespinnstes werden daher, so wie sie von den Strekwalzen herab und zwischen den reibenden Oberflächen des Laufbandes durch gelangen, über den Berührungspunkten in einem gewissen Grade gedreht, damit sie mehr |264| Stärke und Festigkeit bekommen. Diese Drehung wird jedoch unter den Berührungspunkten wieder durch eine Gegendrehung beseitigt, so daß das Vorgespinnst mit schlichten oder geraden Fasern auf die Spulen aufgewunden wird. Durch dasselbe Räderwerk erhält das andere endlose Laufband Q gleichzeitig eine solche Bewegung mitgetheilt, daß sich die Spulen oder Trommeln umdrehen und die Vorgespinnste auf sich aufnehmen.

Um die beiden Oberflächen des reibenden Laufbandes S dicht an einander zu halten, gleiten die gedoppelten Theile desselben durch eine Reihe von kleinen Leitern oder Führern d, d, d, welche zu diesem Behufe an der Fläche des Brettes U, U befestigt sind, wie man dieß aus dem Durchschnitte Fig. 16 und auch aus der in Fig. 17 gegebenen Fronteansicht dieser Theile ersieht. In lezterer Figur ist jedoch das Band S weggenommen, damit man sieht, auf welche Weise diese Führer sowohl, als das Federstük e, durch welches die beiden reibenden Oberflächen an einander gedrükt werden, angebracht sind.

Es wurde schon oben bemerkt, daß das Gewicht des Schieberbrettes V und der dazu gehörigen Theile durch den Hebel und das daran befindliche Gewicht Z beinahe ausgeglichen wird; es muß daher hier in dieser Hinsicht noch beigefügt werden, daß das Gewicht dieses Brettes V mit den dazu gehörigen Theilen dennoch vor jenem des Hebels mit dem Gewichte etwas vorschlagen muß, damit das Laufband S so nahe an den Spulen erhalten wird, daß das Vorgespinnst mit Regelmäßigkeit darauf aufgewunden werden kann.

Wir gehen nun zur Beschreibung jenes Mechanismus über, der den zweiten Theil des Patentes bildet, und durch welchen das endweise Traversiren der Spulen oder Trommeln hervorgebracht wird, damit das Vorgespinnst in gleichförmigen Schnekenwindungen auf die Spulen gelegt werde, und damit die Enden der Cops eine kegelförmige Gestalt bekommen. Da diese Vorrichtung aus Fig. 14 und 15 nur unvollkommen ersichtlich ist, so ist sie in Fig. 18, 19, 20 und 21 in verschiedenen Stellungen abgebildet. Fig. 18 zeigt den Apparat im Aufrisse, so wie man ihn vom Rüken der Maschine her sieht; ein Theil desselben ist an dem Hinteren Riegel des Gestelles der Maschine, ein Theil hingegen an dem Wagen P befestigt. Dieser Wagen, in welchem die Trommeln O des endlosen Laufbandes Q aufgezogen sind, bewegt sich auf Rädern f, f, die auf den Querschienen g, g laufen, vom Rüken gegen die Fronte der Maschine hin und her und umgekehrt. Diese Hin- und Herbewegung des Wagens wird durch die sogleich zu beschreibende Vorrichtung hervorgebracht. Fig. 19 zeigt den Mechanismus, so wie er erscheint, wenn man ihn |265| unter rechten Winkeln gegen Fig. 18 betrachtet; der Wagen P und der Hintere Riegel der Maschine sind hier im Durchschnitte dargestellt. Fig. 20 gibt eine horizontale Ansicht oder einen Grundriß desselben.

An dem hinteren Ende der Achse der einen der Spulen E, nämlich an E* befindet sich, wie Fig. 18 und 19 zeigt, eine Schraube ohne Ende, die in den langen an dem oberen Theile der senkrechten Welle j angebrachten Triebstok i eingreift. Die Spule E* wird durch Haken und belastete Hebel J, J, die mit den Enden ihrer Achsen in Verbindung stehen, mit dem Bande Q in Berührung erhalten. Die senkrechte Welle j dreht sich in einer Spalte, welche an dem oberen Riegel des Wagens P angebracht ist, und wird am Grunde von einer Unterlage getragen, welche, wie Fig. 19 zeigt, von dem unteren Riegel des Wagens auslauft. An dem unteren Theile der Welle j befindet sich ein Getrieb k, Fig. 18, dessen Zähne in die Schraubengange der einen der Wellen l oder m, welche in einem Rahmen n, n, n aufgezogen sind, eingreifen. So wie nun die Spule E* mittelst des Laufbandes Q um ihre Achse umgedreht wird, bewirkt der Wurm oder die endlose Schraube h, daß die kreisende Bewegung auf die Getriebe und Wellen i, j und k fortgepflanzt wird. Da aber lezteres, so wie es sich umdreht, in den Schraubengängen der Welle l, wie Fig. 16, 18 und 20 zeigt, ein Hinderniß findet, so wird der Vagen P mit seinen Trommeln O, O, mit dem Laufbande Q und den Spulen E langsam gegen den Hinteren Theil der Maschine bewegt, so daß die Vorgespinnste in Schnekenwindungen aufgewunden werden.

An dem hinteren Riegel des Wagens P ist an einem Arme desselben eine doppelte schiefe Fläche o angebracht; und wenn der Wagen, indem er mit seinen Rädern f, f auf den Schienen g rollt, den Ott seiner Bestimmung erreicht hat, so kommt die schiefe Fläche mit dem unteren Theile des belasteten Hebels p in Berührung. Dadurch wird dieser Hebel emporgehoben, damit nun das Getrieb k in die andere Schraubenwelle in eingreife, und damit hiedurch die Bewegung des Wagens umgekehrt werde.

Die Mittel, wodurch dieß bezwekt wird, ersieht man am besten aus Fig. 21, wo der Apparat in derselben Stellung abgebildet ist, die er in Fig. 18 hat; in dieser Figur ist nämlich das Ende des Rahmens n weggenommen, damit man das Innere desselben ersehe. Die beiden Schraubenwellen l und m sind in dem Rahmen n horizontal an excentrischen Zapfen aufgezogen, und durch das an ihre Enden geschraubte Bandstük q mit einander verbunden. In Folge dieser Einrichtung können sich die Wellen l und m auf ihren Zapfen hin und her bewegen, ohne sich jedoch zu drehen; und dadurch, daß |266| diese Wellen zu gewissen Zeiten in seitliche schwingende Bewegungen versezt werden, wird es möglich, daß das Getrieb k zuerst auf die Schraubengänge der einen Welle wirkt, um den Wagen zurükzutreiben, und hierauf auf die Schraubengange der anderen, um ihn wieder vorwärts zu schaffen.

An dem Ende der Welle l ist ein kleiner doppelarmiger Hebel r befestigt; der eine dieser beiden Arme wird von der Spiralfeder s angezogen; auf den anderen hingegen wirkt ein Schneiten- oder Hemmungsrad t, welches an dem Ende der unteren horizontalen, gleichfalls in dem Rahmen n aufgezogenen Welle v, v angebracht ist. Um den mittleren Theil dieser Welle v ist, wie Fig. 19 zeigt, eine belastete Schnur u gewunden, durch welche die Welle gleich der Trommel eines Uhrwerkes nach einer Richtung herumgezogen wird. Diese Welle ist an beiden Enden eine gewisse Streke lang mit Schraubengängen versehen; der Umfang dieser Schraube ist jedoch nicht cylindrisch, sondern mit Sperrzahnen versehen, wie Fig. 21 zeigt. Das Ende des kürzeren Armes eines jeden der Hebel p, p ist in der Nähe des Stüzpunktes wie ein Sperrkegel geformt, damit derselbe in die Sperrzähne der Schraube der Welle v einfallen, und dadurch das Umdrehen der Welle verhindern kann.

Hieraus ergibt sich nun, daß wenn die schiefe Fläche o durch die Bewegungen des Wagens P auf die beschriebene Weise unter irgend einen der belasteten Hebel p gelangt, der längere Arm dieses Hebels emporgehoben und der an dem entgegengesezten Ende befindliche Sperrkegel folglich aus den Sperrzähnen der Welle v ausgezogen wird. Die belastete Schnur u wird daher dann die Welle v und das Schnekenrad t umdrehen, wo dann eine der Spizen oder Zaken dieses Rades auf den längeren Arm des Hebels r wirkt, so daß dieser Hebel zurükgetrieben und die Schraubenwelle l mit dem Getriebe k in Berührung gebracht wird, wie Fig. 21 zeigt.

Hierauf wird sich der Wagen P so lange gegen den Rüken der Maschine hin bewegen, bis die schiefe Fläche o unter den anderen Hebel p gelangt, wo dann dieser Hebel gleich dem ersteren emporgehoben, und dessen Sperrkegel von den Sperrzähnen befreit wird, so daß die Welle v und das Schnekenrad t nun von der belasteten Schnur wieder weiter herumgezogen werden kann. Der Sperrkegel des ersteren belasteten Hebels p fällt hierauf in die Sperrzahne der Trommel v, und unterbricht deren Umdrehung in der Mitte zwischen zwei Zähnen des Rades t; die Feder s kann also den kürzeren Arm des Hebels r herabziehen, und dadurch die Schraubenwelle l von dem Getriebe k befreien, während die andere Schraubenwelle m dagegen mit diesem Getriebe in Berührung kommt, so daß sich der |267| Wagen dann in Folge der Umdrehung dieses Getriebes auf die beschriebene Weise wieder vorwärts gegen die Fronte der Maschine bewegt.

Wenn der Wagen P während des Aufwindprocesses immer gleich weit auf den Bahnen g hin und her laufen würde, so würde das Vorgespinnst in Form von Cylindern mit flachen Enden aufgewunden werden. Da es jedoch zum Behufe des weiteren Verspinnens des Vorgespinnstes besser ist, wenn die Cylinder kegelförmige Enden haben, so muß die Ausdehnung der Bewegung des Wagens allmählich abnehmen, damit nicht immer eine gleiche Anzahl von Windungen auf die Spule gelegt werde.

Um diesen Zwek zu erreichen müssen die belasteten Hebel p, p, so wie der Aufwindproceß vorwärts schreitet, einander allmählich näher gebracht werden, damit die schiefen Flächen o öfter auf dieselben wirken, und die Bewegung des Wagens öfter abändern. Dieß geschieht auf folgende Weise. Jeder dieser Hebel p, p ist mittelst eines als Stüzpunkt dienenden Zapfens an einem verschiebbaren Bloke oder an einer Mutterschraube w, w angebracht; und diese Blöke werden mittelst eines Zahnes, der in die in die Welle geschnittenen Schraubengänge eingreift, längs der Welle v fortgeführt, wobei sie durch einen auf der Leitungsstange x ruhenden Fuß in ihrer Stellung erhalten werden. Die gegen die Enden der Welle v hin befindlichen Schraubengänge sind nach entgegengesezten Richtungen geschnitten: d.h. die eine ist eine recht- und die andere eine linkhandige Schraube. Durch jeden dieser Blöke w geht ein Zapfen y, dessen Spize gleich einem Zahne in die endlose Schraube oder in den Wurm eingreift. So wie daher die Welle v mittelst der beschwerten Schnur u und des Rades t auf die beschriebene Weise umgedreht wird, wirken die Zähne y, y auf die recht- und linkhandigen Schrauben, woraus denn nothwendig folgt, daß die Blöke mit den Hebeln einander allmählich näher rüken, daß die Traversirbewegung des Wagens also vermindert wird, und daß die Cops demnach cylindrisch und an beiden Enden kegelförmig werden.

Die dritte Erfindung, welche in einer Modifikation der reibenden Oberflächen, durch welche den Vorgespinnsten mehr Festigkeit und Stärke gegeben werden soll, besteht, ist aus Fig. 22 und 23 ersichtlich. Fig. 21 ist ein theilweiser Grundriß oder eine horizontale Ansicht einer Maschine, deren Theile gemäß dieser Erfindung eingerichtet sind; Fig. 23 ist ein Querdurchschnitt durch die Mitte derselben Maschine. Wir brauchen nicht alle Theile dieser Maschine im Detail zu erläutern, indem dieselben dem Principe nach eben so gebaut |268| sind, wie an den bereits beschriebenen Maschinen, und indem sich dieselben nur durch einige Modificationen unterscheiden.

A, A, A sind die Strekwalzen, durch welche das Vorgespinnst durchgeht, um in die Länge gezogen zu werden, und dann an die reibenden Oberflächen zu gelangen. B, B sind zwei lange cylindrische Walzen, welche zum Spannen des endlosen ledernen Bandes C, C dienen, D ist eine größere Walze von gleicher Länge, deren Oberfläche mit Leder überzogen ist, und welche auf der oberen Fläche des endlosen Laufbandes C aufruht. Das Vorgespinnst gelangt von den Strekwalzen aus zwischen die Oberflächen des Bandes C, C und der Walze D, und läuft von hier aus durch Leitungsöhren an die Spulen oder Trommeln E, E. Eine der Walzen B wird durch das Räderwerk F von der Welle G her in kreisende Bewegung versezt, und an dieser Welle befindet sich der Rigger, der sowohl die Strekwalzen, als die übrigen Theile der Maschine in Thätigkeit bringt. Durch die Umdrehungen der Walze B wird auch das endlose kauft band C veranlaßt, sich über die beiden Walzen zu bewegen, und durch die Reibung der Oberflächen wird auch die Walze D, welche auf denselben ruht, zu Umdrehungen veranlaßt werden, und das Vorgespinnst von den Strekwalzen gegen die Spulen hin leiten.

Um jedoch dem Vorgespinnste während seines Durchganges zwischen dem endlosen Laufbande C und der Walze D mehr Dichtheit und Festigkeit zu geben, werden beide nach entgegengesezten Richtungen hin und her bewegt. Dieß geschieht mittelst eines Bügels oder Zaumes H, welcher an der Welle der Walze D und an einer Stange I angebracht ist. Diese Stange ist nämlich an dem Wagen der Walzen B, B befestigt, welche beide mit den an der Querwelle L, L angebrachten Excentricis J und K in Verbindung stehen. Wenn daher die Maschine dadurch, daß man dem Rigger und der Welle G eine kreisende Bewegung mittheilt, in Thätigkeit versezt wird, so werden das endlose Laufband C, C und die Walze D seitlich hin und her bewegt werden; und zugleich werden also auch die Fasern der Baumwolle oder Wolle zusammengedreht werden, damit das Vorgespinnst mehr Festigkeit und Stärke erhält, und auf die Spulen oder Trommeln E, E, E aufgewunden werden kann.

Damit das Aufwinden des Vorgespinnstes auf die Spulen in regelmäßigen Schnekenwindungen erfolge, ist mit dem Wagen M, M ein Apparat in Verbindung gebracht, der dem unter dem zweiten Theile beschriebenen vollkommen ähnlich ist. Dieser Wagen wird gleichfalls ganz auf dieselbe Weise auf Rädern und auf eigenen Bahnen hin und her bewegt.

|269|

Eine Abänderung in der Einrichtung der Maschine, jedoch mit Beibehaltung derselben Principien, sieht man in dem Querdurchschnitte, Fig. 24, einer anderen Maschine, in der das Vorgespinnst oder die Flöthen in Kannen (cans) geschafft wird. A sind die Strekwalzen, von denen aus das Vorgespinnst zwischen den reibenden Oberflächen C, D durchgeht, um dann zwischen den hinteren Walzen Z, Z durchgeführt zu werden, und endlich in die Kannen Y herab zu gelangen. Die meisten Theile dieser Maschine werden schon aus den Beschreibungen der früheren Figuren deutlich genug erhellen.

Die Strekwalzen A werden von einem Rigger und einer Welle aus durch ähnliche Räderwerke und Vorrichtungen, wie sie in Fig. 22 und 23 beschrieben wurden, in Bewegung gesezt, und von hier aus erhalten auch die reibenden Oberflächen auf ähnliche Weise die kreisende und seitliche Bewegung mitgetheilt. Eine Rolle N, die sich an dem Ende der einen der Wellen der Strekwalzen befindet, führt ein Laufband, welches gleichfalls über einen Rigger O läuft, der an dem Ende der Welle der einen der Leitungswalzen Z befestigt ist. Diese Leitungswalze wird mittelst dieser Rolle und des Laufbandes umgedreht, und da die beiden Walzen Z, Z durch ein Paar Zahnräder mit einander in Verbindung stehen, so drehen sie sich gemeinschaftlich nach entgegengesezten Richtungen, und leiten das Vorgespinnst dadurch in die unterhalb angebrachten Kannen. Damit das Vorgespinnst oder die Flöthen jedoch gleichförmig in diesen Kannen vertheilt werden, so wird der Platform, auf welche die Kannen zu stehen kommen, eine Traversirbewegung mitgetheilt, und zwar indem die Getriebe Q in Zahnstangen eingreifen, die sich an dem unteren Rande der verschiebbaren Arme R befinden. Der vordere Theil dieser Platform ruht auf Rädern S, S, welche auf den Bahnen T, T laufen, die an den Pfosten der Maschine angebracht sind; der Hintere Theil hingegen schiebt sich auf Gegenreibungsrollen. Die Getriebe Q sind an der Achse eines Wechselrades V befestigt, und dieses wird durch ein an dem Ende der Schüttelwelle W angebrachtes Getrieb U abwechselnd hin und her bewegt. Diese Schüttelwelle erhält ihre Bewegung von einer Schnur oder einem Laufbande, welches mit einer an der Riggerwelle angebrachten Rolle in Verbindung steht; so wie sich daher das Wechselrad abwechselnd hinüber und herüber dreht, werden die Zahnstangen mit der Platform und den Kannen gleichfalls hin und her bewegt.

|261|

Die Maschine des Hrn. Selden findet man bereits im Polyt. Journ. Bd. XLIII. S. 429 beschrieben und abgebildet. A. d. R.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Tafeln


Orte
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: